Auböck schwimmt in Graz um zwei Tokio-Tickets. Eine Woche nach dem Budapester Vierländerkampf folgt für Österreichs Schwimm-Elite mit den Staatsmeisterschaften in Graz der nächste der im Corona-Jahr seltenen sportlichen Höhepunkte. Denn es geht nicht nur um nationale Titel, sondern auch um Normen für Olympia 2021 und die WM 2022. Mit der Limitchance ist man vier Monate eher dran als in der Leichtathletik, der zweiten olympischen Kernsportart.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 31. Juli 2020 (06:01)
Felix Auböck darf auf Olympia-Tickets hoffen
APA (AFP)

Mit dem Olympia-Quali-Status sind die rot-weiß-roten Titelkämpfe auch im internationalen Schwimmsport Vorreiter, erst danach folgen weitere Quali-Meetings. Vor allem Felix Auböck darf auf Tokio-Tickets hoffen. Sowohl über 200 m als auch über 400 m Kraul blieb er in Budapest unter der geforderten Zeit. Nun muss er die Leistungen wiederholen, um neben 800 m Kraul auf weiteren Strecken für die Spiele planen zu können. Die Norm über 1.500 m Kraul könnte er dann in der neuen Saison noch angreifen.

Die "Marathon-Distanz" im Becken dient dem 23-Jährigen diesmal am Sonntag zum Einschwimmen für den 400er am Dienstag und 200er am Mittwoch. Los gehen die Bewerbe am Samstag, gesamt sind es also fünf statt sonst vier Tage. Daran ist Corona Schuld. Weniger Rennen pro Tag bedeuten weniger Leute in der Halle, es dürfen nur immer jene im jeweiligen Wettkampfabschnitt tätigen Personen anwesend sein. Und da es am 1. August losgeht, ist eine höhere Zuschauerzahl als noch im Juli möglich.

"Es wird eine Spur schwieriger werden als es in Budapest war", erklärte Auböck im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Denn die Konkurrenz sei nicht so stark wie am vergangenen Wochenende. "Aber ich gehe mit der Einstellung hinein, dass ich die Limits holen kann. Ich nehme diese positive Erfahrung und auch das Gefühl mit, dass ich schnell schwimmen kann." Er habe sich diese Woche perfekt vorbereitet. Die beiden Konkurrenzen im Wochenabstand seien auch ein Test für die Olympia-Woche.

Mit seinen 3:45,00 Minuten ist Auböck in der ungarischen Hauptstadt die bisher weltweit schnellste Zeit über 400 m Kraul geschwommen. Was ihn aber noch mehr freut, ist, dass er damit bisher immer in ein Olympia-Finale gekommen wäre. "Das ist genau das Ziel, für das ich arbeite", sagte der Niederösterreicher. "Es ist ganz toll zu wissen, dass ich eigentlich im olympischen Jahr die Leistung hatte, die gereicht hätte oder reichen wird. Dass ich auf dem Niveau zurück bin, für das ich so hart gearbeitet habe."

Die aktuell tolle Form sieht Auböck in einer Kombination mehrerer Faktoren begründet. Nach vier harten Jahren an der Universität in Michigan mit vielen Kilometern im Wasser hätten dem Körper rund zwei Monate Pause vor dem Einstieg Anfang Mai ins Südstadt-Training wohl gut getan. "Ich habe mich erholt, aber trotzdem meine Grundlage nicht verloren." Ohne Olympia vor Augen sei auch der Stress abgefallen. Und beim Training unter Balasz Fehervari seien noch kleine Schwachstellen ausgemerzt worden.

Ein Limit-Kandidat ist auch der in Budapest überraschend starke Valentin Bayer, für ihn wird es über 100 m Brust schon am Samstag ernst. Aber auch andere werden sich gegenüber dem Länderkampf steigern müssen, wollen sie in Graz Olympia erreichen. Fahrkarten zur Fukuoka-WM sind etwas einfacher zu holen. Jedenfalls wartet nicht nur OSV-Sportdirektor Walter Bär gespannt darauf, wie sich die in Graz im Vergleich zu Budapest nun bei manchem größere Erwartungshaltung auf die Leistungen auswirken wird.