Pottendorfer Novak freut sich in Wimbledon auf Kumpel Kubler

Aktualisiert am 30. Juni 2022 | 06:30
Lesezeit: 3 Min
Beim Niederösterreicher läuft es sportlich und privat derzeit rund
Beim Niederösterreicher läuft es sportlich und privat derzeit rund
Foto: APA/AFP/Archiv
Für Dennis Novak aus Pottendorf (Bezirk Baden) ist Wimbledon 2022 bereits jetzt die Reise wert gewesen.
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Nach den drei Siegen in der Qualifikation meisterte der 28-Jährige auch die erste Hauptrunde des Tennis-Rasenklassikers mit einem Viersatzerfolg gegen Facundo Bagnis aus Argentinien und darf sich über ein Preisgeld von 78.000 Pfund (rund 90.000 Euro) freuen. Der Fokus des Niederösterreichers liegt aber ganz auf Zweitrunden-Gegner Jason Kubler. "Ich kenne ihn sehr gut, er ist mein Jahrgang", sagte Novak.

Das Duell ist für Donnerstag als drittes Match nach 12.00 Uhr MESZ (live Sky) bzw. nach einem Männer- und einem Frauen-Einzel auf Court 16 angesetzt. Kubler hat mit einer starken Leistung in Runde eins den als Nummer 28 gesetzten Briten Daniel Evans glatt mit 6:1,6:4,6:3 eliminiert. "Wir kennen uns seit der Jugend, verstehen uns extrem gut. Für mich überraschend, dass er den Evans vor allem auch so deutlich geschlagen hat. Das zeigt, dass er ein sehr guter Rasenspieler ist", meinte Novak gegenüber Journalisten am Dienstagabend nach seiner Partie.

Im Head-to-Head steht es 1:0 für den ÖTV-Spieler. 2019 besiegte er den Australier beim ATP-Challenger-Turnier im nordenglischen Ilkley glatt in zwei Sätzen - auf Gras. "Er ist sicher gut in Form, aber da brauche ich mich nicht verstecken. Ich muss ehrlich sagen, ich spiele lieber gegen Kubler als gegen Evans", erklärte Novak, der im September zum zweiten Mal Nachwuchs - erneut einen Buben - erwartet.

Die erspielten Einnahmen in London passen da gut, im Falle eines Einzugs in Runde drei gibt es 120.000 Pfund (139.000 Euro). "Ich spiele jetzt nicht fürs Geld, aber natürlich ist es ein schöner Beigeschmack. Ich habe eine Familie zuhause, das zweite Baby ist jetzt am Kommen, deswegen muss noch ein bisserl was heimkommen."

Zudem tröstet es über die verpassten Weltranglisten-Punkte hinweg, die man heuer in Wimbledon heuer aufgrund einer ATP- und WTA-Entscheidung wegen der Sperre von russischen und belarussischen Tennisprofis durch die Turnier-Organisatoren nicht bekommt. Das sei zwar schade, bedauerte Novak. Aber nach den gesundheitlichen Problemen zu Jahresbeginn (u.a. Corona) "ist es mir jetzt einfach wichtig, dass ich wieder gut spiele, dass ich wieder Spaß am Tennis habe und dass es mir körperlich gut geht und das ist jetzt im Moment der Fall. Wenn ich so weitermache und regelmäßig meine Leistungen bringe, dann kommen die Punkte sowieso."

In Wimbledon ist der Niederösterreicher ohne seinen Trainer Günter Bresnik, von dem er ein tägliches Ferncoaching via Telefon bekommt. "Sobald ich mein Handy aufdrehe, habe ich schon einen verpassten Anruf vom Günter." Vor dem Match gegen Kubler war am Mittwoch nur ein lockeres Training angesetzt. "Ich muss einfach schauen, dass mein Körper am Donnerstag wieder bereit ist", sagte Novak, für den Wimbledon nach 2018 (Drittrunden-Einzug) erneut eine Erfolgsgeschichte ist. "Man kann sagen, dass das mein Lieblings-Grand-Slam ist."

Sollte allerdings gegen Kumpel Kubler das Aus kommen, wird Novak kommende Woche beim ATP-Challenger in Salzburg aufschlagen. Lieber wäre dem 28-Jährigen allerdings ein Verbleib auf dem heiligen Rasen.