Alexander Hajek holt den Toursieg. Niederösterreicher gewann Europas wichtigste Rundfahrt für Jugendfahrer. Taktisches Husarenstück am Sonntag beschert dem 16-Jährigen einen Top-Erfolg.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 27. August 2019 (05:49)
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Die Nase vorne. Alexander Hajek musste auf der Schlussetappe in der Oststeiermark noch jede Menge Attacken abwehren.
Titzer/derfotograf.at

Der 16-jährige Alexander Hajek aus Scharndorf bei Bruck an der Leitha hat die 34. Internationale Radjugendtour Oststeiermark – also Europas größte Rundfahrt für Nachwuchstathleten – gewonnen. Nach dem Sieg beim Prolog und einem Etappensieg konnten Hajek und seine Teamkollegen am Sonntag auf der vierten und letzten Etappe von Wenigzell nach Passail alle Attacken der Belgier abwehren. Neben dem Gesamterfolg sicherte er sich auch die Punktewertung.

Auf den Spuren von Peter Sagan & Co.

13 Jahre sind seit Jan Sokols letztem österreichischen Gesamtsieg bei der Jugendtour vergangen. Alexander Hajek, der in der Südstadt von Roland Wafler trainiert wird, sorgte für den nächsten rot-weiß-roten Triumph! Ein Rückblick in die jüngere Geschichte der größten U17-Radrundfahrt Europas zeigt, welche Top-Profis bereits dabei waren: 2006 bei Jan Sokols letztem Triumph wurde der dreifache Weltmeister Peter Sagan Gesamtvierter.

Ein Jahr später bestritten Ex-Rundfahrtssieger Jan Hirt (27.) und der deutsche Bora-hansgrohe-Star Michael Schwarzmann (29.) die Tour, wie Grand Tour-Etappensieger Pascal Ackermann im Jahr 2010, als der Deutsche Meister triumphierte. 2014 siegte der Belgier Jasper Philipsen und der Schweizer Marc Hirschi, im Vorjahr U23-Straßenweltmeister in Innsbruck, landete als Dritter auf dem Treppchen.

„So ein Rennen wie heute bin ich noch nie gefahren"

Im Jahr 2009 wurde Felix Großschartner 35. „Da sieht man schon, welche tollen Rennfahrer diese Rundfahrt bereits gefahren sind. Es ist für mich eine Ehre, dass ich mich in diese Siegerliste eintragen darf“, sagte der 16-jährige Hajek, der an allen fünf Tagen in die Top-Fünf kam. Der Schlusstag verlangte dem Youngster vom RC Purgstall noch einmal alles ab. 68 Kilometer (922 Höhenmeter) galt’s von Wenigzell nach Passail zu überstehen. Gleich beim ersten, schweren Anstieg zersplitterte das Feld.

„Die Belgier haben alles gegeben und sind vom Start weg voll auf Attacke gefahren. Ich saß im Betreuerauto und wusste nicht mehr, wie wir heißen. Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen. Bis zur schweren Schlussrunde hatte Alex nur noch David Paumann und Moritz Hörandtner als Helfer. Im Finale war Alex auf sich alleine gestellt und er fuhr den Sieg doch noch souverän nach Hause“, freute sich U17-Nationaltrainer Richard Kachlmaier.

Hajek war nach der letzten Etappe glücklich, aber völlig ausgepumpt: „So ein Rennen wie heute bin ich noch nie gefahren. Wir wurden ständig attackiert und ich musste immer über 100 Prozent geben.“