ÖFB-Team erledigte Pflichtaufgabe. Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat in der WM-Qualifikation gegen die Färöer die Pflichtaufgabe erfüllt und fertigte die Gäste mit einem 6:0 ab.

Erstellt am 22. März 2013 (22:38)

Die Truppe von Teamchef Marcel Koller feierte am Freitag vor 24.200 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion gegen die Färöer einen souveränen 6:0-(3:0)-Heimsieg und tankte damit Selbstvertrauen vor dem Auswärtsspiel am Dienstag in Dublin gegen Irland.



Ein Held des Abends war Philipp Hosiner mit seinen Treffern in der 8. und 20. Minute, die weiteren Tore steuerten Andreas Ivanschitz (28.), Zlatko Junuzovic (77.), David Alaba (78.) und György Garics (82.) bei. Dabei war Hosiner ursprünglich gar nicht für die Startformation vorgesehen gewesen - der Austrianer rutsche lediglich wegen einer Verletzung von Marc Janko beim Aufwärmen in die Anfangself.

Der Burgenländer drückte der Partie von Anpfiff weg seinen Stempel auf. Bereits nach 38 Sekunden scheiterte Hosiner nach Junuzovic-Pass am Färöer-Goalie Gunnar Nielsen, in der 6. Minute fand der Stürmer mit einem Volley nach Vorlage von Alaba ebenfalls in Nielsen seinen Meister.



Zwei Minuten später aber war der Bann gebrochen: Christian Fuchs spielte einen scharfen Querpass zur Mitte, Hosiner übernahm den Ball direkt und stellte auf 1:0. In der 13. Minute kam der 23-Jährige nach einem Laufduell mit Rogvi Baldvinson im Strafraum zu Fall, anstelle eines Elfmeters gab der ukrainische Schiedsrichter Oleksandr Derdo allerdings wegen einer angeblichen Schwalbe Gelb für den ÖFB-Spieler.

Davon unbeeindruckt erhöhte Hosiner in der 20. Minute auf 2:0. Nach einem Fehler von Odmar Faerö überspielte er Nielsen und schoss trocken ein. Danach hatte Junuzovic in der 23. und 24. Minute die Gelegenheit auf das 3:0, ehe Ivanschitz für klare Verhältnisse sorgte. Der Mainz-Legionär war mit einem Schlenzer aus rund 20 Metern erfolgreich.

Das Match lief weiterhin wie auf einer schiefen Ebene in Richtung Färöer-Tor, große Chancen blieben jedoch bis zur Halbzeit aus. Die Färöer wehrten sich tapfer, verbarrikadierten sich nicht vor dem eigenen Strafraum, sondern praktizierten phasenweise Pressing in der gegnerischen Hälfte und wurden auch einmal gefährlich: In der 43. Minute parierte Goalie Heinz Lindner, der den verletzten Robert Almer vertrat, einen Kopfball von Baldvinson.

Auf Seite 2: In der zweiten Hälfte legte das ÖFB-Team nach


In der zweiten Hälfte änderte sich nichts an der Charakteristik der Partie. Die Österreicher diktierten klar das Geschehen und versuchten, mit konzentriertem Spielaufbau zum Erfolg zu kommen. Dies hätte sich in der 52. Minute fast bezahlt gemacht, als Alaba nach Zuspiel von Marko Arnautovic nur die Latte traf. In der 61. Minute prüfte Arnautovic mit einem Distanzschuss Nielsen, der kurz darauf fast ein Eigentor fabriziert hätte - der Tormann wehrte eine abgefälschte Flanke von Alaba an die eigene Latte.

Im Finish legten die Österreicher noch einmal einen Gang zu und machten den Kantersieg perfekt. Junuzovic versenkte in der 77. Minute den Ball von der Strafraumgrenze im langen Eck, eine Minute später flanke Hosiner auf den eingewechselten Andreas Weimann, der per Kopf für Alaba ablegte - der Bayern-Profi zog direkt ab und stellte auf 5:0. Für den Endstand sorgte Garics mit einem haltbaren Distanzschuss in der 82. Minute.

Österreich - Färöer 6:0 (3:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 24.200 Zuschauer, SR Derdo (UKR)


Tore:
1:0 Hosiner (8.)
2:0 Hosiner (20.)
3:0 Ivanschitz (28.)
4:0 Junuzovic (77.)
5:0 Alaba (78.)
6:0 Garics (82.)

Österreich: Lindner - Garics, Dragovic, Pogatetz, Fuchs (72./Suttner) - Kavlak (56./Leitgeb), Alaba - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz (63./Weimann) - Hosiner

Färöer: Nielsen - Naes, Justinussen, Faerö, Baldvinsson - Hansson, Benjaminsen, Samuelsen (72./Jacobsen), Elttör (87./Gregersen) - Holst, Edmundsson (78./Hansen)

Gelbe Karten: Hosiner bzw. Hansson, Naes, Benjaminsen

Auf Seite 3: Reaktionen und Stimmen anch der Partie

Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Wir haben uns das natürlich gewünscht, aber man kann nicht davon ausgehen. Wir haben unsere Sache heute sehr gut gemacht. In der ersten Hälfte haben wir gut gespielt, gut kombiniert, hatten eine gute Bewegung und auch die Passgenauigkeit hat gestimmt. Wir sind auch bei Ballverlust gleich nachgegangen, so muss man spielen. Die Mannschaft hat die Leistung gezeigt, die sie zeigen kann. So muss es weitergehen. Der Sieg ist schön und gut für die Stimmung. Es ist wichtig, dass wir auf uns schauen und jetzt in Irland ein gutes Spiel zeigen."

Zu Philipp Hosiner: "Wir wissen ja was er draufhat, was er kann, er hatte das bei uns noch nicht gezeigt, heute hat er aber seine Chance genutzt. Wir sind froh, dass er die Tore gemacht hat, er hätte auch noch Chancen für mehr Tore gehabt."

David Alaba (ÖFB-Torschütze): "Wir haben als Mannschaft sicher sehr gut gespielt, haben versucht, das umzusetzen, was wir trainiert haben. Das ist uns ganz gut gelungen, das hat man im Spiel sehen können. Es war uns klar, dass es leichter wird, wenn wir schnell ein Tor erzielen. Wir haben aber immer weitergemacht. Es ist etwas Schönes, ein Tor schießen zu dürfen, wichtiger ist aber, dass wir die drei Punkte gemacht haben. Philipp hat ein sehr gutes Spiel gemacht, da kann ich nur gratulieren. Wir sind uns bewusst, dass am Dienstag ein stärkerer Gegner auf dem Platz stehen wird."

Philipp Hosiner (ÖFB-Doppel-Torschütze): "Die Freude ist natürlich sehr groß, leider bin ich aber nur durch die Verletzung von Marc in die erste Elf gerutscht. Ich habe unerwartet die Chance bekommen und denke, dass ich sie genutzt habe. Ich habe meinen Teil zum Erfolg beitragen können. Ich bin sehr gut reingekommen in die Mannschaft, bin gleich zu sehr guten Chancen gekommen und nach dem 1:0 war der Knoten geplatzt. Wir haben den Zuschauern einiges bieten können. Es ist ein Traum von mir gewesen als kleiner Bursch, im Nationalteam zu treffen, es ist super, dass der in Erfüllung gegangen ist."

György Garics (ÖFB-Torschütze): "Hoffentlich geht es so weiter. Wir haben gut gespielt, sechs Tore geschossen, auch wenn das gegen einen schlechten Gegner war, so ist es nicht alltäglich. Wir müssen aber die Kirche im Dorf lassen, die Euphorie bremsen. In drei Tagen erwartet uns ein schwieriges Spiel. Irland hat vorne und hinten Spieler, die mehr Qualität haben, es wird ein ganz anderes Spiel sein. Da wird man sehen, wie weit wir wirklich sind."

Marc Janko (angeschlagener ÖFB-Stürmer): "Beim Abschlusstraining haben die Adduktoren ein bisschen zugemacht. Wir haben beschlossen, dass wir kein Risiko eingehen und schauen, dass ich gegen Irland zu 100 Prozent fit bin. Das Spiel ist perfekt gelaufen, es war ein gelungener Abend, die viel zitierte Pflichtaufgabe. Philipp hat seine Sache sehr gut gemacht."

Lars Olsen (Färöer-Teamchef): "Die Österreicher waren heute viel besser als wir. Das Spiel hat für uns schlecht begonnen, wir haben schon nach wenigen Sekunden eine große Chance zugelassen und sind dann 10, 15 Minuten lang sehr nervös gewesen. In der zweiten Hälfte waren wir ein bisschen besser. Dann haben wir aber in der Schlussphase wieder drei Fehler gemacht, die zu Toren geführt haben. Wenn ich die Leistung der österreichischen Mannschaft heute mit der Leistung der Schweden auf den Färöern vergleiche, war Österreicher viel besser als Schweden."