Thiem zog in 2. Melbourne-Runde ein. Der Lichtenwörther Dominic Thiem steht in Runde zwei der Tennis-Australian-Open.

Erstellt am 13. Januar 2014 (07:38)
Dominic Thiem hat am Montag ein glänzendes Debüt in einem Grand-Slam-Hauptbewerb hingelegt. Der 20-Jährige gewann in Melbourne in Runde eins der Australian Open gegen den Portugiesen Joao Sousa 5:7,6:4,6:3,7:6(3). In Runde zwei trifft Thiem auf den als Nummer 19 gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson. Patricia Mayr-Achleitner unterlag US-Hoffnung Madison Keys 2:6,7:6(8),7:9.

Gleich toll losgelegt, dann Faden verloren

Thiem legte auf Court 5 in seinem ersten "best of five"-Match unbeeindruckt von Weltranglistenplatz 50 seines Gegners los, erarbeitete sich im ersten Satz eine 5:3-Führung. Zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, verlor er aber den Faden und gab den Durchgang noch ab.

Mit je zwei Breaks in den folgenden beiden Sätzen riss der zweifache ATP-Viertelfinalist aber das Ruder herum. In der Entscheidung ging es ohne Breakchance in das Tiebreak, in dem der ÖTV-Jungstar nach einem 3:0 nichts anbrennen ließ.

Mit starkem Aufschlag aus Tief geholt

"Ich habe mich nach dem ersten Satz super zurückgekämpft, was nicht leicht ist", analysierte Thiem die 185-Minuten-Partie. "Dann habe ich einen guten zweiten und dritten Satz gespielt." Im vierten Durchgang habe er noch ein wenig Probleme bekommen. "Keine Ahnung, vielleicht weil ich ein bisschen zu wenig getrunken oder gegessen habe. Aber mit meinem Aufschlag habe ich mich immer wieder herausgeholt."

20 Asse donnerte Österreichs Nummer drei in das Feld - je sieben im ersten und vierten, je drei im zweiten und dritten Satz. "Ich habe heute von hinten nicht so gut gespielt wie gegen Klizan (Anm.: Martin Klizan/SVK, 3. Qualifikationsrunde), aber unfassbar serviert", schrieb der Lichtenwörther kurz nach seinem Erfolg auf Facebook. "Gewonnen habe ich, weil ich druckvoller gespielt habe als er und aggressiv geblieben bin. Das ist ein Mega-Erfolg für mich und ich freue mich extrem."

Jetzt geht es ganz normal weiter

Von Euphorie war Thiem aber weit entfernt. "Das große Ziel habe ich ja schon mit der Qualifikation geschafft", erklärte er. "Das war aber gleich danach vergessen, weil es mit dem Hauptbewerb erst richtig los geht." Die starke Leistung gegen einen Top-50-Spieler stellte den Lichtenwörther zufrieden, mehr nicht. "Ich bin jetzt in der zweiten Runde und das Turnier geht ganz normal weiter."

Der gegen den ebenso 20-jährigen Tschechen Jiri Vesly in fünf Sätzen erfolgreich gebliebene 27-jährige Anderson ist Thiems am zweithöchsten gereihter Gegner nach Jo-Wilfried Tsonga. Dem Franzosen war er im Wien-Viertelfinale knapp unterlegen.

"Er ist ein ganz anderer Spielertyp als Sousa", meinte Thiem. "Heute waren lange Rallies, aber Anderson serviert unfassbar und geht schnell auf den Punkt." Aufgrund der in Melbourne herrschenden Hitze sah das der Weltranglisten-136. als Vorteil an.

Chance auf Top 100

Unabhängig vom Abschneiden in dem vermutlich für Mittwoch angesetzten Match gegen den Weltranglisten-21. wird Thiem sein Karriere-Hoch von 121 verbessern. Zieht er in die dritte Runde ein, sollten noch im Jänner die Top 100 fallen.

Die Ruhepause am Dienstag nach vier Spielen in sechs Tagen ist willkommen. Thiem: "Drei Stunden, das erste "best of five", das ist etwas ganz Anderes. Ich bin heilfroh, dass es einen Tag Pause gibt. Ich werde gut regenerieren."