Große Volleyball- Pläne im Waldviertel. URW Waldviertel möchte österreichischer Meister werden. Ein Nachwuchszentrum soll die Zukunft sichern.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 16. Oktober 2018 (02:51)
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Silvia Atteneder, Langzeit-Obfrau des URW Waldviertel.

Als Vizemeister startete die URW Waldviertel mit einem großen Ziel in die Austrian Volley League: Der Meistertitel soll her. Wohlwissend, dass das ein megaschweres Unterfangen ist. „Aber was sonst sollen wir nach Platz zwei als Ziel ausgeben?“, fragt Obfrau Silvia Atteneder. „Realistischer ist ein Platz unter den Top 4. Für ganz vorne bräuchte man ein Budget von 800.000 bis zu einer Million Euro – davon sind wir weit entfernt.“

Silvia Atteneder (69) hat den Volleyball im Waldviertel salonfähig gemacht. Ende der 1970er-Jahre versammelte der damalige Arbesbacher (Bezirk Zwettl) Gemeindearzt Wolfgang Tscherne eine Handvoll Volleyballbegeisterter um sich, um hobbymäßig zu spielen.

Ein Verein wurde gegründet, Atteneder „riss“ die Verantwortung quasi an sich. „Ich habe zum Telefonhörer gegriffen und den Obmann gefragt, ob ich nicht seinen Job machen könnte. Ich spürte, dass da mehr möglich wäre. Er war so nett und hat mir das Amt überlassen.“ Schmunzelnder Nachsatz: „Heute würde ich das nicht mehr machen.“

In Arbesbach gab’s von der Gemeinde später aber keine adäquate Halle, also übersiedelte der Verein nach Groß Gerungs.

Viel Hoffnung für Nachwuchszentrum

Irgendwann gab’s auch für die dortige Location keine Genehmigung mehr, also kam der Umzug nach Zwettl. Hallen-Umbau und Namensänderung von Arbesbach auf „Waldviertel“ folgten, über ihre Verhandlungen mit der Politik könnte Attender „ein dickes Buch schreiben“.

An die „15 bis 20.000 Besucher“ kommen pro Saison zu den Heimspielen. Dass dabei vorwiegend eine Legionärstruppe zum Einsatz kommt, bringt Atteneder auch manchmal Kritik ein. „Aber ohne diese tollen Legionäre stünden wir als Verein nicht da, wo wir stehen. Sponsoren würdigen eben nur Leistung. Davon profitiert auch der Nachwuchs, weil der Verein so weiter investieren kann.“

Eine solche Investition ist das neu geschaffene Nachwuchszentrum. Die Volleyball-Talente (elf bis 19 Jahre) des gesamten Waldviertels bis Krems-Land werden künftig in Zwettl trainiert, Stützpunktleiter ist Michal Peciakowski. Der Verein erhofft sich davon sehr viel. „In erster Linie natürlich Eigenbauspieler für die AVL“, sagt Atteneder. Aber auch die übrigen Volleyball-Vereine des Waldviertels werden profitieren. Eine schulische Kooperation für die Elf- bis 14-Jährigen gibt’s bereits mit der Sportmittelschule Zwettl, eine sportliche mit der Sportunion Zwettl.

Wie lange Langzeit-Obfrau Atteneder noch an Bord bleibt? „Sicher noch bis zur nächsten Vorstandswahl.“ Die ist in zwei Jahren …