Thiem verlor in Como erstes Challenger-Finale. Dominic Thiem hat am Sonntag sein erstes Endspiel auf Challenger-Ebene verloren.

Erstellt am 01. September 2013 (21:12)
Dominic Thiem (19) hat am Sonntag sein erstes Endspiel auf Challenger-Ebene verloren. Der Niederösterreicher unterlag zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag im Finale des mit 30.000 Dollar dotierten Sandplatzturniers von Como in Italien dem spanischen Topfavoriten Pablo Carreno Busta mit 2:6,7:5,0:6. Dennoch blickt Thiem auf erfolgreiche Wochen zurück. Mit einem Future-Sieg und dem nunmehrigen Finale in Como wird der aktuelle 216. der Weltrangliste die Top-200 knacken und sich rund um Platz 175 wiederfinden.

Damit ist klar, dass Österreichs größtes Tennis-Talent 2014 vermehrt auch auf der ATP-Tour aufschlagen wird. "Wenn er in den Top 200 ist, wird er sicher mit der Qualifikation für die Australien Open beginnen und ein Vorbereitungsturnier spielen", blickt Thiems Coach Günter Bresnik bereits voraus. "Wichtig ist aber, die richtige Mischung aus größeren und kleineren Turnier zu finden. Er braucht einen Punkte-Polster, um nicht gleich wieder auf 300 zurückzufallen", sagte der einstige ÖTV-Davis-Cup-Kapitän.

Jungstar Thiem ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch Krankheiten und Verletzungen zurückgeworfen worden. Zuletzt hatte er eine hartnäckige Darmerkrankung durchzustehen gehabt, besiegte danach auf dem Weg ins Kitzbühel-Viertelfinale aber u.a. mit Jürgen Melzer auch Österreichs aktuelle Nummer eins. 2011 hatte er beim Hallenturnier in Wien schon das Generationenduell mit Thomas Muster für sich entschieden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sepp Resnik

Thiems aktuelles Hoch ist auch Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem früheren "Ironman" Sepp Resnik. Der mittlerweile 60-jährige, ehemalige Extremsportler und Berufssoldat war von Bresnik engagiert worden, um Tennis-Talent Thiem konditionell, aber auch mental auf Vordermann zu bringen.

"Tennisspieler sind gemeinhin ja Weicheier, nur die echt Harten sind vorne", erklärte Bresnik in seiner üblichen offenen Art, warum er "Eisenmann" Resnik engagiert hat. "Sepp ist sehr bemüht, hat viel Enthusiasmus und setzt keine Grenzen, die vielleicht gar nicht da sind", so Bresnik. So ging die letzte Vorbereitung in einem Jagdhaus imniederösterreichischen Urgersbachtal in Szene. Duschen unter dem Wasserfall inklusive.

"Sie sind beim Joggen an einen Fluss gekommen und Dominik wollte umdrehen. Dann sind sie aber hindurchgeschwommen und weitergelaufen", erzählte Bresnik eine Episode. "Im Moment ist Sepp einfach der richtige Mann", ist der Coach überzeugt.

Großer Kampfgeist

Thiem zeigte jedenfalls im Como-Finale großen Kampfgeist. Im zweiten Satz schaffte er bei 4:5 das Rebreak und gleich darauf den Satzgewinn. Erst im dritten Satz musste der Lichtenwörther klein beigeben. Thiem wird auch in den kommenden zwei Wochen Turniere spielen und sich dann nach einem weiteren Konditionsblock in der Halle auf das Wiener Stadthallen-Turnier vorbereiten.

Wie intensiv er 2014 in die große Tour einsteigt, wird sich auch bei einem Training im November und Dezember in Spanien zeigen. Dort wird u.a. mit Ernests Gulbis, einem derzeit auf Platz 33 liegenden Letten und weiteren Bresnik-Schützling auf höchstem Level trainiert. "Da wird man sehen, wie Dominic das verkraftet. Man muss mit viel Gefühl abwägen, wie die Mischung aus Futures, Challengern und ATP-Turnieren aussieht", hat sich Bresnik vorgenommen, nichts zu überstürzen.