Magna-Elf sicherte sich Sieg gegen Salzburg. Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat in der Fußball-Bundesliga einen Rückschlag erlitten. Der Titelverteidiger kassierte gegen den SC Magna Wiener Neustadt eine 0:1-Niederlage und fiel hinter die Niederösterreicher auf den sechsten Platz zurück.

Erstellt am 07. November 2010 (20:45)
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Den entscheidenden Treffer erzielte Patrick Wolf (27.) in der ersten Hälfte, in der die Mannschaft von Coach Peter Schöttel das Geschehen dominierte. Kapitän Hannes Aigner und Co. gelang damit im sechsten direkten Duell seit dem Wiederaufstieg 2009 der erste Erfolg gegen die Salzburger (1-2-3). Die "Bullen" blieben zum zweiten Mal in Folge in der Liga nach dem 1:1 gegen Rapid sieglos und verloren zum zweiten Mal in den vergangenen fünf Runden.

Die Salzburger hatten sich nach dem Auswärts-0:0 in der Europa League gegen Juventus Turin für das siebente Pflichtspiel innerhalb von 21 Tagen viel vorgenommen, blieben vorerst aber alles schuldig. Die neu formierte Innenverteidigung mit Schiemer für den nur auf der Bank sitzenden Sekagya wirkte keinesfalls eingespielt, dazu fehlten Svento (angeschlagen), der zuletzt starke Wallner und Jantscher (beide kurzfristig erkrankt) an allen Ecken und Enden.

Die Gastgeber übernahmen von Beginn an das Kommando, waren viel aggressiver, zweikampfstärker und hätten auch in Führung gehen müssen. Ein Schuss von Wolf ging am langen Eck vorbei (7.), zudem schoss Simkovic nach einer schönen Kombination mit links etwas stümperhaft neben das Tor (14.).

In der 27. Minute war der Bann aber gebrochen. Nach einem herrlichen Lochpass von Grünwald sorgte Wolf mit einem Lupfer über Tremmel für die völlig verdiente Führung. Die Niederösterreicher kombinierten weiter gefällig nach vorne und waren der Vorentscheidung näher als die "Bullen" dem Ausgleich. Die enttäuschende Mannschaft von Coach Huub Stevens konnte sich keine einzige Chance wirklich herausspielen, halbwegs gefährlich waren nur Weitschüsse von Cziommer (26., 29.), bei denen Fornezzi am Posten war.

Zur Pause brachte Stevens Sekagya für Cziommer um die Defensive zu stabilisieren. Dieser Schachzug ging auf, auch weil die Wiener Neustädter ihre Offensivbemühungen deutlich reduzierten. Die Salzburger zeigten sich auch im Spiel nach vorne verbessert und drängten auf den Ausgleich.

Mendes traf aus 20 Metern nur die Latte (57.), ein Kopfball von Boghossian, die einzige gute Offensivaktion des Solostürmers aus Uruguay, ging knapp am Tor vorbei (67.), genauso wie ein Zarate-Freistoß (70.).

Fußball-tipp3-Bundesliga (14. Runde):
SC Magna Wiener Neustadt - Red Bull Salzburg 1:0 (1:0). Stadion Wiener Neustadt, 3.700, SR Krassnitzer.

Tor: 1:0 (27.) Wolf

Wiener Neustadt: Fornezzi - Thonhofer, Kostal, Ramsebner, Schicker
(64. Klapf)- Wolf (83. Haselberger), Grünwald, Burgstaller, Madl,
Simkovic - Aigner (71. Stanislaw)

Salzburg: Tremmel - Schwegler, Schiemer, Afolabi, Hinteregger -
Mendes - Leitgeb (76. Alan), Cziommer (46. Sekagya), Pokrivac (57.
Hierländer) - Zarate - Boghossian

Gelbe Karten: Schicker, Grünwald bzw. Mendes
Die Besten: Wolf, Simkovic bzw. Leitgeb, Afolab


Die Wiener Neustädter wurden auf der anderen Seite nach dem Seitenwechsel nur mehr einmal brandgefährlich, Tremmel konnte sich aber bei einem Wolf-Schuss sowie dem Nachschuss von Grünwald auszeichnen (74.). Trotzdem brachten die Schöttel-Schützlinge den hauchdünnen Vorsprung über die Zeit und fügten den Salzburgern damit die vierte Saison- und bereits dritte Auswärtsniederlage zu.

Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Trainer): "Wir haben damit spekuliert, dass die Salzburger die vielen Spiele der letzten Wochen merken. Ich bin einfach nur zufrieden. Wir haben die erste Hälfte sehr gut bestritten, Salzburg hat natürlich das Spiel gemacht, wir im Konter aber viele Chancen vorgefunden, aber nur 1:0 geführt. Wir haben uns in der zweiten Hälfte wieder zu weit zurückdrängen lassen, Salzburg hat uns da alles abverlangt, aber heute darf ich nicht meckern, einige Spieler haben sehr gut gespielt."

Dietmar Beiersdorfer (Salzburg-Fußballchef): "Wir sind sehr weit entfernt von der Meisterform. In der ersten Hälfte haben wir sehr viele individuelle Fehler gemacht, Harmoniefehler, es war keine Abstimmung drinnen. Wir hatten Glück, dass wir nicht 0:2 zurück waren. Die Mannschaft hat dann versucht, noch den Ausgleich zu erzielen. Wir haben auch zwei, drei Chancen gehabt, mehr ist aber nicht herausgekommen. Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Man hat gesehen, dass die letzte Aggressivität fehlt, das ist aktuell nicht unsere Stärke, einmal auch die Zähne zu zeigen. Daran werden wir arbeiten, wir haben jetzt eine Woche Pause, das müssen wir besprechen. So dürfen wir uns nicht präsentieren."

Franz Schiemer (Salzburg-Defensivspieler): "Wir haben es in der ersten Hälfte verabsäumt, gut zu spielen. Wir haben Fehler im Spielaufbau gemacht, jede Aktion war ein Konter und eine super Torchance für den Gegner. In der zweiten Hälfte wollten wir uns zurückkämpfen, aber es wollte nicht sein. Wir haben ein neues System probiert, eine offensivere Variante. In der zweiten Hälfte haben wir dann wieder auf unser normales System umgestellt und auch gut Fußball gespielt. Die Situation ist schwierig, aber es hat sich noch keiner absetzen können. Deshalb werden wir bis zum Schluss alles versuchen."

Patrick Wolf (Wiener-Neustadt-Torschütze): "Wir haben verdient gewonnen, weil wir den Sieg mehr wollten. Wir waren aggressiver, bissiger und haben auch die besseren Torchancen gehabt. In der zweiten Hälfte haben wir die letzten Pässe zu unkonzentriert gespielt. Die Spieler sagen schon 'Pippo' Inzaghi zu mir, ich freue mich natürlich sehr. Wir sind im Soll und wollen weiter Punkte sammeln, haben aber keinen Druck."