Alles zum Sport-Comeback im Mai. Zutrittstests und Maskenpflicht „begleiten“ die Öffnungsschritte am kommenden Mittwoch.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:50)
Symbolbild
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Mehr als ein halbes Jahr stand das Sportkarussell in vielen Bereichen still. Abseits der „Profiblase“ hieß es in den Mannschaftssportarten“ mit Körperkontakt: „Bitte warten!“ Am nächsten Mittwoch (19. Mai) ändert sich das. Bis auf Großveranstaltungen im „öffentlichen Raum“ (wie etwa Volksläufe) ist vieles wieder erlaubt.

Freilich sind Zutrittstests das Ticket für Teamsportaktivitäten – für die Sportler wie auch für die Fans. „Für Details müssen wir den endgültigen Verordnungstext abwarten“,sagt NÖFV-Geschäftsführer Heimo Zechmeister.

Was müssen aktive Sportler ab 19. Mai beachten?

Für Trainings und Matches gilt: Eine Impfung, ein aktueller Test oder eine überstandene Corona-Infektion (nicht länger als sechs Monate zurückliegend) muss nachgewiesen werden. Welche Tests gelten überhaupt und wie lange „zählen“ sie? Die genaueren PCR-Tests sind für 72 Stunden aktuell, Antigen-Schnelltests – wie sie beispielsweise in den NÖ-Teststraßen angeboten werden – gelten 48 Stunden, Nasenbohrer-Selbsttests (mitgefilmt per Handy) für 24 Stunden. Für eine volle Trainingswoche dürfte es also auf dreimal testen hinauslaufen.

Geimpfte Sportler bekommen ihren „Freifahrtsschein“ 22 Tage nach dem Erststich. Und was gilt für Menschen, die eine Infektion hinter sich haben? Da zählt der Absonderungsbescheid (Quarantäne), der nicht älter als sechs Monate sein darf.

Über Trainingslisten sollen die anwesenden Sportler erfasst werden, um bei einem Covid-Fall schnell reagieren zu können.

Für die Besucher gilt: Test, überstandene Covid19-Infektion oder Impfung – für die Fans, die ab kommender Woche wieder auf den Sportplatz dürfen, gilt ähnliches wie für die Sportler selbst. Auch sie müssen nachweisen, dass eine „nur geringe epidemiologische Gefahr“ von ihnen ausgeht. Dazu kommen mit der Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken sowie der Registrierungspflicht weitere Sicherungsnetze, die die Politik für notwendig erachtet. Kinder unter 14 Jahren können „maskenlos“ mitfiebern. Und: Grundsätzlich ist am Sportplatz das Abstandsgebot (zwei Meter) einzuhalten.

Darauf müssen die Vereine ihr Augenmerk legen: Wie schon im Herbst müssen die Klubs für die Sportstätten ein Covid19-Präventionskonzept erstellen. Dafür muss wieder ein eigener Covid19-Beauftragter namhaft gemacht werden. Dieser zeichnet für die Erarbeitung des Konzepts verantwortlich, ist jedoch nicht für die Kontrolle und Einhaltung haftbar. Die Vereine müssten „nicht Gesundheitspolizei spielen“, hat NÖFV-Präsident Hans Gartner im Herbst schon zur analogen Regelung gemeint. „Die Ordner können nur ersuchen, informieren, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.“

Dafür dürfen die Fans wieder auf den Platz. Die Kapazität der Anlage darf allerdings nur zur Hälfte ausgeschöpft werden, eine entsprechende Distanz bei den besetzten Plätzen ist einzuhalten. Mit zugewiesenen Sitzplätzen werden outdoor maximal 3.000 Besucher behördlich erlaubt, in Innenräumen sind es 1.500 Personen. Ohne fixe Sitzplätze liegt das Maximum drinnen wie draußen bei 50.

Achtung: Auch bei Ausnützung der „50er-Regelung“ muss das Match/der Wettbewerb bei der Bezirkshauptmannschaft (bzw. dem Magistrat) angezeigt werden. Darüber hinausgehende Events müssen von der Behörde bewilligt werden. Die Klubs müssen hier also eine gewisse Vorlaufzeit einplanen, um etwa Turniere im Juni auf die Beine stellen zu können.

Für das erforderliche Präventionskonzept stellt der ÖFB in den nächsten Tagen ein Muster zum Download zur Verfügung. Eine Genehmigung durch die BH ist nicht nötig. Allerdings: Bei einer Stichprobenkontrolle muss der Klub vorweisen, dass es ein Präventionskonzept gibt.

Wer haftet bei Verstößen?

Eine heikle Frage. Der Verband will sich dazu erst nach Durchsicht des fixen Verordnungstextes festlegen. Grundsätzlich ist der Verein als „Veranstalter“ von Trainings und Matches für die Kontrolle verantwortlich – und könnte zur Kasse gebeten werden, wenn Aktive oder Besucher ohne Zutrittstest bzw. Impfnachweis am Platz erwischt werden. Eine Verwaltungsstrafe könnte auch Sportlern/Besuchern drohen, wenn sie sich ohne entsprechenden Nachweis „reinschummeln“.

Was gilt in der Sportplatzkantine?

Für Matches wie Kantinenbetrieb gilt die Sperrstunde von 22 Uhr. Das „Stehachterl“ ist nicht erlaubt, Speisen und Getränke dürfen nur sitzend konsumiert werden. Und Vereinsfeste sind in den nächsten Wochen vorerst nicht zulässig.

Was bedeuten diese Regeln für den Meisterschaftsbetrieb?

Das lässt sich noch nicht sagen. Die Regelung ist mit 30. Juni befristet. Das heißt: Geht‘s bis dahin mit den Kennzahlen der Pandemie weiter nach unten, dürfen Sportvereine und Aktive von der Rücknahme einiger Restriktionen ausgehen.