Unsere royalen Athleten. Mehrkämpfer gelten als die „Könige der Leichtathletik“. NÖ hat in Dominik Distelberger einen und in Ivona Dadic gar eine Königin. Beide starten bei der WM in London.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 01. August 2017 (01:37)
Ob Speer oder Kugel – Dominik Distelberger und Ivona Dadic wollen bei der WM den großen Wurf landen.
 
APA/AFP/ Dennis; APA/Rinderer

Am Freitag startet die Leichtathletik-WM in London. NÖ ist mit Ivona Dadic und Dominik Distelberger vertreten. Die beiden Mehrkämpfer waren zuletzt in bestechender Form. Medaillen sind trotzdem außer Reichweite.

Wenngleich, ein wenig träumen ist im Sport nicht verboten. Distelberger gibt Einblick in die Arithmetik der Zehnkämpfer: „Mit 8.600 Punkten gibt es vermutlich eine Medaille. Wenn ich in allen Disziplinen meine Bestleistung bringen würde, dann komme ich genau auf diesen Wert.“ Realistisch ist das freilich nicht. Der 27-jährige Purgstaller hält bei einer Bestleistung von 8.178 Punkten, wenn er die zehn Disziplinen an zwei Tagen abspulen musste.

Dass im sportlichen Multitalent aus dem Mostviertel aber weit mehr Potenzial schlummert, darüber gibt diese Differenz Auskunft. Bei seinem letzten Bewerb in Götzis haperte es vor allem im Hochsprung. Das lag daran, dass einmal mehr die Achillessehne Probleme machte und auch im Vorfeld der WM (Bewerb am 11. und 12. August) immer noch zwickt. „Ich würde gerne mehr trainieren, muss mich aber selbst zurücknehmen. Das ist die große Kunst bei uns Zehnkämpfern“, plaudert Distelberger aus dem Nähkästchen. „Ich fühle mich aber gut. Eine neue Bestleistung setze ich mir zum Ziel.“

Neuer Rekord soll Dadic zum Topplatz reichen

Auf Rechenspiele wie Distelberger will sich Siebenkämpferin Ivona Dadic gar nicht einlassen. „Wenn ich in jeder Disziplin Bestleistung bringe, habe ich ganz sicher eine Medaille. So läuft der Hase aber nicht im Mehrkampf“, lacht die für die Union St. Pölten startende Oberösterreicherin. Wenngleich, ganz so abwegig sind persönliche Bestleistungen in den Einzeldisziplinen bei Dadic nicht. Jüngst ging sie bei den österreichischen Meisterschaften in den Disziplinen Hochsprung, 100 Meter Hürden, 200 Meter und Kugel an den Start und simulierte so den ersten Wettkampftag eines Siebenkampfes.

„Das habe ich noch nie gemacht, hat sich aber gut ergeben und war super.“ Super waren auch ihre Leistungen. Sie brillierte mit vier persönlichen Jahresbestleistungen. „Ich bin in toller Form.“ Ernst wird es bereits Samstag und Sonntag. Dadic will ihren Rekord von 6.408 Punkten verbessern. Das sollte zumindest für einen Top-10-Platz reichen.