Schwaiger-Schwestern erreichten EM-Halbfinale. Doris und Stefanie Schwaiger haben in der Gluthitze von Klagenfurt kühlen Kopf bewahrt und nach der Abwehr von fünf Matchbällen erstmals das Halbfinale bei einem Großereignis erreicht. Die WM- und Olympiafünften besiegten am Freitag im randvollen Beach-Volleyball-Stadion die Russinnen Ukolowa/Chomjakowa 2:1 (-19,24,9). Ihre Gegnerinnen sind am Samstag die Deutschen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst.

Erstellt am 02. August 2013 (19:23)

Das Viertelfinale gegen die im Vorjahr beim Grand Slam am Wörthersee siegreichen Russinnen geriet zu einer wahren Nervenschlacht, mit dem besseren Ende für die Waldviertlerinnen. "Sie haben wirklich stark gespielt, wir haben dieses Level aber gehalten. Wir haben uns zurückgekämpft und haben es dann durchgebracht", sagte Doris Schwaiger nach dem Krimi bei 35 Grad.

Nach dem aufgrund von Servicefehlern verlorenen ersten Satz sahen die Russinnen im zweiten Durchgang schon wie die Siegerinnen aus. Die Schwaigers wehrten aber in souveräner Manier fünf Matchbälle ab und nutzten ihren ersten Satzball. Der Entscheidungsdurchgang war dann eine klare Angelegenheit. "Einfach ein Wahnsinn, zum zehnten Mal in Klagenfurt und endlich ist der Bann gebrochen. Jetzt ist alles möglich", jubelte Stefanie Schwaiger, die auch mit der großen Hitze zu kämpfen hatte. "Ich bin total fertig. Ich habe schon Sternchen gesehen, weil es so heiß war."

Bei Olympia 2012 und zwei Weltmeisterschaften hatten sie ihre Viertelfinalspiele noch verloren, nun sind sie nur noch einen Sieg von der ersehnten Medaillen entfernt. "In der Vergangenheit haben wir in wichtigen Spielen oft Probleme gehabt, da haben wir immer wieder Vorsprünge verspielt, weil auch Nerven nicht mitgespielt haben. Aber unser neuer Trainer gibt uns jetzt den nötigen Rückhalt", erläuterte Doris Schwaiger.

Bei den Herren erreichten die Kärntner Lokalmatadore Alexander Huber/Robin Seidl sowie das wienerisch- burgenländisch Duo Thomas Kunert/Lorenz Petutschnig das Achtelfinale. Huber/Seidl gewannen das abschließende Gruppenspiel gegen die Polen Michal Kadziola/Jakub Szalankiewicz im prall gefüllten Stadion glatt mit 2:0 (14,19) und wurden damit noch Gruppensieger. Das Wildcard-Team Kunert/Petutschnig besiegte die dreifachen Europameister Richard Schuil/Reinder Nummerdor am Freitagabend 2:0 (29,13). Die bereits in der Gruppenphase mit zwei Siegen überraschenden Youngsters bekommen es am Samstag nun mit den Spaniern Pablo Herrera Allepuz/Adrian Gavira zu tun.