Sperre für den Beisser. Uruguays Luis Suarez hätte einer der großen Stars dieser WM werden können. Jetzt ist sie für ihn vielleicht schon vorbei. Die FIFA wird den Superstürmer nach seiner Biss-Attacke aufgrund des öffentlichen Drucks sperren müssen.

Von Frenkie Schinkels. Erstellt am 25. Juni 2014 (13:16)
NOEN, Baldauf
Es ist sicher kein Leckerbissen gegen das italienische Raubein Chiellini zu spielen. Dass sich Suarez dann aber zu so einem Blödsinn hinreißen lässt, ist unglaublich dämlich. Vor allem, weil er so etwas im Laufe seiner Karriere schon öfter gemacht hat. Jetzt wird die FIFA gar nicht anders können, als einen der größten Stars dieser WM zu sperren.

Italien ist aber gestern nicht ausgeschieden, weil Chiellini gebissen wurde. Dieser Mannschaft fehlt es einfach an offensiver Qualität. Wenn alles am 35-jährigen Pirlo und am launenhaften Balotelli hängt, dann kann irgendetwas nicht stimmen. Wo sind die Inzaghis, die Del Pieros, die Baggios? Da stimmt im italienischen Fußball etwas Grundlegendes nicht.

Engländern fehlte Killerinstinkt

England hat ähnliche Probleme, hat das im Unterschied zu Italien aber bereits längst erkannt. Dort ist schon großteils die neue Generation am Werken. So wie beim abschließenden 0:0 gegen Costa Rica fehlte aber bei den Engländern über alle drei Spiele der Killerinstinkt. Das war in Summe zu wenig.

In Gruppe C hat es Griechenland also doch noch geschafft. Ich bin nach wie vor kein Fan des griechischen Spiels. Trotzdem muss man nach dem gestrigen Sieg gegen die Elfenbeinküste sagen: "Hut ab!" Die haben den Aufstieg wirklich erzwungen. Hut ab auch vor Elferschützen Samaras. Dieser griechische Conchita-Wurst-Verschnitt bewies Nerven aus Stahl. Es war echt witzig zu beobachten, wie die Teamkollegen Samaras den Ball in die Hand drückten und ihn fast zum Elferpunkt schoben. Er blieb trotz dieses enormen Drucks eiskalt.

Kolumbien dominierte Gruppe C

Kolumbien hat die Gruppe mit drei Siegen souverän beherrscht. Gemeinsam mit Chile, Costa Rica und Mexiko sind die Kolumbianer die Überraschung dieser WM. Wenn man genau hinschaut, ist es aber gar nicht so sensationell, dass diese Mannschaften erfolgreich sind. Dort fehlen zwar die absoluten Superstars wie Messi oder Ronaldo, dafür haben sie einige "versteckte" Stars. So sind zum Beispiel die Stürmer von Kolumbien keine Unbekannten. Adrian Ramos kennt man aus der Deutschen Bundesliga.

Den hat Dortmund nicht umsonst verpflichtet. Jackson Martinez trifft für den FC Porto wie am Fließband. Chile hat mit Alexis Sanchez von Barcelona oder Aduro Vidal von Juventus absolute Topspieler. Selbst Costa Rica hat mit Bryan Ruiz (Eindhoven) oder Joel Campbell (Piräus) Spieler in den Reihen, die Fußballkennern in Europa ein Begriff sind. Auffällig ist natürlich auch, dass diese Mannschaften alle einen guten Plan haben. Dort stehen die Mannschaften und nicht einzelne Spieler im Mittelpunkt. So gesehen ist es gut, dass die angesprochenen Spieler eben "versteckte" Stars und keine Superstars sind.

Messi soll endlich zeigen, was er drauf hat

Wie es mit meinem "Lieblings-Superstar" Messi weitergeht, werden wir heute im Spiel gegen Nigeria sehen. Eigentlich ist davon auszugehen, dass die fix qualifizierten Argentinier den Afrikanern nicht weh tun werden. Da sich Messi aber ohnehin schon zwei Spiele lang geschont hat, soll er sich doch bitte diesmal auf der Ersatzbank schonen oder endlich zeigen, was er drauf hat. Wenn Argentinien nicht Vollgas gibt, wäre das natürlich fatal für den Iran. Egal, ob sie heute ausscheiden oder weiterkommen, der Iran kann stolz auf die bisherigen Leistungen sein.

In Gruppe E ist die Ausgangslage ähnlich. Dort ist die Schweiz von einem Punktegewinn der Franzosen im Parallelspiel abhängig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frankreich gegen Ecuador gewinnt. Die schwimmen auf der Erfolgswelle und werden diesen Rhythmus nicht verlieren wollen. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die Schweiz überhaupt gegen Honduras gewinnt.