Nationales Frauenfußball-Zentrum in St. Pölten. Der ÖFB will in den kommenden Jahren den Frauen-Fußball stärker in den Mittelpunkt rücken. Beleg dafür ist die Errichtung des "Nationalen Zentrums für Frauenfußball", das am Montag unter anderem von ÖFB-Präsident Leo Windtner, Sportminister Norbert Darabos und der niederösterreichischen Landesrätin Petra Bohuslav präsentiert worden ist.

Erstellt am 21. März 2011 (13:43)
In dem in St. Pölten beheimateten Zentrum sollen in den kommenden Jahren zahlreiche Spitzenspielerinnen ausgebildet werden, wodurch wiederum die Frauen-Nationalmannschaft profitieren könnte. Das Projekt startet ab dem nächsten Schuljahr. Zunächst sind darin rund 20 der talentiertesten österreichischen Mädchen hauptsächlich aus den Jahrgängen 1995, 1996 und 1997 erfasst. Die Kickerinnen besuchen das Bundesoberstufenrealgymnasium oder die Bundeshandelsschule für Leistungssportlerinnen in St. Pölten und erhalten parallel dazu eine fußballerische Ausbildung.

Hauptverantwortlich dafür ist Ex-Admira-Trainer Dominik Thalhammer, der als sportlicher Leiter des Zentrums fungiert. "Auch durch diese Einrichtung wollen wir bis 2016 zur Spitze des europäischen Frauen-Fußballs gehören", erklärte Thalhammer. Dieses Ziel könnte durch die steigende Popularität des Frauen-Fußballs in Österreich tatsächlich erreicht werden. Derzeit sind beim ÖFB 17.000 Spielerinnen gemeldet, rund 350 Frauen-Mannschaften nehmen am geregelten Meisterschaftsbetrieb teil - diese Zahl hat sich seit 2002 mehr als verfünffacht.

"Wir haben im Frauen-Fußball an der Basis gewaltig zugelegt", erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner und sprach im Zusammenhang mit dem neuen Zentrum von der "Realisierung einer Vision, die wir seit Jahren haben". Die Einrichtung in St. Pölten soll nun die frühe Abwanderung von Talenten ins Ausland verhindern und baldige Erfolge auf Nationalteam-Ebene ermöglichen. "Mit dieser Einführung bin ich zuversichtlich, dass wir mit dem A-Team oder dem Nachwuchs irgendwann eine Endrunde erreichen", sagte Frauen-Teamchef Ernst Weber.

Auch Sportminister Norbert Darabos war voll des Lobes für das Zentrum. "Dieses Projekt ist geeignet, den Aufwärtstrend im österreichischen Frauen-Fußball fortzusetzen." Sein Ministerium beteiligt sich in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt einer Million Euro an der Einrichtung, die in der End-Ausbaustufe 892.000 Euro pro Jahr kosten wird.

Vom Land Niederösterreich kommen jährlich 150.000 Euro, vom ÖFB knapp 290.000 Euro, von den Landesverbänden 100.000 Euro, vom niederösterreichischen Verband 50.000 Euro und von der Bundesliga 25.000 Euro per anno. Der Rest wird aus Elternbeiträgen lukriert. Ein Monat im Internat schlägt mit 310 Euro zu Buche, wobei der ÖFB die Hälfte davon bezahlt.