„Inseraten-Affäre“: Gartner erwartet Stellungnahme von Milletich
ÖFB-Präsident Gerhard Milletich kam zuletzt gehörig unter Druck. Den Stein ins Rollen brachte er mit seinem Auftritt im Podcast „Zweierkette“ von Thomas Trukesitz und Elisabeth Gamauf höchstselbst. Dort ließ er durchklingen, dass ihm seine neue Stellung als ÖFB-Präsident in seinem „Brotberuf“ als Verlagschef durchaus von Nutzen sei.
Das Magazin „News“ und die Tageszeitung „Kurier“ sahen genauer hin. Deren Recherchen ergaben, dass Milletich seine Rolle als ÖFB-Boss sogar ziemlich schamlos und offensiv ausgenutzt haben soll, um Inserate für seine Medien zu akquirieren. Seither gehen die Wogen hoch, Rücktrittsaufforderungen inklusive.
So weit will NÖ-Fußballverbandspräsident Hans Gartner (noch) nicht gehen. Der Ziersdorfer erwartet, dass Milletich im ÖFB-Präsidium am Freitag zu den Anschuldigungen Stellung nehmen wird. „Ich gehe nicht davon aus, dass Milletich in den Kennenlerngesprächen mit Sponsoren oder in anschließenden schriftlichen Kontakten bezüglich Inseraten für sein Unternehmen als ÖFB-Präsident aufgetreten ist“, will Gartner Klarheit, inwiefern Milletich seine ehrenamtliche Tätigkeit beim größten Sportverband des Landes ausnutzte.
Weil der ÖFB-Boss ja auch rechtlich gegen die Anschuldigungen vorgehen will, wird laut Gartner ohnehin nachgewiesen, ob es „einen Missbrauch gegeben hat“. Sollten sich die Vorwürfe gegen Milletich dann aber erhärten, geht Gartner davon aus, dass sein burgenländischer Präsidiumskollege „zum Schutz des ÖFB selbst die Konsequenzen zieht“ und von seinem Amt zurücktritt.