Erstellt am 10. Januar 2017, 00:18

von Wolfgang Wallner

Christoph Krenn: Die Streif muss warten. Dem Göstlinger Christoph Krenn gelang mit 22 Jahren der Durchbruch. Doch das Saisonhighlight in Kitzbühel wird der Speed-Shootingstar nicht in Angriff nehmen können.

Erste Punkte. Nach seinem gelungenen Weltcup-Debüt muss Christoph Krenn die nächsten drei Wochen pausieren. Der Göstlinger zog sich in Santa Caterina eine Bänderverletzung im Knie zu.  |  GEPA / Bachun

Andere Kinder spielten noch mit Bauklötzen, Christoph Krenn stand schon auf den zwei Brettl’n, die zu seiner Welt wurden. Gerade mal drei Jahre alt war der Dreikäsehoch, als ihn seine Eltern beim SC Göstling einschrieben. Für den NÖ-Top-Skiklub fährt er noch heute. Als Weltcupstarter, der bereits seine ersten Weltcup-Punkte am Konto hat. Der große Traum vom Start auf der legendären Kitzbühler Streif muss aber wohl noch warten.

„Genial. Ein Wahnsinn beim ersten Weltcuprennen!“ So schildert der 22-Jährige seine Weltcup-Premiere, die er kurz vor Jahreswechsel beim Super-G in Santa Caterina absolvierte. Ein Sieg beim Europacup-Rennen auf der Reiteralm hatte dem Göstlinger das Ticket nach Italien gesichert. Und dort schaffte Christoph Krenn die kleine Sensation, fuhr mit Rang 28 und 2,35 Sekunden Rückstand auf den Sieger Kjetil Jansrud (Norwegen) die ersten Weltcup-Punkte.

„Will so schnell wie möglich wieder fit werden“: Christoph Krenn.  |  SC Göstling

„Ein Wahnsinn“ eben. Denn der Youngster war gar nicht fit zum Rennen angetreten. Schon vor dem Rennen plagte sich der Göstlinger mit Knieschmerzen herum. Nach der Fahrt verstärkten sich die Schmerzen. Deshalb fuhr Krenn sofort nach dem Rennen zur Untersuchung in die Universitätsklinik nach Innsbruck. Dort folgte die Hiobsbotschaft für den Weltcup-Debütanten: Seitenbandeinriss im Knie.

Mit Rückschlägen hat Krenn gelernt umzugehen, schließlich musste er vor drei Jahren eine ganze Saison verletzungsbedingt auslassen. Und kam noch schneller wieder zurück – auch dank Hermann Maiers einstigem Trainer Andy Evers, der die NÖ-Speedhoffnung unter seine Fittiche nahm.

Entsprechend ehrgeizig gibt sich der Göstlinger, der diese Saison in Gröden schon eine FIS-Abfahrt gewonnen hat: „Mit dem ersten Start, mit den ersten Punkten hab’ ich mir meinen Traum erfüllt. Jetzt will ich so schnell wie möglich wieder am Start stehen. Am liebsten schon beim nächsten Rennen.“ Ganz hat der zweite Niederösterreicher – neben Marc Digruber – im Herren-Weltcup die Hoffnung auf „Kitz“ also nicht aufgegeben. Drei Wochen Pause haben ihm die Ärzte verordnet. Es wird knapp: „Mit Hilfe der Physios will ich so schnell wie möglich wieder fit werden.“