Thiem gewann ÖTV-Duell in Kitzbühel gegen Melzer. Eine unerwartet klare Angelegenheit war am Mittwoch das mit Spannung erwartete rot-weiß-rote "Generationen-Duell" in Kitzbühel zwischen Dominic Thiem und Jürgen Melzer. Der 19-jährige Niederösterreicher schlug im Achtelfinale des mit 410.200 Euro dotierten "bet-at-home" Cups sein "Idol" in nur 76 Minuten mit 7:5,6:3 und trifft nun auf den als Nummer sieben gesetzten Spanier Albert Montanes.

Erstellt am 31. Juli 2013 (19:04)

Ausgeschieden ist auch Andreas Haider-Maurer nach einem 3:6,4:6 gegen die Nummer 2 des Turniers, den Argentinnier Juan Monaco.

Der "Österreichertag" im Achtelfinale des ATP-250-Turniers mobilisierte auch wieder die Tennis-Fans. Über 5.000 Zuschauer sorgten bei heißen Temperaturen für eine großartige Kulisse. Erstmals seit 2004 mussten die Organisatoren auch den oberen Rang des Kitzbüheler Tennis-Stadions öffnen. Im Generationenduell stand dann die Mehrheit der Fans auf der Seite des vermeintlichen Außenseiters Thiem. Zuvor bei Haider-Maurer hatte es sogar Länderspielstimmung auf dem Centre Court gegeben.

Doch als Außenseiter präsentierte sich der 19-Jährige Thiem, im ATP-Ranking auf Platz 268, nicht. Von Beginn an hielt er gegen Melzer mit und setzte die 32-jährige Nummer eins des Landes und 34 der Welt gleich unter Druck. Mit dem ersten Breakball der Partie ging Thiem im ersten Satz mit 6:5 in Front und brachte dann seinen Aufschlag zum 7:5 durch.

In Durchgang zwei führte Thiem gegen Melzer nach zwei Breaks schon 5:0, ehe der als Nummer vier gesetzte Favorit konterte und sogar drei Breakbälle zum 4:5 vorfand. "Da war ich dann zu wenig locker", bekannte Melzer, für den sein erstes Kitz-Einzelmatch damit auch schon sein letztes war. Denn Thiem wehrte die Breakbälle ab und servierte zum 6:3 aus."Das war schon sehr nervenaufreibend für mich, weil eine 5:0-Führung immer sehr tückisch ist", schilderte er.

Nach der Partie, die dem Youngster seinen bisherigen Karrierehöhepunkt brachte, sprach Thiem von einem Supergefühl. Er meinte aber auch entschuldigend gegenüber Melzer: "Gegen jeden anderen des Rasters hätte ich lieber gewonnen, weil Jürgen so große Verdienste um den Sport in Österreich hat."

Ohne Druck will Thiem am Donnerstag das Viertelfinale gegen Montanes bestreiten. "Locker bleiben, ich habe nichts zu verlieren", sagte Thiem, der in Kitzbühel bisher 12.040 Euro und 45 Punkte kassiert hat.

Melzer nahm die Niederlage in seinem Auftaktmatch gelassen hin: "Ich hatte schon bitterere Niederlagen. Die Tatsache, dass es ein Österreicher war, schmerzt weniger. Ich war einfach schlecht."