Melzer sieht Team gegen Spanien "nicht chancenlos". Sehr wenig Zeit hat Jürgen Melzer, um sich nach seiner US-Tournee auf den Davis-Cup-Knüller gegen Spanien vorzubereiten. Nur eine Stunde nach der Landung in Wien präsentierte Österreichs Nummer eins am Freitag eine Trainings- und Fitness-Werbekampagne, bereits Sonntag früh geht es mit dem Team nach Spanien, wo Melzer und Co. am Osterwochenende auf das beste Tennis-Team der Welt treffen.

Erstellt am 30. März 2012 (19:16)

"Wir sind krasser Außenseiter, aber nicht chancenlos", ist der Niederösterreicher überzeugt. Titelverteidiger Spanien empfängt vom 6. bis 8. April wohl ohne Superstar Rafael Nadal das ÖTV-Team, das erstmals seit 17 Jahren in einem Weltgruppen-Viertelfinale steht. Nach Siegen über Spanien hat Österreichs Davis-Cup-Mannschaft die bisher größten Erfolge gefeiert und führt daher auch mit 3:1. Beides ist für Melzer aber Schnee von gestern. "Ohne den Alten auf den Schlips treten zu wollen. Aber was war, hat mit heute nichts zu tun. Spanien ist jetzt eine Tennis-Macht, auch ohne Nadal."

Das Erfreulichste: Alle Spieler sind fit, auch Haider-Maurer trotz eines vor zweieinhalb Wochen in Marokko erlittenen Bänderrisses im Knöchel. Österreichs Nummer zwei ist in erstaunlich kurzer Zeit wieder gesund geworden, der Waldviertler kann praktisch das gesamte Vorbereitungsprogramm mitmachen.

Möglich gemacht hat das Dr. Lukas Trimmel, der Bruder des aktuellen ÖTV-Sportdirektors und Davis-Cup-Kapitäns Clemens Trimmel. "Natürlich muss ich in bestimmten Situationen noch aufpassen. Aber der Fuß hält und das ist sehr positiv", erzählte "AHM" nach dem Training und versprach: "Bis nächste Woche bin ich topfit."

Ob Nadal tatsächlich nicht spielt, wird man frühestens am Donnerstag wissen. Aber auch ohne den Superstar sind die Hausherren im Küstenort Oropesa del Mar bei voraussichtlich sehr windigen Bedingungen und auf tiefem Sandboden dank David Ferrer und Nicolas Almagro klare Favoriten. "Ich habe mich in Amerika mit den Spaniern unterhalten und in vier Wochen fünf Teams gehört. Ferrer hat mir versichert, dass er nicht spielt und jetzt ist er dabei. Selbst Kapitän Alex Corretja wusste bis zum Schluss nicht, wer spielt", erheiterte sich Melzer.