Strassers Ausdauer-Tipps: Was nehme ich alles mit?. Der sechsfache Sieger des Race Across America, Christoph Strasser, gibt vor dem Start des 600 Kilometer langen Race Around Niederösterreich am 18. September 2020 in seinem exklusiven Blog auf NÖN.at wertvolle Tipps:

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 15. September 2020 (13:06)
Christoph Strasser
Lex Karelly

Was ziehe ich an?

„Bei Ultra-Radrennen gilt immer: Hoffe auf das Beste, aber plane für das Schlechteste. Das bedeutet bei der Bekleidung, dass ich zum Beispiel beim Race Across America für den schlimmsten Fall eine Woche Regen kalkulieren muss - abgesehen von den ersten trockenen Tagen durch die Wüste. Daher sind immer mehrere Regenjacken, Handschuhe, Socken, drei paar Schuhe, acht Garnituren Hose und Trikot dabei. 

Christoph Strasser
Hausdorfer | lime-art.at

Beim RAN ist das nicht so krass, aber trotzdem kann das Wetter an diesem einen Tag der Ausrüstung alles abverlangen. Wir haben Mitte September und wenn es da Dauerregen gibt, wird es in der Nacht ziemlich kalt. Daher Trikots zum Wechseln mitnehmen, warme Bekleidung, dicke Handschuhe, Unterleibchen, Socken, Regenjacke und auch eine warme Winterjacke. Im Idealfall bleibt das alles im Gepäck und ich brauche in den Nachtstunden nur Ärmlinge und eine Windweste. 

Wie statte ich mein Rad aus?

Auch beim Rad ist Sicherheit sehr wichtig. Wer bei einem Defekt schnell weiterfahren will, sollte einen Satz Ersatzlaufräder mithaben. Die Crew wechselt bei einem Platten und weiter gehts. Wer die Möglichkeit hat und nichts dem Zufall überlassen will, hat sowieso ein zweites Rad mit. Dann kann auch bei größeren Defekten einfach rasch getauscht werden. Wobei die Chance auf einen Kettenriss oder ähnliches, gerade wenn man vor dem Start das Rad noch beim Service hatte, nicht wirklich groß ist. Aber wenn man sich so lange auf ein Event vorbereitet, sollte man nichts dem Zufall überlassen. 

Was dürfen meine Crew und ich keinesfalls vergessen? 

Für die notwendigen Geräte im Auto (Laptop, Handy, Navigation) sollten genügend Strom- und Ladekabel vorhanden sein. Man muss hier aufpassen: Zu viele Elektrogeräge an einem simplen Ladekabel über den Zigarettenanzünder können Sicherungen überlasten. Daher wäre es besser, Strom direkt über die Autobatterie anzuzuapfen - aber hier unbedingt Experten zurate ziehen! Zusätzliche Schweinwerfer am Auto (müssen aber STVO-konform sein!) sind auch ein Vorteil. Das Licht hilft dem Athleten, in der Nacht konzentriert zu bleiben.

Christoph Strasser
Lex Karelly

Funkgeräte ermöglichen eine gute Kommunikation zwischen Crew und Fahrer. Wer keine zur Verfügung hat, kann es auch via Handy-Freisprecheinrichtung oder Ohrstöpsel versuchen oder einen Lautsprecher am Dach des Autos installieren. Wobei es hier eine klare Regel gibt: Im Gegensatz zum Race Across America darf beim RAN keine Musik abgespielt werden, über die Lautsprecher dürfen nur Anweisungen zur Navigation durchgesagt werden - leider, denn mit guter Musik fährt es sich besser.

Wer trotzdem seine Lieblingssongs hören möchte, muss das über Kopfhörer machen. Aus Sicherheitsgründen muss aber ein Ohr frei bleiben, um den Straßenverkehr noch zu hören. Generell gilt: Nicht zu viele Geräte installieren. Sonst kann es eher zu technischen Problemen kommen. Unnötiges weglassen - keep it simpel und sicher!“

Mehr Informationen:

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