Thomas Diethart: „Stürze noch sehr präsent“. Auch nach seinem Karriereende ist Thomas Diethart dem Sport treu geblieben. Er trainiert den Nachwuchs und ist ab März im Skisprung-Film „The Big Jump“ zu sehen.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 27. Februar 2019 (03:58)
Diethart
Ex-Vierschanzentourneesieger Thomas Diethart trainiert derzeit den Skisprungnachwuchs des HSV Absam.

Im Jänner 2014 hat der gebürtige Michelhausner Thomas Diethart als „Flachländer“ die Vierschanzentournee gewonnen. Vier Jahre nach seinem größten Triumph, im April 2018, gab er aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt bekannt. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht fiel. „Als ich nach meinem dritten Sturz im Krankenhaus aufgewacht bin, habe ich sofort gesagt, ‚das war’s, jetzt hör ich auf‘. Ich habe dann aber doch noch gehofft, das irgendwie in den Griff zu bekommen.“ Da es nach seinem zweiten Sturz sehr lange gedauert hat, bis er wieder angstfrei springen konnte, hat er sich letztendlich schweren Herzens gegen seine Karriere entschieden.

Das Einzige, das er rückblickend bereue, seien die Stürze. Warum sie passiert sind und ob sie verhindert werden hätte können, diese Fragen seien noch heute in seinem Kopf präsent, so Diethart.

„Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, beim Film mitzumachen. Sie brauchten Negativbeispiele.“ Thomas Diethart über seine Teilnahme am Film

Dem Skisprungzirkus hat er trotz allem nicht den Rücken zugekehrt. Die Ausbildungen zum Fitness- und Gesundheitstrainer sowie zum Ernährungscoach sind erfolgreich abgeschlossen. Nebenbei trainiert er die Nachwuchs-Skispringer des Nordic Team Absam. Was seine Ausbildung mit dem Skispringen zu tun hat? „Ich würde gerne ins Trainer-Business einsteigen. Beim Springen gehen Technik und Ernährung Hand in Hand. Mit meiner Ausbildung komme ich diesem Ziel einen Schritt näher“, so Diethart.

Ab März ist Diethart auch auf der Leinwand zu sehen. Gemeinsam mit anderen Skispringern wie Stefan Kraft, Daniel André Tande oder Noriaki Kasai stellt er sich in der Sport-Doku „The Big Jump – Flieg mit uns in 3D“ den Fragen von Hanno Settele und Alexander Pointner. „Alex Pointner hat mich gefragt, ob ich Lust hätte mitzumachen. Sie brauchten noch Negativbeispiele“, erzählt Diethart. Dass er das „Negativbeispiel“ im Film darstellt, sieht er jedoch durchwegs positiv.

„Beim Skispringen sieht man meist nur das Positive, die Erfolge. Dabei geht es aber um viel mehr. Man muss mental total stark sein. Und natürlich passieren auch extreme Sachen wie schlimme Stürze. Ich finde es gut, dass ich dabei sein kann und den Leuten so auch die negativen Seiten aufzeigen kann.“ Im Film sieht er, sich selbst, wie er schwer stürzt. Emotionen hat er dabei allerdings keine mehr. Ganz locker erklärt er, dass das einfach dazugehört. Mit etwa zwölf Jahren hat er sich bereits alle „schlimmen“ Videos angesehen. „Da weiß man dann schon, was auf einen zukommen kann“, so Diethart. Am Samstag, 9. März, kommt Thomas Diethart im Zuge der Filmpremiere ins Star Movie nach Tulln. Ab 18 Uhr steht er dort für Autogramme bereit.