Müller/Graf wollen im Madison Heil in der Flucht suchen. Der vorletzte Bewerb bei den Olympischen Spielen in Tokio mit ÖOC-Beteiligung ist am Samstag (9.55 Uhr MESZ) das Madison im Bahnradsport. Mit dabei sind der Ebreichsdorfer Andras Graf und sein Partner Andreas Müller.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 05. August 2021 (12:00)
Graf holte Silber
Andreas Graf
NOEN, APA (AFP)

Freilich findet die Madison-Konkurrenz der Bahnradfahrer ebenso wenig in Japans Hauptstadt statt wie noch danach der Männer-Marathon am Sonntag in Sapporo. Andreas Graf und Andreas Müller treten im Izu Velodrom in Izu City in der Präfektur Shizuoka gut 100 km Luftlinie von Tokio entfernt jedenfalls gegen die absolute Elite des Zweier-Mannschaftsfahrens an.

Vor knapp vier Wochen haben Graf und Müller noch ein Madison-Rennen in Sankt Petersburg auf Rang vier abgeschlossen. "Wir waren da auf Podiumskurs, am Schluss haben wir das noch verloren", sagte der Ebreichsdorfer Graf im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Grundsätzlich seien sie sehr gut auf ihren Olympia-Auftritt vorbereitet, die Form passe. Der Fokus lag hauptsächlich eben auf dem Madison, im Spezial-Jahresranking des Internationalen Verbandes (UCI) liegt Graf sogar an der Spitze.

Sehr viel Aussagekraft möchte der Niederösterreicher dem nicht beimessen. Er sei relativ viel Madison gefahren und habe, auch mit Stefan Matzner, dementsprechend gut gepunktet. Das Ranking spiegelt die Leistungen der zurückliegenden 52 Wochen wider, wie im Tennis. "Dass ich da vorne bin, ist nicht super-wichtig. Aber es ist eine gute Anerkennung", meinte Graf. Müller gab sich jedenfalls zuversichtlich: "Madison ist unsere Disziplin. Wir sind optimistisch, die Top acht sind drinnen."

Die Fix-Qualifikation für die Spiele war den Europameistern 2014 am 1. März 2020 bei den Weltmeisterschaften in Berlin gelungen, durch die Verschiebung von Tokio 2020 hieß es dann lange warten. Müller verschob sein Karriereende deswegen um ein Jahr auf dieses Wochenende. Das Omnium am (heutigen) Donnerstag nahm der 41-Jährige zum Einrollen und wurde da 18. Während es am Samstag also Müllers letztes Rennen wird, begeht Graf genau an diesem Tag seinen 36. Geburtstag.

Gefeiert wird aber nur danach, womöglich neben dem persönlichen Ehrentag auch ein gemeinsames Topresultat. "Wir müssen darauf bauen, dass wir früh im Rennen einen Vorsprung herausfahren, einen Rundengewinn", erläuterte Graf die ihnen gewohnte Taktik. Denn für die diversen anderen Punktevergaben seien sie im Sprinten eher zu schwach. "In der zweiten Rennhälfte müssen wir dann alles rausholen, was geht. Wenn dann schon alle müde sind, werden wir auch mitsprinten."

Während Müller Wettkampfpraxis sammelt, hat Graf die moderne Bahn im Training kennengelernt. Die Bewerbe anderer Disziplinen habe er beobachtet, um die Form der Konkurrenz ein wenig einschätzen zu können. "Die Dänen sind mit die stärkste Paarung", hat Graf die Vorjahres-Weltmeister besonders auf der Rechnung - dazu die Deutschen, Neuseeländer, Australier. Dahinter sei das aus 16 Duos bestehende Feld aber dicht gedrängt. Graf: "Da wollen dann auch wir mitschwimmen."

Im Madison fahren die beiden Teilnehmer eines Teams abwechselnd. Die Übergabe nach beliebiger Distanz erfolgt mittels Schleudergriff. Alle zehn Runden erfolgt eine Punktewertung, wobei die letzte mit 20 Zählern doppelt zählt und Rundengewinne gegenüber den Gegnern ebenfalls mit 20 Punkten gewertet werden. Es gewinnt die Mannschaft mit den meisten Punkten.