Strassers Ausdauer-Tipps: Genügend Kalorien holen!. Der sechsfache Sieger des Race Across America, Christoph Strasser, gibt vor dem Start des 600 Kilometer langen Race Around Niederösterreich am 18. September 2020 in seinem exklusiven Blog auf NÖN.at wertvolle Tipps:

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 17. September 2020 (11:06)
Christoph Strasser
Lex Karelly

Was esse ich unmittelbar vor dem Rennen und was während des Bewerbs?

„Dem Thema Ernährung kommt bei Ultra-Radrennen eine ganz besondere Bedeutung zu. Vor dem Rennen lautet die Devise: Speicher füllen, etwas mehr essen als unbedingt nötig um ein Kalorien-Defizit zu vermeiden - Stichwort „Carbo loading“. Es ist auch wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Elektrolyt-Getränke sind auch schon vor dem Rennen wichtig!

Christoph Strasser
Hausdorfer | lime-art.at

Falls man das Rennen komplett mit Flüssignahrung bestreitet, ist es ratsam, das schon drei Tage davor umzustellen. In meinem Fall nehme ich von Mittwoch bis Freitag kein festes Essen mehr zu mir, sondern stelle komplett auf Flüssignahrung um - es ist somit die gleiche Verpflegung wie beim Rennen. Das mache ich deshalb, um die Verdauung darauf einzustellen. So kann man Übelkeit oder Verdauungsprobleme während des Bewerbes vermeiden. Wer normale Nahrung zu sich führt, braucht das natürlich nicht. 

Während des Rennens nicht auf das Gefühl verlassen. Ein gutes Körpergefühl ist zwar wichtig und wenn man ein gutes Gespür hat, reicht das im Training oder im  Alltag. Aber nach einigen Stunden vollem Einsatz kann man sich nicht mehr auf das Körpergefühl verlassen. Wenn man zu wenig trinkt oder isst,  merkt man das nicht gleich, sondern erst einige Stunden später. Dann hat man das Problem, dass es sehr schwierig ist, ein Defizit wieder aufzufüllen. So verliert man viel Energie und auch Zeit. 

Mein Team führt immer Protokoll während eines Rennens. Pro Stunde trinke ich mindestens einen halben Liter Flüssigkeit wenn es kühl ist und bis zu einen Liter bei Hitze. Ich nehme immer mindestens 400 kcal und im Idealfall 500 kcal pro Stunde - hauptsächlich Kohlenhydrate - zu mir. Herkömmliche Nahrung in leicht verdaulicher Form ist zum Beispiel: Riegel, Bananen, Weißbrot, Gels - das muss aber unbedingt vorher im Training getestet werden, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt.

Christoph Strasser
Lex Karelly

Wer sein absolut Bestes abrufen will, sollte sich mit Flüssignahrung beschäftigen: Der Vorteil daran ist, dass man mehr kcal aufnehmen kann und weniger Energie für die Verdauung benötigt. Es treten hier fast keine Magenprobleme auf und man muss auch seltener auf die Toilette. Dafür spricht auch das einfache Handling: Packung auf und rein. Ich habe bisher eigentlich noch keine Nachteile festgestellt. Eventuell sind die Geschmacksrichtungen nicht jedermanns Sache. Und natürlich ist die Umstellung drei Tage vor dem Start auch schwierig bei den ersten Malen. 

Christoph Strasser
Hausdorfer | lime-art.at

Nach dem Rennen esse ich alles was schmeckt. Wichtig ist sich selbst zu belohnen! Weitere Informationen darüber findet ihr auch in meinem Podcast „Sitzfleisch“, der in der 1. Staffel über das Race Across America über 30.000 Downloads hatte. Die 2. Staffel wird aktuell im Wochenrhythmus veröffentlich und wir erzählen dabei auch über das Race Around Austria und das Race Around Niederösterreich.“

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