Mentalcoach Wolfgang Seidl: „Bewusstsein schaffen“. Reden, aufklären, informieren: Das ist das Rezept von Mentalcoach Wolfgang Seidl.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. März 2019 (01:14)
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Verhaltensregeln aufstellen – das empfiehlt Mentalcoach Wolfgang Seidl.

NÖN: Warum verhalten sich Erwachsene beim Kinderfußball zunehmend aggressiver?

Wolfgang Seidl: Da muss man unterscheiden. Es gibt die Aggressiven und es gibt die Übermotivierten. Erstere bauen soziologisch betrachtet auf dem Fußballplatz ihren Alltagsfrust ab. Das Problem dabei ist auch eine Art Schneeballeffekt, also eine Art des Aufschaukelns.

Und die Übermotivierten?

Seidl: Die sehen für ihre Sprößlinge die große Profikarriere. Oft, weil die ihnen selbst verwehrt blieb. Wir kennen das Phänomen als „Tenniseltern“. Es gibt aber Studien, die belegen, dass sich das ganze aufgrund der raumgreifenden Kommerzialisierung immer mehr auf den Fußball verlagert.

Wie können Vereine, Trainer oder auch andere Eltern reagieren?

Seidl: Das Wichtigste ist, Bewusstsein zu schaffen. Den Übermotivierten erklären, dass fördern und fordern okay ist, zu großer Druck aber kontraproduktiv ist und die Kinder hemmt. Das funktioniert mit klar kommunizierten Verhaltensregeln. Ich bin grundsätzlich gegen ein Ausgrenzen. Aber wenn sich jemand trotz mehrerer Gespräche nicht zu benehmen weiß, muss man auch Konsequenzen setzen.