Vanel als Geburtshelfer. Nach der Starthilfe mit 20 Hockey-Schlitten durch den österreichischen Eishockey-Star war der Grundstein für „Versehrten-Eishockey“ in Ost-Österreich gelegt.

Von Kevin Kada. Erstellt am 16. Dezember 2013 (23:59)
NOEN, bernhard nezold
Von Kevin Kada

NHL-Spieler Thomas Vanek aus Baden ist seit Beginn der Sledge-Hockey-Bemühungen in Österreich ein großer Unterstützer. Vor allem, weil sein Vater Zdenek Vanek der Trainer des österreichischen Sledge-Hockey-Nationalteams ist.

Für den Vienna Warriors Obmann Florian Dungl war die großzügige Unterstützung der Startschuss: „Mit einer Spende von 20 Schlitten für das Team, war es für uns klar, dass wir das Beste daraus machen wollen. Immerhin kostet ein Gerät zwischen 800 und 1.500 Euro.“

Doch was ist Ice-Sledge-Hockey?

Die in den 1970er-Jahren in Schweden entwickelte Sportart für gehbehinderte Menschen unterscheidet sich im Regelwerk kaum vom herkömmlichen Eishockey. Die Spieler sitzen in einem Schlitten mit zwei Kufen und haben zwei kurze Schläger in der Hand, mit denen sie sich vorwärts bewegen und den Puck passen und schießen. In dieser Sportart gibt es seit 1986 regelmäßig Europa- und Weltmeisterschaften, außerdem ist sie Teil der Winter-Paralympics.

Wartezeit und Differenzen als Hürde

Die 2012 in St. Pölten gegründeten Vienna Warriors haben kein leichtes Leben in den heimischen Eishallen: „Wir mussten ein Jahr auf freie Eiszeiten warten. Nachdem wir in St. Pölten endlich spielen konnten, gab es einige Differenzen. Darum sind wir nach Wien übersiedelt. Trotzdem ist der Grundstamm der Spieler aus Niederösterreich geblieben“, so Warriors-Obmann Dungl.

Unter den Spielern finden sich neben Kai Habeler aus Vösendorf und Torhüter Werner Pouzar aus Maria Enzersdorf auch Dennis Wliszczak aus Mödling. Letzterer war jahrelang Teil der paralympischen Hochspringer und gewann bei den Spielen in Athen 2004 die Bronze-Medaille.

Das Jahr 2013 war ein erfolgreiches

„Wir haben ein paar neue Spieler im Team, und außerdem war es großartig, dass einige unserer Cracks auch für die Nationalmannschaft einberufen wurden.“, schildert Dungl. Ein großer Wunsch auf der Liste für die kommenden Jahre ist der Ligabetrieb.

Ambitionen sind da, doch es fehlt die Struktur, so Kapitän Andreas Meixner: „Wir überlegen, an der tschechischen Sledge-Hockey-Liga teilzunehmen. Da es in Österreich außer uns nur eine Mannschaft in Kärnten gibt, müssen wir uns nach ausländischen Ligen umschauen.“

2013 als Jahr voller Highlights

Neben dem Beitritt zum Österreichischen Eishockeyverband gab es 2013 noch einen großen Höhepunkt:
Eine Auswahl der Vienna Capitals Eishockey-Kampfmannschaft setzte sich in den Schlitten und zeigte am „Tag der offenen Tür“, wie schwierig Sledge-Hockey ist.

Die Vienna Warriors gewannen das Testspiel mit 6:1 und zeigten vor zahlreichen Zuschauern, dass Sledge-Hockey viel Geschick erfordert, so Obmann Florian Dungl: „Die Caps kamen mit den Schlitten nicht zurecht. Das geht jedem so, der zum ersten Mal darin sitzt. Man braucht ein Jahr, um spielfähig zu sein. Es erfordert hartes Training, da man in allen Bereichen zu 100 Prozent gefordert wird.“

Die Vienna Warriors suchen immer noch Spieler und Sponsoren. Informationen und Trainingstermine gibt es unter:

www.sledgehockey-vienna.at