NÖ-Duell um's Bundesliga-Ticket. Wr. Neustadt und die Admira eint ein Ziel: Der Verbleib in Österreichs höchster Spielklasse. Zuversicht versprühen beide NÖ-Klubs, Recht behalten wird wohl nur einer. Am Wochenende startet die Bundesliga.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 11. Februar 2015 (15:23)
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Günter Kreissl, Gerhard Goldbrich, Andreas Müller und Alexander Friedl testen den Freistoßspray, der ab sofort in der Bundesliga eingesetzt wird.
Die rote Laterne steht in Wr. Neustadt am gewohnten Plätzchen. Doch bislang hat der SC das ungeliebte Utensil stets weitergereicht. Das soll auch heuer so bleiben, sagt Günter Kreissl.

„Mit Dreipunkte-Regel kann sich keiner sicher sein“

„Wenn ich die Körpersprache der Mannschaft beobachte, wenn ich sehe, wie alle mitgehen, macht mich das zuversichtlich“, erklärt der Sportmanager.

Ähnliche Töne kommen aus der Südstadt. „Wir haben uns gut verstärkt“, findet Admiras General Manager Alexander Friedl, „im Duell mit Wr. Neustadt werden wir die Nase vorne haben. Wobei sich bei der Dreipunkte-Regel keiner sicher sein kann.“

Drei Zähler trennen die Knaller-Kicker vom Schlusslicht, fünf Punkte fehlen auf den Achtplatzierten Ried. Wie im Lotto so in der Bundesliga: Alles ist möglich.

Frisches Blut für den „Patienten“ aus der Südstadt

Mit frischem Blut will die Admira dem „Patienten aus der Südstadt“, der im Herbstfinish gehörig geschwächelt hatte, wieder Leben einhauchen. „Speziell von Toni Vastic im Sturm erwarten wir uns viel“, verrät Friedl.

Der aus St. Pölten geholte Konstantin Kerschbaumer sei als „Motor im Mittelfeld“ gefragt, der bei Rapid am Abstellgleis gelandete Lukas Grozurek „brennt darauf, allen zu zeigen, dass er das Zeug hat für die Bundesliga“, meint der Admira-Manager.

Und Markus Blutsch? Der LASK-Kicker muss vorerst als „Perspektivspieler“ um seinen Platz im Kader kämpfen. Jünger ist sie geworden, die Admira. 13 Kicker aus der eigenen Akademie bilden die Basis des Bundesliga-Aufgebots.

„Das ist unser Weg, dem wir treu bleiben“, sagt Friedl. Und weil die im Herbst verletzten Stephan Zwierschitz und Maximilian Sax wieder an Bord sind, zeigt sich der Admira-Manager bei der Bundesliga-Pressekonferenz zuversichtlich, dass in der Südstadt auch künftig „Erstklassiges“ zu sehen sein wird.

Neustädter mit Schweden-Bomber statt „Major“

Der neue „Major“ heißt Philipp Hellquist. „Dass uns Stefan Maierhofer verlassen wird, war abzusehen“, kennt Wr. Neustadts Sportmanager Kreissl die Mechanismen im Fußballgeschäft. Doch der 23-jährige Schweden-Bomber, der Maierhofer ersetzen soll, macht bislang einen guten Eindruck: „Mit ihm werden wir noch viel Freude haben.“

Mit Sebastian Wimmer holte man noch einen Sechser aus Horn, ebenfalls mit Erstliga-Erfahrung im Gepäck kommt Dominik Hofbauer aus St. Pölten retour. „Zwei gute Spieler, vielseitig einsetzbar“, urteilt Kreissl.

Trainer Helgi Kolvidsson hat in der Vorbereitung viel mit seinen Burschen gearbeitet – vor allem an den Knackpunkten im Herbst. Die da wären: „Das Spiel gegen den Ball und die Anzahl der Gegentore. Das muss besser werden.“ Dem Isländer traut Kreissl das Husarenstück zu. Wr. Neustadt braucht die Bundesliga, zumal's nun wirklich etwas werden sollte mit dem Stadion-Neubau.

Komfort soll in Liga kein Fremdwort bleiben

Eine Entwicklung, die Bundesliga-Boss Hans Rinner zu schätzen weiß. „Ich bin begeistert, wie viel sich bewegt bei den Vereinen“, sagt Rinner, „der Grundsatzbeschluss zur Errichtung des neuen Stadions in Wr. Neustadt ist positiv. Ebenso die Bemühungen der Admira zum Einbau einer Rasenheizung.“

Der Präsident ist sich im Klaren, dass „wir in Österreich noch viel Aufholbedarf haben“. Den sah man offenbar auch bei den Wiener Violetten. Seit Mitte Jänner ist der Laxenburger Franz Wohlfahrt als Austria-Sportdirektor am Zug. Und er hat in der Winterpause kräftig eingekauft, u.a. den Teesdorfer Raphael Holzhauser aus Stuttgart geholt.

Wohlfahrt: „Platz sechs ist nicht unser Anspruch“

Ex-St. Pölten-Coach Gerald Baumgartner  hat nun die Qual der Wahl. „Platz sechs ist nicht unser Anspruch. Deshalb haben wir Spieler für die Zukunft geholt, die uns schon jetzt weiterhelfen“, sagt Wohlfahrt.

Nach vorne orientieren will man sich naturgemäß bei Sturm Graz und Rapid Wien. „Wenn Red Bull schwächelt, wollen wir zuschlagen“, versichert Andreas Müller, der Sportdirektor bei den Grün-Weißen.

Und Sturms General Manager Gerhard Goldbrich sieht die Grazer bereit für's europäische Parkett: „Im Sommer wollen wir wieder international spielen."