Heimische Spitzensportler: Warten auf Corona-Impfung. ÖOC will heimische Asse wie Ivona Dadic bei Corona-Impfung vorziehen. Die Politik winkt vorerst einmal ab.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 31. März 2021 (03:15)
Siebenkampf-Medaillenhoffnung Ivona Dadic muss sich wie ihre Kollegen in Sachen Impfung noch gedulden.
ÖLV/J.P. Durand, ÖLV/J.P. Durand

Ob Mehrkämpferin Ivona Dadic, Kanu-Hoffnung Vicky Wolffhardt oder Hürdensprinterin Beate Schrott – Österreichs Spitzensportler hängen in der Warteschleife. Die Spiele in Tokio (Beginn: 23. Juli) rücken immer näher. Und wie Millionen Österreicher warten die heimischen Olympia-Kandidaten noch auf ihre Corona-Impfung.

Das ÖOC (Österreichisches Olympisches Comité) drängt auf eine Priorisierung der Spitzensportler mit Chancen auf ein Tokio-Ticket. Und holt sich eine Abfuhr.

Der für Sport zuständige Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hält an der nach Altersgruppen gereihten Staffelung fest: „Ende Juni, spätestens Ende Juli sollten ja alle eine Impfung haben, die eine brauchen bzw. wollen. Da ist es dann schon im Juni absehbar, dass man wenige Hundert Impfungen vorziehen kann.“ Damit sei eine Lösung für die Fixstarter machbar, „für jene, die sich erst qualifizieren müssen, wird es sich nicht ausgehen.“ Betroffen wäre beispielsweise die Tullnerin Wolffhardt, die noch durch die Qualifikationsmühle um einen Quotenplatz muss.

Beim ÖOC zeigt man sich enttäuscht

„Es ist schade, dass nicht mehr Verständnis da ist, dass Athleten, die noch um die Qualifikation kämpfen müssen, weil sie ein Jahr lang kaum Qualifikationsmöglichkeiten hatten, unter Umständen auch international Wettbewerbsnachteile erleiden und einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind“, bedauert Generalsekretär Peter Mennel. Höchstbelastungen würden ein höheres Infektionsrisiko nach sich ziehen.

Man sei bereits seit Ende Dezember mit den politisch Verantwortlichen im Gespräch. „Wenn Anfang Mai geimpft würde, wäre es eher fünf nach zwölf“, sagte Mennel. Beim Impfstoff Johnson & Johnson wäre keine Zweitimpfung nötig, sonst wäre man aber schon im Juni einen Monat vor den Olympia-Wettkämpfen. Impfmäßig nicht abgedeckt wäre der gesamte Zeitraum der Vorbereitung und Qualifikationen. Mennel: „Da geht‘s um einige wenige Impfdosen, daran kann es doch nicht scheitern!“