Liese-Prokop-Memorial: Gottfried Lammerhuber sagt Goodbye im Guten

Erstellt am 01. Juni 2022 | 03:42
Lesezeit: 2 Min
Beate Schrott und Gottfried Lammerhuber
Beate Schrott und Gottfried Lammerhuber
Foto: Claus Stumpfer
Gottfried Lammerhuber hört als Chef des St. Pöltner Liese-Prokop-Memorials auf. Beate Schrott könnte nachfolgen.
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Nach 14 Jahren als Meetingdirektor von Niederösterreichs Leichtathletik-Highlight sagt Gottfried Lammerhuber Adieu. Selbst die Athleten können ihn nicht umstimmen. So appellierte Paradesprinter Markus Fuchs nach seinem 100-Meter-Rekord beim Prokop-Memorial: „Gottfried, wir brauchen dich!“ Doch Lammerhuber beruhigt: Das Spitzenmeeting in St. Pölten wird es weiterhin geben.

NÖN: Sie haben schon im Vorfeld des Prokop-Memorials angekündigt, dass es Ihr letztes Meeting als Direktor sein wird. Bleibt es dabei?

Gottfried Lammerhuber: Ja, ich bin mit dieser Entscheidung bewusst an die Öffentlichkeit gegangen, damit alle wissen, dass ich’s ernst meine. Und für mich selbst, dass ich keinen Rückzieher machen kann (lacht).

Was sind die Hintergründe Ihrer Entscheidung?

Lammerhuber: Ich gehe ohne Groll. Aber ich musste reagieren. Ich habe seit drei Jahren als Direktor die Verantwortung für eine große Schule, bin Verbands- und Vereinsfunktionär und hab’ eine Familie mit vier Kindern. In den Wochen vorm Meeting werden die Nächte sehr kurz. Das ist eine rein ehrenamtliche Geschichte, die in der heißen Phase zum Full-Time-Job wird. Mit vier Stunden Schlaf. Das ging früher. Aber wenn du bald 50 wirst, musst du auf deinen Körper hören.

Die ehemalige Weltklasse-Hürdensprinterin Beate Schrott ist als Ihre Nachfolgerin im Gespräch …

Lammerhuber : Es freut mich sehr, dass Beate bereit ist, mitzuarbeiten. Das Meeting wird es weiter geben, unsere Partner bleiben ja an Bord. Wir setzen uns in den nächsten Wochen zusammen. Ich hoffe, dass sich ein Team findet, das die Aufgaben gemeinsam übernimmt. Und ich bin ja nicht weg, stehe sozusagen Gewehr bei Fuß.

Was muss ein Meetingdirektor mitbringen?

Lammerhuber: Vorleben, worum’s geht. Als Erster kommen und als Letzter gehen. Sich für nichts zu schade sein. Ich hab beim Meeting alles gemacht, bis hin zum Transport der Absperrgitter. Beate ist eine Hacklerin wie ich.