Nach Davis Cup geht es für Melzer ans fleißige Punktesammeln. Für Österreichs Tennis-Ass Jürgen Melzer gilt die Konzentration nach dem Heim-Davis-Cup am Flughafen Wien gegen Frankreich dem Halten des Top-Ten-Status. Dazu sollte der 29-Jährige aber schon im März bei den Turnieren in Indian Wells und Miami kräftig punkten, denn aus den ersten beiden Monaten des Jahres hat er etwas aufzuholen.

Erstellt am 06. März 2011 (11:40)
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Sein Ziel für 2011 hat Jürgen Melzer mit einem Platz in der Tennis-Weltrangliste von acht bis zwölf schon formuliert. "Klar ist es ein Ziel, das Jahr in den Top Ten zu beenden", meinte Melzer schon in der Vorbereitung auf das Hangar-Duell mit den Franzosen. Als Nummer elf war der Niederösterreicher aus der Saison 2010 herausgegangen, einen Schritt weiter darf es da schon noch gehen. Aber es sei auch schwierig, die Top Ten zu halten. "Mein Ziel ist daher, das Jahr auf einer der Positionen acht bis zwölf zu beenden." Schon zu Saisonbeginn hatte er sich darauf mit seinem Betreuerteam festgelegt.

Insgesamt 270 Punkte hat Österreichs "Sportler des Jahres" in Jänner und Februar gemacht, im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 415 gewesen. Das Defizit erklärt sich primär daraus, dass Melzer wegen der Davis-Cup-Vorbereitung auf ein Antreten in Dubai verzichtet hatte, wodurch ihm ein Halbfinale bzw. 180 Zähler aus der Wertung fielen. Wie dem auch sei, es sind bereits Punkte gutzumachen.

"In Indian Wells und Miami habe ich nicht so viele Punkte zu verteidigen", gab Melzer einen Ausblick auf die März-Aufgaben. "Da kann ich mir einen Polster für die Sandplatz-Saison schaffen." In Indian Wells hat der Deutsch Wagramer ein Achtelfinale, in Miami ein Sechzehntelfinale zu verteidigen. Das ergibt in Punkten 135. Bis Mitte Mai bzw. vor die French Open sind es erneut 415 Zähler. Zum Erreichen des Vorjahresstandes bis vor Paris muss er bis Mitte Mai also noch 560 Zähler machen.

Vom sturen Verteidigen gewonnener Punkte hält Melzer jedoch gar nicht so viel. Es sei gleichgültig, wo gepunktet wird. "Ich muss im Jahr 3.000 bis 3.500 Punkte holen. Wenn man die Ende November hat, zählt man zu den ersten Acht." Nach den beiden anstehenden US-Hartplatz-Klassikern hat Österreichs Nummer eins vor dem Grand Slam in Roland Garros für die Sandplatz-Fixpunkte Monte Carlo, Barcelona, Madrid und Rom geplant.

Wichtig ist dem Weltranglisten-Zehnten heuer zudem ein verbessertes Abschneiden bei den Masters-1000-Turnieren, wie es Indian Wells und Miami sind. "Mir fehlt noch ein Halbfinale bei einem Tausender. Das ist ein Ziel, das anzustreben ist", erklärte der Sieger dreier ATP-Turniere. Melzer wird übrigens exakt am ersten Hauptfeldtag der French Open seinen 30. Geburtstag feiern, nämlich am 22. Mai.

Die Grand Slams stehen bei ihm natürlich weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste, die Australian Open hat er mit dem Achtelfinal-Einzug da schon ganz gut hinter sich gebracht. Auch sei ein Major-Finale keine Utopie. "Wenn man schaut, wer schon aller in einem Grand-Slam-Finale gestanden ist, ist das natürlich möglich", sagte Melzer selbstbewusst. "Ich war ja schon in einem Halbfinale (Anm.: French Open 2010), da fehlt dann nur noch ein Sieg."