Österreichs "halber Heim-GP" in Ungarn steht bevor. Die bevorstehende Rückkehr des Formel-1-Grand-Prix von Österreich überstrahlt auch das Rennen, das die heimischen Fans in den vergangenen Jahren als dessen Ersatz adoptiert haben.

Erstellt am 24. Juli 2013 (10:34)

Eine Hitzeschlacht wird am Wochenende in Ungarn erwartet - und das erstmals auf neuen Reifen, die den Vorjahresmodellen ähneln. Weltmeister Sebastian Vettel will seine WM-Führung weiter ausbauen.

34 Punkte liegt Vettel zur Saisonhalbzeit vor seinem ersten Verfolger Fernando Alonso im Ferrari. Einen Umsturz der Hackordnung befürchtet er durch die adaptierten Pirelli-Pneus, die vergangene Woche in Silverstone getestet worden sind, nicht. "Allzugroß ist der Unterschied nicht", meinte der Red-Bull-Pilot. "Aber wir werden sehen, wie die 2012er-Reifen auf die langen Kurven und die Hitze reagieren."

Mehr als 35 Grad sind für das Wochenende prognostiziert, dazu bleibt es mit großer Wahrscheinlichkeit trocken. "Dadurch kann man sich am Freitag schnell auf die Reifenänderungen einstellen", erklärte der frühere F1-Pilot Alexander Wurz. Die Gummis spielen zwar weiterhin eine große Rolle, das gelte aber eher für die Strategien. "Zur Überhitzung sollte es in Ungarn wegen der Streckencharakteristik nicht kommen."

Pirelli hatte sich unter dem Eindruck mehrerer gefährlicher Reifenplatzer Ende Juni in Silverstone entschieden, zur Struktur des Vorjahres zurückzukehren. Diese könnte laut Experteneinschätzung Ferrari und Lotus zugutekommen, weil deren Autos durch den kontrollierteren Abbau verschiedene Strategien ermöglichen - etwa einen Boxenstopp weniger oder mehr Runden auf der schnelleren, weicheren Mischung.

Dazu kommt die vom Automobil-Weltverband (FIA) aus Sicherheitsgründen von 100 auf 80 km/h reduzierte Geschwindigkeitsbeschränkung in der Box. Eine Durchfahrt dauert dadurch in Ungarn etwa vier Sekunden länger. Ex-Pilot Gerhard Berger favorisiert dennoch Vettel. "Theoretisch ist es Red Bull. Aber ich gehe davon aus, dass in der Hitze auch der Lotus ganz gut gehen kann", meinte der Tiroler.