Priester tauschen Messgewänder gegen Fußballdressen. Geistliche rund um den Ybbser Pfarrer Hans Wurzer fahren am Montag zur Priester-Europameistermeisterschaft nach Prag.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 15. Februar 2020 (08:58)

Angeführt vom Ybbser Pfarrer, Tormann und Kapitän Hans Wurzer fährt die österreichische Priesternationalelf zur Priester-Europameisterschaft nach Tschechien. Vom 17. bis 21. Februar ist die Erzdiözese Prag Gastgeber für die 18 teilnehmenden Nationen - ein Rekord. Am Sonntag werden somit die Messgewänder gegen die rot-weiß-roten Fußballdressen getauscht.

Der Ybbser Pfarrer Hans Wurzer
Wolfgang Zarl

Die österreichische Nationalmannschaft setzt sich aus Priestern aus mehreren Nationen zusammen, Kapitän Wurzer kann aus rund 3500 österreichischen Priestern auswählen. Motivation schöpfe das Team aus einem besonderen „Ruf“, so Wurzer: „Um uns richtig zu motivieren, ruft das österreichische Team vor jedem Spiel ein ehrfurchtsvolles, kraftvolles, dreifaches ‚Halleluja’“.

Das Team erkickte zuletzt recht gute Ergebnisse, im Februar schaffte man Platz 11 bei der Europameisterschaft in Montengro. Außerdem freut sich Wurzer, dass zuletzt neue junge Geistliche ins Team eingebaut werden konnten. Meist wird bei den Spielen für Menschen in Not gespielt.

Der Ybbser Pfarrer Hans Wurzer
Wolfgang Zarl

Kapitän Wurzer betont: "Wir als österreichische Priesternationalmannschaft versuchen die Internationalität der Kirche aktiv zu leben, mit Benefizspielen Ausgegrenzten zu helfen und Kirche als sportlich modern und überregional zu leben und zu präsentieren." Ziel sei ein Top 10-Platz. Wurzer schätzt die Gruppenphase als machbar ein. Es gilt Kosovo, Weißrussland und die starken Bosnier zu besiegen. Aber Gewinnen sei nicht alles. Schließlich geht es auch den kulturellen Austausch, um das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten und darum, Priester aus ganz Europa kennenzulernen. Ein Höhepunkt wird auch sein, wenn jede Nation ihr Lieblingslied zum Besten gibt. Möglich, dass Österreich dann wieder "I am from Austria" anstimmt. Wurzer und sein Team sind jedenfalls schn aufgeregt.

Zum Favoritenkreis der 18 teilnehmenden Nationen würden wieder jene Länder zählen, die aus einem großen Pool aus jungen Priestern wählen können: also etwa Polen und Kroatien. Kapitän Wurzer tippt heuer auf die Slowakei, denn diese hätten fast einen Heimvorteil und seien in den letzten Jahren stets weit vorne gewesen. 

Die österreichische Priesternationalmannschaft freut sich über viele Fans. Pepi Frank und Sepp Eppensteiner, vom Vorsitzteam der Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ), betonen, dass das Team bei den Gläubigen sehr populär sei. Die obersten Kirchensportler Österreichs rechnen mit vielen Daumendrücker. Frank und Eppensteiner: "Diese sympathischen und sportlichen Priester bewegen Österreich und sind Vorbilder, auch Sport zu betreiben. Als vielbeschäftigte Priester wissen sie, dass ein solcher Ausgleich gut ist für Körper, Seele und Geist!"