Remis beim Lederer-Debüt. Die Admira schreibt erstmals an, holt beim ersten Spiel unter Chef-Trainer Oliver Lederer nach 0:1-Rückstand noch ein 1:1 gegen Sturm Graz.

Erstellt am 10. August 2013 (21:34)
Mit Lederer ging's besser: Der neue Chef pushte die Admira zum ersten Punkt. Foto: APA/Punz APA14090828 - 10082013 - MARIA ENZERSDORF - ?STERREICH: Trainer Oliver Lederer (Admira) w?hrend der Tipp3 - Bundesliga Begegnung zwischen FC Admira Wacker M?dling und SK Sturm Graz am Samstag, 10. August 2013 in Maria Enzersdorf. APA-FOTO: HANS PUNZ
NOEN, HANS PUNZ (APA)
Maria Enzersdorf - Auch nach der vierten Runde der Fußball-Bundesliga ziert die Admira weiter das Tabellenende. 24 Stunden nach der Beurlaubung von Trainer Toni Polster gelang am Samstagabend mit dem 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen den ebenfalls in der Krise steckenden Vorletzten Sturm Graz aber immerhin der erste Punkt.

"Es war wichtig, dass wir endlich angeschrieben haben. Nach diesem Match bin ich noch mehr überzeugt, dass wir die Qualität haben, die Liga zu halten", betonte Oliver Lederer nach seinem geglückten Debüt als Admira-Chefcoach.

Kein wunschgemäßer Start

Dabei hatte das Keller-Derby für sein Team alles andere denn wunschgemäß begonnen, hatte doch Florian Kainz die Gäste bereits in Minute fünf in Führung geschossen. "Durch einen schweren individuellen Fehler sind wir früh in Rückstand geraten. Wir sind aber dann zurückgekommen und haben bis zum Ausgleich sehr gut Fußball gespielt. Darauf bin ich sehr stolz. Das ist eine Leistung, auf die wir aufbauen können", meinte der sichtlich zufriedene Neo-Trainer in seiner Match-Analyse und sprach von einem "verdienten Punkt" sowie "gerechten Remis gegen eine starke Sturm-Mannschaft".

Gleichwohl wusste der 35-Jährige, dass mehr drinnen gewesen wäre. "Woran wir arbeiten müssen, ist die Chancenverwertung. Wenn wir nur die Hälfte unserer Möglichkeiten verwerten, dann stehen wir anders da", weiß Lederer, wo er den Hebel ansetzen muss. Ein Vorteil ist dabei sicher, dass der ehemalige Bundesliga-Profi bis zu seiner Bestellung als Co-Trainer von Polster bis Mitte Juni die Admira-Amateure betreut hat. "Wir haben sehr viele gute junge Spieler. Es wird meine Aufgabe sein, diese im Laufe der Zeit zu integrieren", erklärte Lederer.

Unverständnis bei Kapitän Windbichler

Admira-Kapitän Richard Windbichler konnte indes die Polster-Ablöse nach nur vier Pflichtspielen bzw. 54 Tagen nicht nachvollziehen. "Der Trainerwechsel war nicht notwendig", gab er nach dem Remis gegen Sturm zu Protokoll. "Wir haben heute bewiesen, dass wir nicht so schlecht sind, wie wir gemacht werden", sagte der Ex-U21-Teamspieler mit Blick auf die vorangegangenen Liga-Spiele.

Beim 0:2 im Auftaktspiel auswärts gegen Meister Austria habe man lange Zeit gut mitgehalten, erst im Finish die beiden Gegentreffer kassiert. Die anschließende 1:2-Heimniederlage gegen Innsbruck sei unglücklich zustande gekommen, und zuletzt beim 1:7-Debakel bei Aufsteiger Grödig habe man mit den beiden frühen Ausschlüssen der Innenverteidiger Pech gehabt, sei einfach alles schief gelaufen.

Druck von Investor?

Laut Alexander Friedl, dem General Manager der Admira, habe man die Polster-Ablöse "auch auf Empfehlung der Gruppe, die den Verein möglicherweise nach der Ära Trenkwalder übernehmen möchte", beschlossen. Wer diese Gruppe ist, wollte Friedl nicht verraten, sie sei aber auch für die Verpflichtung von Polster verantwortlich gewesen.

Sprecher dieser Gruppe ist Karl Cermak, Geschäftsführer der in Wiener Neudorf ansässigen Spedition Trailfracht, die seit längerem als Admira-Sponsor fungiert. "Die Sondierungsgespräche laufen. Ziel dieser Gruppe ist es, den Verein in Zukunft zu übernehmen", bestätigte Cermak am Sonntagvormittag.

Gleichzeitig betonte er, dass es ihm "furchtbar leid um den Toni" tue. "Ich habe mit ihm gelitten, sein Abgang war auch für mich eine bittere Niederlage, ein Eingeständnis, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber man darf nicht stur an etwas festhalten, sonst ist man ein Trottel. Und jeder Punkt kann am Ende im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend sein."

Polster als unglückliches Opfer

Polster sei "ein unglückliches Opfer, aber es zählt nur die Admira in diesem Fall. Wir haben eine moralische Verpflichtung dem Verein gegenüber, wenn Leute antreten, diesen Club in die Zukunft zu führen. Und vor allem haben wir auch eine Verantwortung gegenüber unserer Akademie. Unser Ziele sind der Klassenerhalt und die Rettung der Akademie. Es zählt nur der Verein und das Leben des Vereins", bekräftigte der ehemalige Regionalliga-Kicker, der auch ein Jahr in der zweithöchsten heimischen Spielklasse aktiv war.

Polster sei zwar fest davon überzeugt gewesen, dass er das Ruder herumreißen und den Klassenerhalt mit seinem erfolgreichen Spielsystem schaffen könne. "Aber wir haben nicht das Spielermaterial dafür gehabt", stellte Cermak klar. "Wir müssen das System spielen, für das wir die Mannschaft haben. Das System richtet sich nach der jeweiligen Situation, also Gegner und Spieler, die ich zur Verfügung habe. Wir müssen die Ressourcen, die wir haben, ausschöpfen. Und die Mannschaft muss zu 1.000 Prozent davon überzeugt sein."

Der Ex-Trainer betonte jedenfalls: "Wir hätten das geschafft, die jungen Spieler hätten aber noch Zeit gebraucht. Schade, dass ich diese nicht bekommen habe."

1:7 als Knackpunkt

Die Entscheidung zur Polster-Ablöse sei auch allen Beteiligten alles andere als leicht gefallen. Nach dem 1:7 in Grödig habe es bereits am Montag und Dienstag lange Besprechungen und Analysen gegeben, immer mit Polster, der dann nach der dritten am Freitag beurlaubt wurde. "Die Situation war nicht einfach, aber nach einem 1:7 versucht man zu retten, was zu retten ist", erläuterte Cermak. "Das Gefühl hat gesagt, probieren wir zu helfen, indem wir etwas ändern. Denn die Negativstimmung war vorprogrammiert, wenn man so geprügelt wird und so viele Ausfälle hat. Gott sei Dank ist es aufgegangen."

Das Remis gegen Sturm war ein "erster Schritt aus der Verunsicherung heraus. Uns haben acht Leute gefehlt, darunter die gesamte Abwehr samt Tormann. Keiner hätte uns vor diesem Spiel einen Punkt zugetraut. Und wir sind 1.000 Tode gestorben nach fünf Minuten". Die Mannschaft habe dann aber die alten Tugenden gezeigt, "sich den Arsch aufgerissen" und am Ende etwas erreicht, auf das man aufbauen könne.

NÖN.at berichtete: 

Spiel eins nach der überraschenden Beurlaubung von Toni Polster und schon hat die Admira die erste Punkte geholt.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus. Denn Sturm ging nach nur fünf Minuten durch einen Schuss ins kurze Eck von Florian Kainz in Führung. Danach aber spielten die Gastgeber auf und übernahmen das Kommando. Nach einer Katzer-Flanke verzieht Thorsten Schick alleinstehend, ein Kopfball von Max Sax fällt zu schwach aus. Kurz vor der Pause vergibt Domoraud den nächsten Sitzer per Kopf.

Kurz nach Wiederbeginn war es aber soweit. Sax tankt sich auf der linken Seite durch, den Stangelpass muss Issiaka Ouedraogo nur noch über die Linie drücken. Mit dem Ausgleich fielen die Heimischen wieder zurück und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ohne zählbarem Erfolg.

Trainer Oliver Lederer nach seinem Debüt: "Wir können mit dem Remis gut leben. Wenn man sich die Umständen heute anschaut, mit dem Trainerwechsel und dem schnellen Rückstand, bin ich stolz auf die Mannschaft, wie sie zurückgekommen ist. Auf die Leistung können wir aufbauen."