„Na logisch bin ich zufrieden“. EM-QUALIFIKATION / Teamchef Didi Constantini lässt die Kritik vor den Spielen gegen Aserbaidschan und Belgien relativ kalt.

Erstellt am 04. Oktober 2010 (00:32)
VON ROUVEN ERTLSCHWEIGER
Im Normalfall ist Teamchef Didi Constantini ein lustiger Zeitgenosse und bekannt für seinen lockeren Schmäh. Bei der Kaderbekanntgabe für die zwei wichtigen EM-Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan (Freitag) und Belgien (Dienstag) kam dem Tiroler diesmal aber kein Lacher aus. Der Grund dafür sind die – nach dem schwachen Auftritt gegen Kasachstan – anhaltenden Diskussionen um seine Person.
Die Frage, ob er sich zurzeit wohl fühle in seinem Job, beantwortet er trotzdem wie aus der Pistole geschossen. „Na logisch bin ich zufrieden. Es tangiert mich nicht, wenn gegen mich Stimmung gemacht wird – ich konzentriere mich nur auf die Mannschaft.“ Und das Gefühl, dass bereits an seinem Sessel gesägt werde, habe er ebenfalls nicht. „Der Teamchef-Posten ist doch immer ein lockerer Sessel“, schmunzelt er im NÖN-Gespräch. „Das ist er nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern.“
Rückendeckung erhält der Tiroler von zwei gewichtigen Landesverbands-Präsidenten – Niederösterreichs Hans Gartner und Burgenlands Karl Kaplan – die sich beide für Constantini aussprechen. „Diese Teamchef-Diskussion ist entbehrlich. Was wir brauchen sind Punkte, keinen neuen Trainer“, so Gartner. „Natürlich ist nicht alles das Gelbe vom Ei, aber wir müssen ruhig weiterarbeiten.“

„Teamchef-Diskussion ist kontraproduktiv“
Karl Kaplan stößt ins selbe Horn: „Das ist lächerlich. Natürlich gefällt mir auch nicht immer alles, was er macht. Aber jetzt künstlich eine Diskussion loszutreten, ist kontraproduktiv.“ In einem sind sich die beiden Präsidenten ebenfalls einig. „In unserer jetzigen Situation müssen wir einfach alle zusammen an einem Strang ziehen.“
Dass es der Teamchef mit seiner Kader-Zusammenstellung nicht immer jedem Recht machen kann, liegt in der Natur der Sache. „Trotzdem ist es wichtig, ihn jetzt in Ruhe arbeiten zu lassen. Er trägt die Verantwortung“, so Kaplan. Entscheidend ist, wie viele Punkte am Ende des Tages in der Tabelle stehen. Nach dem Spiel gegen Aserbaidschan sollen jedenfalls drei dazukommen – ein Sieg oder zumindest ein Punkt in Belgien wäre auch nicht schlecht. Gartner glaubt daran: „Mit etwas Glück können die Burschen das schaffen.“
Erfreulich ist, dass diesmal wieder fünf Akteure aus Niederösterreich im Teamkader stehen. Was sagt Didi Constantini über die

Gründe der Nominierung von …
… Paul Scharner? „Der Pauli hat seine Macken wie jeder andere Mensch auch. Ich bin überzeugt von ihm, auch wenn das viele andere nicht sind. Im Nationalteam spielt er dort, wo ich ihn aufstelle.“
… Marc Janko? „Wenn Marc halbwegs fit ist, kann er uns wirklich helfen. 57 Tore in zwei Jahren sind eine super Visitenkarte für einen Stürmer. Er ist nicht umsonst unser Kapitän.“
… Erwin „Jimmy“ Hoffer? „Jimmy hat mit Kaiserslautern endlich den richtigen Verein gefunden, wo er hingehört. Er ist irrsinnig schnell und passt super ins Team. Für uns ist er sehr wichtig.“
… Stefan Maierhofer? „Stefan ist eine Sturm-Variante, wenn sich Janko verletzt, oder wenn wir gegen kleinere Verteidiger spielen. Von der Einstellung her ist er top. Er ist einfach ein guter Typ, der auch für das Klima in der Mannschaft sehr wichtig ist.“
… Christian Fuchs? „Ich hoffe, dass Fuchsl jetzt auch bei uns endlich so spielt, wie er es zuletzt in Mainz getan hat. Dass er dem Nationalteam mit seiner Qualität weiterhelfen kann, hat er schon öfter unter Beweis gestellt.“
Es liegt in der Hand der Spieler, die Trainer-Diskussion am Köcheln zu halten oder mit guten Leistungen zu ersticken. Auch wenn Constantini betont, – „dass nicht alles falsch sein kann, was wir bis jetzt getan haben, wenn man sich die Ergebnisse ansieht“, – verstummt die Kritik mit Erfolgen schneller …