SV Horn wird japanisch. Japans Fußball-Star Keisuke Honda steigt mit seinen Brüdern beim SV Horn ein. Rudolf Laudon (Bild) ist der neue starke Mann bei den Waldviertlern.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 08. Juni 2015 (09:18)
NOEN, Dangl / EPA/Turner
Rudolf Laudon und Japan-Superstar Keisuke Honda

Vor wenigen Tagen setzte es für den SV Horn mit dem Abstieg in die Regionalliga einen sportlichen Rückschlag, nun soll es gleich wieder bergauf gehen. Und das mit Hilfe aus Japan! Der grandiose Deal: Der japanische Fußball-Superstar Keisuke Honda (28), der aktuell bei AC Milan in der italienischen Serie A kickt, bisher 61 Mal (23 Tore) für das Nationalteam einlief, steigt mit seinen Brüdern Hiroyuki und Youji beim SV Horn ein! Die Hondas besitzen in Japan über 50 Fußballschulen und sind an Medien- und TV-Unternehmen im asiatischen Raum beteiligt.

Honda neuer Obmann

Daher kommt’s am Dienstag bei der Generalversammlung der Horner zu folgenden Änderungen: Youji Honda (31) übernimmt von Thomas Kronsteiner den Obmannposten, ihm zur Seite steht Kronsteiners bisheriger Stellvertreter Rudolf Laudon als gleichwertiger Partner. Der Profibetrieb wird in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert, an der der SV Horn 51 Prozent, die Familie Honda 49 Prozent halten wird. Langzeit-Obmann Kronsteiner (seit 1995) wird Vorsitzender des neu geschaffenen Aufsichtsrates dieser Kapitalgesellschaft. Der Vereinsname bleibt unverändert.

„Uns ist wichtig zu betonen, dass wir den Verein nicht verkaufen oder uns irgendjemanden ausliefern. Wir gehen eine Partnerschaft ein“, erklärt Rudolf Laudon. Der 48-jährige Private Banker, der in Gars/Kamp wohnt, hat die Verträge mit der Familie Honda ausgehandelt. Den Kontakt stellte Horns Co-Trainer Masaki Morass her.

Stadion soll ausgebaut werden

Warum die Hondas ausgerechnet beim SV Horn einsteigen? „Sie haben den europäischen Markt beobachtet. In Österreich haben sie die beste Kosten-/Nutzenrechnung erhalten“, so Thomas Kronsteiner. Die Hondas wollen von Österreich aus ihre Firma in Europa etablieren. Daher hätte sich Horn in Verhandlungen gegenüber Wiener Neustadt, Wiener Sportklub, Vienna oder Wacker Innsbruck durchgesetzt.

„Weil bei uns das Gesamtpaket passte“, erklärt Laudon. Die Pläne in Horn sind groß: Dem Wiederaufstieg in die Sky Go Erste Liga soll der Durchmarsch in die Tipico Bundesliga und in den Europacup folgen. „Wenn man in der höchsten Liga ist, dann muss der Europacup das Ziel sein“, meint Laudon. Die Realität heißt aber vorerst Regionalliga. „Wir werden eine starke Mannschaft haben, mit der wir aufsteigen können“, so Laudon.

Budget ähnlich wie im Vorjahr

Auch infrastrukturell soll sich in Horn einiges tun. Nicht nur, dass das Stadion ausgebaut wird, entsenden die Hondas auch ein eigenes Management ins Waldviertel. Neo-Obmann Youji Honda zieht extra von Japan nach Horn. Punkto Budget und genauer Höhe des Investments der Hondas gibt sich Laudon noch bedeckt, auch die Dauer der Zusammenarbeit wurde zeitlich nicht abgesteckt. Das Budget für die kommende Saison dürfte jenem der Ersten Liga (knapp unter zwei Millionen) ähnlich sein.

"Seriöse Zusammenarbeit - nichts Dubioses"

„Es ist eine seriöse Zusammenarbeit, die vertraglich dokumentiert ist – nichts Dubioses“, so Laudon. Thomas Kronsteiner hingegen begründet diesen Deal damit, dass er sich von der Politik im Stich gelassen fühlte: „In Niederösterreich zählen nur St. Pölten und Wiener Neustadt – und in Wirklichkeit spiegelte die Tabelle nur die budgetären Mittel wider. Wir waren am Plafond angelangt.“ Dieser rückte nun wieder ein Stückchen höher …