Messi in Unform. Argentinien hat gegen Bosnien zwar 2:1 gewonnen, als Titelfavorit präsentierten sich die Gauchos aber noch nicht. Superstar Lionel Messi hat zwar ein Tor geschossen, ansonsten aber enttäuscht.

Von Frenkie Schinkels. Erstellt am 16. Juni 2014 (10:28)
NOEN, Baldauf
So wird Argentinien nicht Weltmeister. Obwohl die Gauchos praktisch mit dem Anpfiff durch ein Eigentor der Bosnier in Führung gingen, haben sie nie ihre Ruhe im Spiel gefunden. Superstar Messi wurde von seinen Mitspielern zwar gesucht, der lieferte aber Fehlpässe und Ballverluste am Fließband. Nur einmal ließ er nach der Pause sein Können aufblitzen und traf zum vorentscheidenden 2:0. Vielleicht wirkt dieses Tor für Messi befreiend. Aber ganz ehrlich: Ich glaube eher nicht daran. Messi hat die Unform zur WM mitgebracht, die er bei Barcelona schon seit Monaten mitschleppt.

Bosniern fehlte das letzte Selbstvertrauen

Die Bosnier haben gezeigt, dass sie Fußball spielen können. Am Ende hat aber die letzte Überzeugung, das letzte Selbstvertrauen gefehlt. In diesem Spiel wäre für sie weit mehr drinnen gewesen.
Unsere Nachbarn aus der Schweiz haben gegen Ecuador einen Last-Minute-Sieg gefeiert. Trainer Othmar Hitzfeld hat wieder einmal bewiesen, dass er ein Fuchs ist und die richtigen Spieler eingetauscht, die die Tore zum 2:1-Sieg geschossen haben. Für mich wäre aber ein Unentschieden gerechter gewesen. Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe. Beide haben sich für mich aber auch als zu schwach erwiesen, um bei dieser WM wirklich für Furore zu sorgen.

Frankreich könnte sich hingegen noch zu einem Geheimtipp mausern. Sie haben gegen Honduras hochverdient mit 3:0 gewonnen. Trotzdem glaube ich, dass ihnen der verletzte Frank Ribery noch sehr fehlen wird. Interessant war auch, dass beim 2:0 erstmals die Torkamera erfolgreich zum Einsatz gekommen ist. Mit dem freien Auge wäre das unmöglich zu entscheiden gewesen. Bitter war für mich bei diesem Treffer nur, dass er als Eigentor des Torhüters gewertet wurde. Für mich war das ganz klar das Tor von Benzema, der sich damit mit drei Treffern solo an die Spitze der Torschützenliste hätte setzen können.

Gespannt auf Auftritt der Deutschen

Bei den Spielen heute bin ich natürlich auf den ersten Auftritt der Deutschen gespannt. Interessant ist für mich, dass Trainer Jogi Löw vermutlich hinten mit vier gelernten Innenverteidigern spielen wird. Boateng, Mertesacker, Hummels und Höwedes - das zeigt mir, dass Deutschland vorerst einmal hinten dicht machen will. Da schwingt für mich eine gewisse Nervosität mit. Es klingt einfach und abgedroschen, aber für mich stimmt es: Bei Portugal musst du Christiano Ronaldo aus dem Spiel nehmen, dann hast du praktisch schon gewonnen. Dieses Spiel ist nach Spanien gegen Holland und England gegen Italien der dritte große Schlager bei dieser Weltmeisterschaft.

Bei Iran gegen Nigeria bin ich vorerst einmal gespannt, welchen Fußball uns die Iraner anbieten. Wirklich erwarten tue ich mir von dieser Mannschaft nichts. Sie sind für mich der größte Außenseiter dieser WM. Nigeria sollte dieses Spiel gewinnen.

USA nur schwer zu besiegen

Dafür freue ich mich umso mehr auf die Partie USA gegen Ghana. Ich drücke unserem Landsmann Andi Herzog die Daumen, dass er gemeinsam mit Jürgen Klinsmann die Amerikaner zum Sieg coacht. Ich traue ihrer Mannschaft viel zu. Die USA haben sich akribisch auf diese WM vorbereitet. Ich rechne damit, dass sie körperlich topfit sind und mit viel Leidenschaft spielen werden. Die USA wird nur ganz schwer zu besiegen sein. Vielleicht mausern sich gerade die Amerikaner zur Überraschungself bei dieser WM.