Kampf um Medaillen und Anerkennung . Während die EM in Wr. Neudorf und am Wienerberg läuft, versucht „Pionier“ Marcel Weigl die junge Sportart zu entwickeln.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 29. August 2017 (02:00)
RFA
Tennis-Ass Jürgen Melzer (l.) und Christoph Krenn (r.) treten im Doppel an.

2002 brachte der Klosterneuburger Marcel Weigl Racketlon von seinem Auslandssemester in Schweden mit nach Österreich und gründete mit der Union Racketlon Klosterneuburg den ersten registrierten Verein weltweit. Tischtennis, Sqash, Badminton und Tennis – der Schlägervierkampf zog seither viele Sportler in seinen Bann. Mittlerweile gibt es in Österreich 1.000 registrierte Spieler und 25 Vereine.

Um die Aufnahme als ordentliches Mitglied durch die Bundes-Sport-Organisation (BSO) muss Pionier Weigl, der auch Präsident der Racketlon Federation Austria ist, dennoch hart kämpfen. Ein wichtiges Kriterium dafür ist die Anerkennung der Sportart vom Weltsportverband, wie BSO-Mitarbeiter Christian Gormasz erklärt: „Racketlon ist in seiner Entwicklung schon weit. Das ist nur noch eine Frage der Zeit.“ Weigl kostet das ein Schmunzeln, brachte er doch beim Weltverband in Erfahrung, dass eine Sportart in mindestens 30 Ländern von der BSO oder vergleichbaren Organisationen aufgenommen werden müsste, um anerkannt zu werden. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz!“

Ungeachtet dessen haben derzeit rund 400 Spieler aus ganz Europa in Wr. Neudorf und am Wienerberg Spaß an der Trend-Sportart. Und Niederösterreich hat beste Chancen auf EM-Medaillen in den Elite-Bewerben. Christine Seehofer aus Prottes und Lukas Windischberger aus Großengersdorf führen die Setzlisten an. Ebenfalls mit am Start: Jürgen Melzer. Der Tennisstar aus Deutsch-Wagram muss wegen eines verletzten Ellenbogens am linken Schlagarm derzeit passen. Racketlon spielt er mit seinem gesunden rechten Arm. An der Seite von Ex-Weltmeister Christoph Krenn tritt Melzer im Amateur-Doppelbewerb an.