NÖ-Sport im Wandel. Rund drei Millionen fließen jährlich in Sport-Infrastrukturprojekte – Platzhirsch Fußball verliert Boden.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 13. August 2019 (05:31)
Mario Witek
Gepflegt wirkt der Sportplatz in Wulzeshofen allemal. Die Auslastung könnte nach dem Aus für den Fußballklub besser sein.

Zwischen 2,8 und 3,5 Millionen Euro steckte das Land Niederösterreich jährlich seit 2011 an Förderungen in den Sportstättenbau. Auch 2019 wird sich das Fördervolumen in dieser Schwankungsbreite bewegen. Für VP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav eine Investition mit Sinn: „Schließlich brauchen wir neben engagierten Vereinen eben auch moderne und multifunktionelle Sportanlagen als Fundament für die erfolgreiche Sportausübung im Breiten- und Spitzensport.“

zVg
Sportlandesrätin Petra Bohuslav hält den Sportstättenbau für essenziell.

Und Bohuslav liefert das Stichwort: „multifunktional“. Denn Niederösterreichs Sportlandschaft ist im Wandel begriffen. Bewegungshungrige strömen nicht mehr nur zum Fußball oder zum Tennis, sondern finden vermehrt Gefallen an Trend- und Individualsportarten. Die Herausforderung: bestehende Anlagen anderen Sportarten zugängig zu machen.

Seit 2017 werden etwa Projekte, die Synergien zwischen Gemeinden und Sportarten schaffen, mit einer höheren Förderquote von 33 Prozent unterstützt. Ebenso wird die Umrüstung bestehender Sportanlagen – beispielsweise von Tennis- zu Beachvolleyballplätzen – forciert.

Auch im Weinviertler Wulzeshofen war das Interesse an Beachvolleyball die „Rettung“ für den Sportplatz. Beim örtlichen Fußballklub gingen schon vor Jahren die Rollbalken runter, seither werden auf dem Gelände regelmäßig Beachvolleyball-Turniere gespielt. Auch eine Fußball-Hobbytruppe sorgt fallweise für Auslastung und hält den Sportplatz in Schuss. Ob das eine Anlage in „Fußballplatz-Dimension“ rechtfertigt? Eine Frage, die man sich nicht nur in Wulzeshofen stellt.