Ivona Dadic ist heiß aufs Podest bei Hallen-EM. St. Pöltens Mehrkampfstar Ivona Dadic führt das fünfköpfige NÖ-Aufgebot für die Hallen-EM an, gilt als Medaillentipp.

Von Wolfgang Wallner. Update am 05. März 2021 (07:43)
Die EM-Medaille fest im Blick: Die Wahl-Niederösterreicherin Ivona Dadic möchte beim Fünfkampf in Torun den Sprung aufs Stockerl schaffen.
APA/Helmut Fohringer

Fünf und sieben Austro-Athleten, die bei der Hallen-Europameisterschaft in Torun (Polen) an den Start kommen, haben NÖ-Wurzeln. „Das ist ein starkes Signal unserer Leichtathletikszene“, freut sich Gottfried Lammerhuber. Der Präsident des NÖ-Leichtathletikverbandes hat allen Grund, stolz zu sein – drei der fünf blau-gelben EM-Asse starten für seinen Heimverein, die Union St. Pölten. Heißester Tipp auf Edelmetall: Ivona Dadic.

Wir haben die Chancen der heimischen Athleten unter die Lupe genommen.

Ivona Dadic:

Österreichs Topstar ist bereits am Dienstag als Erste nach Polen gereist. Denn bereits am heutigen Freitag geht der Fünfkampf über die Bühne. Dadic ist in der „Entry List“ mit der drittbesten Quali-Punktzahl zu finden. Vor ihr liegen nur Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Belgien) und die Ungarin Xenia Krizsan. „Für Ivi zählt nur eine Medaille“, weiß Lammerhuber.

Um ihre Favoritenrolle weiß auch die 27-Jährige, die zuletzt intensiv an ihrer Technik im Kugelstoß gearbeitet hat. Was mit respektablen Weiten schon Früchte getragen hat: „Das gibt mir Selbstvertrauen für Torun, wie auch die Steigerung im Hürdenlauf, wo ich bisher heuer doch einige Probleme hatte.“

Dadic muss in Polen mit einem Mini-Betreuerstab das Auslangen finden. Aufgrund der Corona-Vorgaben des europäischen Verbands darf die Delegation des ÖLV nur drei Personen umfassen. Neben Philipp Unfried und Hochsprungtrainerin Inga Babakova ist nur ein Physio mit von der Partie.

Beate Schrott:

Im Sommer ist Schluss mit der Karriere, dann läuten die Hochzeitsglocken. Und so schwingt ein Hauch von Sentimentalität mit, wenn die 32-Jährige am Samstag die 60 Meter Hürden in Angriff nimmt. „Bei ihrem letzten großen Hallenwettkampf will Beate noch einmal alles geben“, sagt Lammerhuber. Das Semifinale sollte für die St. Pöltner Union-Athletin zu schaffen sein. Bei der Staatsmeisterschaft lief sie starke 8,17 Sekunden. „Über diese Zeit bin ich sehr happy“, strahlt Schrott. Gelingt ihr dies in Torun, dürfte ein Top-20-Rang drinnen sein.

Markus Fuchs:

Als Doppelstaatsmeister reist der Perchtoldsdorfer nach Polen. Auch wenn die Zeiten zuletzt nicht ganz nach Wunsch ausfielen, bleibt Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) zuversichtlich: „Ich bin gut in Form, in Torun wird die Post abgehen.“ Der 60-Meter-Vorlauf steigt am Samstagvormittag.

Andreas Vojta:

Der Gerasdorfer wäre auch für die 1.500 Meter qualifiziert, will sich aber auf die 3.000m-Distanz fokussieren. „Mit seiner Routine ist ihm viel zuzutrauen“, glaubt Lammerhuber. Der Weinviertler ist am Samstag im Einsatz: „Zunächst gilt es den Vorlauf zu überstehen, danach im Finale gibt’s ohnehin nur eine Devise: Vollgas!“

Magdalena Lindner ist mit ihren 20 Jahren das „EM-Küken“, erstmals bei den Großen dabei. Mit 7,37 Sekunden hat die Kremserin in Diensten der Union St. Pölten am letzten Drücker das 60-Meter-Limit geknackt. Lammerhuber: „Leni ist richtig explodiert, hat sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Zehntel gesteigert. Das sind Welten im Sprint!“