Siebenkämpferin Dadic denkt von Disziplin zu Disziplin. Am frühen Mittwochmorgen startet Ivona Dadic in ihre dritten olympischen Spiele.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 03. August 2021 (13:39)
Diskus-Star Lukas Weißhaidinger als Vorbild: Am Mittwochmorgen startet Ivona Dadic
Diskus-Star Lukas Weißhaidinger als Vorbild: Am Mittwochmorgen startet Ivona Dadic in den olympischen Siebenkampf.
APA/Georg Hochmuth

Der Mittwoch und Donnerstag steht im Zeichen der Mehrkämpfe bei den Olympischen Spielen in Tokyo/JPN. Für Ivona Dadic (Union St. Pölten) und Verena Mayr (Union Ebensee) startet der Siebenkampf um 2:43 Uhr (MESZ) im zweiten von drei 100m Hürden Läufen. Für Mayr ist’s das Olympia-Debüt, die Niederösterreicherin ist dagegen schon bei den dritten Spielen in Folge dabei.

Dadic-Trainer Philipp Unfried zeigt sich zuversichtlich: "Ivi hat sich hier bei den Abschlusstrainings in allen Bewerben sehr gut präsentiert. Sie ist wirklich gut in Form und jetzt geht es darum das im Wettkampf zu zeigen. Die Gesamtsituation ist sehr schwer einzuschätzen, weil einige im Vorfeld Probleme hatten."

Holprige Vorbereitung

Für beide Mehrkämpferinnen lief diese Saison bislang nicht ganz nach Plan. Während Verena Mayr (ehemals Preiner) im Juni nach ihrer Hochzeit einen kompletten Siebenkampf in Ratingen/GER mit 6254 Punkten absolviert hat, ist es für Ivona Dadic der erste komplette Mehrkampf der Saison.

Österreichs Sportlerin des Jahres 2020 befindet sich mit ihrem Betreuerteam bereits seit über einer Woche in der japanischen Metropole. "Ich fühle mich sehr wohl im Olympiadorf und habe das Training hier gut nutzen können um ein gutes Gefühl für den Wettkampf aufzubauen“, schildert die St. Pöltner Union-Athletin. „Ich war bereits im Stadion und da hat es mir die Haare aufgestellt, obwohl es relativ leer war. Durch die Athleten und Betreuer kommt schon Stimmung auf und die Bahn ist sehr schnell, wie man bereits gesehen hat."

Acht Kandidatinnen für drei Stockerlplätze

Auch die bekannten großen Namen wie Titelverteidigerin Nafissatou Thiam (BEL) und Weltmeisterin Katharina Johnson-Thompson (GBR) haben in dieser Saison noch keinen Mehrkampf und relativ wenig Wettkämpfe absolviert. Neben diesen Beiden rechnen sowohl Dadic, als auch Mayr aber mit einem großen Kreis von Medaillenkandidatinnen von über 8 Athletinnen. Die Weltjahresbestenliste wird von drei Amerikanerinnen (Annie Kunz, Kendell Williams, Erica Bougard) zwischen 6703 und 6667 Punkten angeführt, dahinter folgen ebenso mit über 6500 Punkten Xénia Kriszán aus Ungarn und der Niederländerin Anouk Vetter die Top-Platzierten von Götzis.

Dadic: Fühle mich richtig gut

Die beiden Österreicherinnen kalkulieren nicht mit fixen Punktzahlen im Kampf um die Medaillen. Beide sehen den Siebenkampf von Disziplin zu Disziplin und wollen jeweils ihre Stärken ausspielen und überall abliefern. Ivona Dadic dazu: "Die Leistungen im Vorfeld zählen hier nichts. Ich habe mir hier in den Trainings ein gutes Gefühl geholt, fühle mich richtig gut und gehe so in den Wettkampf." Angesprochen auf die Probleme am Beuger bei den Staatsmeisterschaften und anschließender Behandlung in München: "Der Körper ist bereit, das sollte mich hier nicht beeinträchtigen."

Verena Mayr spricht ihre gesundheitlichen Probleme im Vorfeld an: "Mir geht es sehr gut, nur das Busfahren mit längerem Sitzen ist noch etwas unangenehm, aber ich habe bereits eine Position gefunden, damit das kein Problem ist. Wir haben versucht alle Disziplinen zu trainieren um ein gutes Gefühl und Selbstbewusstsein aufzubauen. Den 800er konnte ich länger nicht trainieren, da war es mehr ein Feintuning um einen ökonomischen Schritt zu haben. Im Training hat trotzdem alles gepasst, aber es geht auch um die Gesamtbelastung."

Kühlwesten liegen bereit

Die möglicherweise große Hitze über 35°C sollte für beide ÖLV-Athletinnen kein großes Problem sein. Kühlwesten und Eisbecken werden nach Bedarf verwendet, damit haben beide auch schon Erfahrung. Nach den ersten zwei Bewerben (100m Hürden / Hochsprung) geht es kurz zurück ins Dorf und in den Abendsessions waren die Temperaturen ohnehin bereits meist angenehmer. Der Wettkampf selbst wird heiß genug…