Jürgen Melzers Pläne als Sportdirektor. Daviscup-Halbfinale, Forcierung des Nachwuchses – die Ziele des neuen ÖTV-Sportdirektors Jürgen Melzer sind hoch.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 20. Januar 2021 (03:28)
Jürgen Melzer
APA

Seit 1. Jänner ist Jürgen Melzer ganz offiziell neuer ÖTV-Sportdirektor. Daneben wird der 39-jährige Deutsch-Wagramer Österreichs bester Dame, Barbara Haas, als Trainer zur Verfügung stehen.

Ungewöhnlich war’s allemal, als im Oktober ÖTV-Präsident Magnus Brunner Jürgen Melzer via Live-Schaltung der Öffentlichkeit vorstellte. Im Jänner war für den Deutsch-Wagramer Dienstbeginn.
APA/Fohringer

Zudem will er sich 2021 – wenn möglich – auch als Spieler noch ganz offiziell verabschieden. Es gibt also genug zu tun für den Weinviertler, im Gespräch mit der NÖN gibt er einen ersten Überblick ...

... über die ersten Wochen als ÖTV-Sportdirektor?

„Momentan wäre ich froh, wenn der Tag 48 Stunden hätte. Ich bin dabei, alles und jeden kennenzulernen, mir einen ersten Überblick zu verschaffen, quasi eine Bestandsaufnahme, was wir haben bzw. brauchen.“

... über die ersten Ziele?

„Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer zu definieren, aber eines ist fix, ich will, dass wir das Leistungszentrum Südstadt auf noch professionellere Beine stellen. Und dass mir die Nachwuchsarbeit am Herzen liegt, das ist ja ohnehin bekannt.“

... über die Zusammenarbeit mit Barbara Haas?

„Ich war jetzt mit ihr in Dubai, bei der Qualifikation für die Australien Open, wo sie leider in der ersten Runde ausgeschieden ist. Jetzt trainieren wir gemeinsam in der Südstadt, dazu werde ich sie fünf bis sechs Wochen im Jahr als Touring-Coach begleiten. Mehr ist aber nicht möglich. Ganz grundsätzlich möchte ich ihr helfen, dass sie den Sprung unter die Top-100 schafft, weil das Potenzial da ist. Sie ist gut ausgebildet und hat enormes Talent.“

... über die Ziele für 2021?

„Mein größtes Ziel ist es mehr Nachwuchsspieler in die Qualifikation und die Hauptbewerbe der Jugend Grand-Slam-Turniere zu bringen. Da sind wir im Moment extrem dünn besetzt.“

... über sein eigenes Karriereende?

„Ich habe mir die Entscheidung schon während der gesamten Saison 2020 lange und gut überlegt. Auch wenn es im Herbst sehr gut lief, ist jetzt die Zeit gekommen, aufzuhören. Wenn es Corona zulässt, möchte ich mich schon noch bei einem Grand-Slam-Turnier mit Zuschauern verabschieden. Am Liebsten natürlich in meinem ,Wohnzimmer’ in Wimbledon. Mit welchem Partner, das kann ich noch nicht sagen. Eigentlich wollte ich das ja bei den Australian Open machen, aber das geht sich zeitlich doch nicht aus.“

... über den Daviscup?

„Mein Traum wäre es, dass wir es einmal bis ins Halbfinale schaffen, das halte ich für realistisch. Wir haben einen Top-Drei-Spieler und ein Weltklasse-Doppel. Für mich war der Daviscup immer eine Herzensangelegenheit, das will ich den Spielern auch mitgeben.“

... über Superstar Dominic Thiem?

„Ich glaube, die Luft ist extrem dünn, aber ich traue ihm zu, dass er die Nummer eins der Welt wird. Wenngleich ich nicht denke, dass das dieses Jahr passieren kann. Nur eines ist klar, er kann das nur schaffen, wenn er öfters ein Grand Slam-Turnier gewinnt.“