Ivona Dadic: Beste der Welt. Trotz widrigsten Wetters lieferte die St. Pöltnerin Ivona Dadic einen tollen Siebenkampf ab. Weltweit war 2020 keine besser.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 02. September 2020 (03:27)
Strömender Regen und kühle Temperaturen sind für Leichtathleten normalerweise Gift. Ivona Dadic legte trotzdem eine Weltjahresbestleistung hin und ist für Olympia 2021 zuversichtlicher als je zuvor.
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NÖN: 6.419 Punkte bei Sauwetter. Hätten Sie bei den Staatsmeisterschaften in Götzis mit einer solchen Leistung gerechnet?

Ivona Dadic: (schmunzelt) Um ehrlich zu sein, wollte ich meinen persönlichen und den österreichischen Rekord brechen. Ich bin in Topform, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt kann ich ja fast drüber lachen, aber als wir am Freitag in Vorarlberg angekommen sind, war das Wetter perfekt. Der Wind kam aus der richtigen Richtung und die Temperatur hat gepasst. Ich hab zu meinem Trainer Philipp Unfried gesagt: So, und morgen lass ich es krachen. Der kannte aber schon den Wetterbericht…

Dauerregen und für August arktische 13 Grad…

Dadic: Es hat durchgehend geschüttet. Das kann ich jemandem, der nicht dabei war, gar nicht beschreiben. Ich konnte mich für die Bewerbe gar nicht richtig aufwärmen und bin teilweise nur unter dem Zelt gestanden. Beim Speerwurf zum Beispiel bin ich nur für den jeweiligen Versuch raus. Zwischen den Wettkämpfen bin ich in der Kabine trockengefönt worden (lacht).

Ihr Trainer Philipp Unfried spricht deshalb vom besten Wettkampf Ihrer Karriere. Stimmen Sie zu?

Dadic: Ja. 6.400 Punkte wären bei perfekten Bedingungen schon gut. Jetzt weiß ich, dass mir auch das Wetter nichts anhaben kann und ich auch da meine Leistung abrufe. Das macht mich mental stark. Noch dazu, weil ja Sarah Lagger und Verena Preiner gefehlt haben. Starke Konkurrenz ist vor allem bei den Laufbewerben wichtig.

Zumindest im 100-Meter-Hürdenlauf hatten Sie „Hilfe“. Spezialistin Beate Schrott nahm teil. Warum das?

Dadic: Sie hat sich angemeldet und wollte eigentlich den ersten Wettkampftag mitmachen. Aufgrund des Wetters hat sie dann nach dem Kugelstoßen abgebrochen. Das hat sie nur für mich gemacht. Sie ist extra dafür nach Vorarlberg gefahren. Ich bin Beate unendlich dankbar dafür.

Ist die Saison damit beendet?

Dadic: Fast. Ich habe eine Einladung für das Diamond-League-Meeting in Brüssel bekommen. Am Freitag werde ich dort im Hochsprung und im Hürdenlauf bei den Spezialistinnen starten. Das wird eine tolle Erfahrung.

Was bedeutet das in Blickrichtung großes Ziel Olympiamedaille?

Dadic: Nach Brüssel werde ich fünf Wochen Pause einlegen. Am 12. Oktober beginnt das Vorbereitungsprogramm für die neue Saison. Ich bin top motiviert. Ich freue mich drauf, und spätestens jetzt wissen wir, dass wir voll im Plan Blickrichtung Olympia sind.