Melzer will die Trainerfrage klären. Nach vierwöchiger Verletzungspause hatte sich der Deutsch Wagramer Tennisprofi Jürgen Melzer in Kitzbühel wieder zurückgemeldet, sich seinen Auftritt dort aber wohl anders vorgestellt. Nun warten Übersee und die US Open.

Erstellt am 02. August 2013 (13:21)
Im Achtelfinale scheiterte Österreichs Nummer eins beim "bet-at-home"-Cup an seinem potenziellen Nachfolger Dominic Thiem, und auch im Doppel mit seinem jüngerem Bruder Gerald war im Viertelfinale Endstation. Jetzt Will Melzer in Übersee neu durchstarten, auch mit neuem Trainer.

"Natürlich bin ich über meinen Kitzbühel-Auftritt enttäuscht", gestand Melzer, der erstmals seit vier Jahren in der Gamsstadt wieder aufschlug. "Das einzig Positive ist, dass mein Körper gehalten hat." Ein Leistenbruch links und Hüftbeschwerden behinderten Melzer schon bei seinem Achtelfinal-Aus in Wimbledon, zudem erlitt auf dem Heimflug aus London eine Nierenkolik. Nur zwei komplette Trainingstage konnte er deshalb vor dem heimischen ATP-250-Turnier absolvieren.

Nach Tiroler Sand nun Fokus auf Übersee-Hartplätze

Doch das Kapitel Kitzbühel ist für den 32-jährigen Deutsch Wagramer abgehakt. Die volle Konzentration gilt nun den Hartplatz-Turnieren in Übersee, zu denen er am Sonntag aufbrechen wird. Bei den 1000er-Turnieren in Montreal und Cincinnati, die er als Vorbereitung für die US-Open bestreitet, wird Melzer noch ohne Trainer unterwegs sein. Denn vor gut zwei Wochen trennte er sich überraschend nach neunmonatiger Zusammenarbeit von seinem deutschen Coach Alex Waske und Konditionstrainer Christian Rauscher.

Konnte sich Melzer nach der einvernehmlichen Trennung noch vorstellen, die Saison ohne Trainer zu Ende zu spielen, so kündigte er in Kitzbühel an, dass er bis zu den US-Open einen neuen Betreuer gefunden haben will. "Es gibt viele Gespräche, und es gibt viele Namen", sagte Melzer, "Namen kann ich natürlich derzeit noch keine nennen."

Hoffen auf Setzung bei US Open, "neuer alter" Doppel-Partner

Bei den US-Open hofft Melzer, der derzeit Nummer 34 im ATP-Ranking ist, noch unter die 32 Gesetzten zu rutschen. Denn sowohl in Kanada, als auch in Montreal hat der Deutsch-Wagramer nach dem jeweils frühen Ausscheiden im Vorjahr keine Punkte zu verteidigen. Auch bei den US-Open schied Melzer im Vorjahr bereits in Runde eins überraschend aus.

Fix ist hingegen schon Melzers Zukunft im Doppel. Nachdem er in Wimbledon mit US-Partner James Blake das Viertelfinale erreicht hatte, trat er in Kitzbühel mit Bruder Gerald an. Neuer Partner bis zum Jahresende wird aber ein alter Bekannter: Julian Knowle.

Von 2005 bis 2009 hatten die beiden auf der ATP-Tour vier Titel gewonnen und waren als Doppel auch im Davis Cup erfolgreich. "Wir waren beide auf Partnersuche. Wir haben zusammen schon gespielt, da lag es auf der Hand, dass wir bis zum Jahresende im Doppel gemeinsam auftreten", bestätigte Melzer.