Melzer im Viertelfinale von Wien. Titelverteidiger Jürgen Melzer ist am Mittwoch ohne Satzverlust ins Viertelfinale der Wiener BA-Tennis-Trophy eingezogen. Sein 7:6(3),7:6(2)-Achtelfinalsieg gegen den Polen Lukasz Kubot war für den topgesetzten Lokalmatador aber kein Spaziergang.

Erstellt am 27. Oktober 2010 (18:49)
NOEN, Andrew Gombert (EPA)
Erst nach 2:12 Stunden hatte er bei seinem Erstauftritt das Achtelfinale gegen den Doppelpartner des Steirers Oliver Marach gewonnen, am Freitag geht es nun mit Philipp Kohlschreiber oder Tobias Kamke gegen einen Deutschen.

Melzer verdankt seinen Erfolg vor allem zwei stark gespielten Tiebreaks, in denen das risikoreiche Spiel Kubots für diesen nicht den gewünschten Erfolg brachte. "Er hat bei meinem zweiten Aufschlag viel getroffen. Daher habe ich versucht, mehr erste (Anm.: Aufschläge) zu haben", erklärte der Deutsch Wagramer. "Das ist mir bei 3:5 im ersten Satz und in beiden Tiebreaks gelungen. Das ist das, worauf es ankommt. Er hat sehr viel riskiert, aber ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Zu solch einer engen Partie hätte es aber gar nicht kommen müssen. Denn beim dritten Sieg im dritten Match gegen Kubot war der Wahl-Wiener in beiden Sätzen mit einem Break vorangelegen. Im exakt eine Stunde dauernden ersten Durchgang musste er nach einer 3:1-Führung vier Game-Verluste in Folge hinnehmen und später einen Satzball abwehren. In Satz zwei lag Melzer 4:1 voran. "Da hätte ich den Sack zumachen können, aber vielleicht war es so gar nicht so schlecht."

Der Weltranglisten-Zwölfte bekam dadurch nämlich Gelegenheit, sich mehr an die Atmosphäre bei seinem Heimturnier (wiederzu)gewöhnen. "Jetzt bin ich im Turnier drinnen und freue mich auf das Viertelfinale. Sein Gegner wurde erst am Mittwochabend im deutschen Duell ermittelt. Das bisher letzte Duell mit Kohlschreiber hatte Melzer im Februar 2009 in der Davis-Cup-Weltgruppe in Garmisch-Partenkirchen nach einer 2:0-Satzführung verloren.

Der Besuch in der Stadthalle während des ersten Melzer-Auftritts nach einem Erstrunden-Freilos war nicht mit dem am Vortag beim Erstrunden-Match Thomas Muster gegen Andreas Haider-Maurer zu vergleichen, allerdings war daran auch die für einen Arbeitstag doch überraschende frühe Ansetzung mitten am Nachmittag Schuld. Im Laufe der Partie füllte sich die Halle zusehends. Melzer: "Es war schon okay. Aber wenn ich einen Wunsch haben darf, dann, dass die Leute noch etwas mehr aus sich herausgehen."