Karl und Pilz NÖ-Sportler des Jahres

Erstellt am 19. Oktober 2022 | 21:15
Lesezeit: 7 Min
Der Snowboard-Olympiasieger aus Wilhelmsburg und die Kletter-EM-Medaillengewinnerin aus Haag wurden in Grafenegg ausgezeichnet.
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Die Siegerinnen und Sieger stehen fest! Bei der Sportlounge 2022 in der Reitschule Grafenegg wurden am Mittwoch Abend zum 46. Mal die niederösterreichischen Sportlerinnen und Sportler sowie Mannschaften des Jahres 2022 ausgezeichnet. 

Karl und Pilz NÖ-Sportler des Jahres
Foto: Erich Marschik

Zum Sportler des Jahres wurde Benjamin Karl gewählt. Mit Gold im Parallel-Riesentorlauf bei den Olympischen Winterspielen in Peking vervollständigte der erfolgreichste Snowboarder aller Zeiten seine Medaillensammlung und setzte seiner Karriere somit die Krone auf. 

Bei den Damen triumphierte Jessica Pilz, die sich bei der Kletter-EM Silber im Vorstieg sowie Bronze im Kombi-Bewerb sicherte. Zudem holte die Haagerin bei den World Games Gold im Vorstieg. Für Sportlandesrat Jochen Danninger haben sich Jessica Pilz und Benjamin Karl die Auszeichnungen mehr als verdient: „Herzlichen Glückwunsch, Jessica Pilz und Benjamin Karl! Ihr habt in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass ihr zur absoluten Weltspitze gehört. Mit euren Leistungen seid ihr großartige Vorbilder für Jung und Alt. Ganz Niederösterreich ist stolz!“ 

Auf den Plätzen dahinter landeten bei den Damen Gewichtheberin Sarah Fischer sowie Skifahrerin Katharina Huber und bei den Herren Schwimmer Felix Auböck sowie Leichtathlet Markus Fuchs.

SKN St. Pölten-Frauen sind Mannschaft des Jahres

Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres sicherte sich der SKN St. Pölten Frauen den Sieg. Die Kickerinnen holten in der vergangenen Saison das Double und qualifizierten sich als erstes österreichisches Team für die Gruppenphase der Frauen-Fußball-Champions-League. Das Treppchen komplettieren die Handball-Frauen von Hypo Niederösterreich und die Handball-Herren von Förthof UHK Krems. 

Aigners räumten bei den Parasportlern ab

Bei den Parasportlern des Jahres räumte das Geschwister-Trio Aigner alle Preise ab. Platz eins ging an den 17-jährigen Johannes Aigner. Der Para-Skifahrer holte mit seinem Guide Matteo Fleischmann bei der Para-Ski-Weltmeisterschaft in Lillehammer zweimal Gold und zweimal Silber sowie fünfmal Edelmetall (zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze) bei den Paralympischen Winterspielen in Peking.  Veronika und Guide Elisabeth Aigner belegten bei der Wahl den zweiten Rang. Der dritte Platz ging an Barbara Aigner und Guide Klara Sykora. 

Leichtathletin Lena Pressler beste Nachwuchssportlerin

Zur besten Nachwuchssportlerin wurde Lena Pressler gekrönt. Beim Liese-Prokop-Memorial brach die junge Niederösterreicherin über 400-Meter-Hürden mit 56,73 Sekunden den fast 35 Jahre alten österreichischen Rekord. Zudem holte sie im vergangenen Jahr ihren fünften Staatsmeistertitel. Aufs Podest schafften es zudem Kevin Amon und Daiyehan Nichols-Bardi.

Dominic Thiem sorgt für historisch größten Sportmoment

Zum Jubiläum Niederösterreichs wurde im Rahmen der diesjährigen Sportlounge auch der Titel „100 Jahre Niederösterreich – Der größte Sportmoment“ verliehen. Zu den Nominierten zählten die Sportlegenden Liese Prokop, Ilona Gusenbauer, Emese Hunyady, Werner Schlager, Michaela Dorfmeister, Claudia Lösch und Thomas Diethart sowie die noch aktiven Sportgrößen Dominic Thiem, Anna Kiesenhofer und Benjamin Karl. 

Der Sieg im Publikums-Voting ging letztlich hauchzart an Tennis-Ass Dominic Thiem, der mit seinem Grand-Slam-Titel bei den US Open 2020, als erst zweiter Österreicher nach Thomas Muster 1995 in Paris, niederösterreichische und österreichische Sportgeschichte schrieb. 

Hinter dem 29-jährigen Lichtenwörther, der aufgrund der Teilnahme bei der European Open in Antwerpen nicht persönlich in Grafenegg sein konnte, folgen Tischtennis-Weltmeister Werner Schlager und Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Emese Hunyady auf den Plätzen zwei und drei. „Herzlichen Glückwunsch an Dominic Thiem und vielen Dank an all unsere Sportlegenden! Sie alle hätten sich diese Auszeichnung verdient, denn mit ihren Erfolgen haben sie gemeinsam die Basis für die erfolgreiche und vielfältige Entwicklung unserer heutigen Sportlandschaft gelegt! Wir können stolz sein, dass wir so viele blau-gelbe Sportlegenden haben, auf die wir aufblicken können“, so Danninger.

Sportlegenden Michael Ludwig und Rudolf Hajek geehrt

Um an die historischen Leistungen und Erfolge niederösterreichischer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zu erinnern, wurden bei der Sportlounge auch wieder Sportlegenden geehrt. Michael Ludwig und Rudolf Hajek verewigten sich mit ihren Handabdrücken und ihrer Unterschrift auf zwei Legendenplatten. Diese werden beim Zugang zum Sportzentrum Niederösterreich in St. Pölten verlegt, um ein Mosaik der niederösterreichischen Sportgeschichte zu zeichnen. 

Fechter Michael Ludwig holte bei diversen Europameisterschaften von 1991 bis 2004 einmal Gold, einmal Silber und viermal Bronze im Einzel sowie einmal Silber und zweimal Bronze mit der Mannschaft. Er nahm dreimal an Olympischen Spielen teil und holte 1996 mit einem vierten Platz mit der Mannschaft seine beste Platzierung. 

Para-Tischtennisspieler Rudolf Hajek ist dreimaliger Paralympics-Sieger (zweimal im Einzel, einmal im Doppel) und krönte sich durch zahlreiche Staatsmeister-, Europameister- und Weltmeistertitel zu einem der erfolgreichsten Tischtennis-Rollstuhlsportler. „Michael Ludwig und Rudolf Hajek sind mit ihren beeindruckenden Erfolgen nicht mehr aus der niederösterreichischen Sportwelt wegzudenken. Noch heute sind sie Vorbilder für Generationen“, so Sportlandesrat Jochen Danninger.