Entsetzen nach Skandal um mögliche Spiel-Manipulationen. Fünf Spieler des UBSC Graz stehen unter Verdacht Spiele manipuliert zu haben. Die NÖN fragte bei den drei blau-gelben Superliga-Vereinen nach und liefert die Reaktionen.

Von Malcolm Zottl, Wolfgang Wallner und Christoph Nurschinger. Erstellt am 29. Januar 2020 (12:33)
UBSC Graz-Manager Michael Fuchs (vorne) und Superliga-Geschäftsführer Tomas Kanovsky standen am Dienstag den Medien Rede und Antwort.
APA/Erwin Scheriau

Schock in der heimischen Basketball-Szene: Fünf Spieler des UBSC Graz stehen unter Verdacht Spiele der höchsten Spielklasse manipuliert haben. In einer Aussendung der Staatsanwaltschaft Graz heißt es: „Im Konkreten sollen sie den Ausgang der Spiele durch schwache Leistungen, spielentscheidende Fehler, vorgetäuschte Verletzungen und dergleichen gezielt zum Nachteil des Vereins beeinflusst haben."

Konsequenzen noch unabsehbar

Der Verein selbst erstattete Anzeige. Die beschuldigten Spieler (schwerer gewerbsmäßiger Betrug) sind nicht mehr Teil des Vereins. Nähere Details zu diesem Fall sind bisher nicht bekannt, auch welche Folgen dieser mutmaßliche Betrugsskandal für die laufende Saison hat, ist noch unklar. Auf NÖN-Nachfrage wurde vonseiten der Liga auf das laufende Verfahren verwiesen, so lange können keine Konsequenzen ergriffen werden. Im Rahmen des Cup-Finalturniers werde allerdings mit allen Vereinen gesprochen. Der Dialog sei wichtig, die letzte Entscheidung, welche Folgen den Grazern drohen, liege aber natürlich bei der Liga.

Traiskirchen wäre für Punkteabzug

Am unmittelbarsten der NÖ-Clubs sind die Traiskirchen Lions von dieser Causa betroffen, die am heutigen Mittwoch in die Qualifikationsrunde (Plätze 7-10 nach dem Grunddurchgang) starten. Dort spielen auch die Grazer. Traiskirchen-Obmann Ernst Nemeth hatte beim NÖN-Telefonat am Dienstag nur die Informationen aus den Medien. Wenn es nach ihm gehe, würde er von drakonischen Strafen gegen den UBSC Graz absehen: „Ich bin nicht für einen Zwangsabstieg oder ähnliches. Aber dass sie jetzt einfach mit fünf neue Spieler holen und so weiterspielen als wäre nichts gewesen, kann es auch nicht sein.“ Nemeth schwebe ein Punkteabzug der Grazer vor.

Sankt Pölten zeigt sich fassungslos

Der Skandal und ein Imageverlust für den heimischen Basketball sei wohl kaum abwendbar. Der gleichen Meinung ist Liga-Rookie Sankt Pölten. „Eine Katastrophe und ein Imageverlust für den österreichischen Basketball“, war SKN-Coach Andreas Worenz entsetzt. „Ich hoffe, dass es nicht allzu große Auswirkungen hat. Schade, dass der Basketball in den negativen Schlagzeilen ist, gerade vor dem Cup Final-Four.“ Unregelmäßigkeiten in den Duellen mit den Steirern hat Worenz nicht bemerkt: „Wir haben gegen Graz eine starke Leistung geboten, ich hatte nicht das Gefühl, dass sie nur mit Halbgas gespielt haben.“

Absolutes No-Go für die Dukes

Welche Spiele manipuliert wurden, ist bisher nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Gegen Traiskirchen feierten die Grazer im Grunddurchgang einen Sieg. Die restlichen fünf Partien gegen die NÖ-Vertreter verlor der UBSC. So auch beide Begegnungen gegen die Dukes aus Klosterneuburg. Auch dort löst der Fall Bestürzung aus. „Das ist natürlich ein absolutes No-Go und auf jede Art und Weise abzulehnen. Es gibt extra Schulungen von Seiten der Liga um solche Vorfälle zu verhindern, es kann sich also keiner rausreden. Für Graz als Verein ist die Situation natürlich sehr schwer, weil du nie zu hundert Prozent verhindern kannst, dass ein schwarzes Schaf dabei ist. Bestraft gehören aber die Personen und nicht der Verein,“ äußerte sich Dukes-Coach Werner Sallomon.

Bei den Matches gegen die Steirer sei es zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen, was eine Manipulation aber nicht gänzlich ausschließen soll. „Uns ist nichts aufgefallen. Du machst dir darüber auch einfach keine Gedanken, weil du nicht davon ausgehst, dass jemandem in unserer Liga so etwas einfällt“, kommentierte Dukes-Manager Matthias Hager, der hofft dass das Sportliche von diesen Negativschlagzeilen nicht zu sehr in den Schatten gestellt wird. Immerhin kämpfen mit den Dukes und Sankt Pölten zwei blau-gelbe Teams am Wochenende um den Cup-Titel beim Final Four in Schwechat.