Werbung für die Liga. In einem torreichen Spiel setzte sich der SKN gegen den SV Horn mit 5:2 durch und bestätigte damit den Aufwärtstrend der letzten Wochen.

Erstellt am 01. November 2013 (17:28)
NOEN, Claus Stumpfer
Gerald Baumgartner, Trainer des SKN St. Pölten. Foto: Claus Stumpfer

Von Peter Hofbauer

In der Anfangsphase versuchte zunächst der SKN das Spiel an sich zu reißen, ohne jedoch wirklich gefährlich vor das Tor zu kommen. Im Gegenzug sorgte Horn in der 6. Minute für eine blitzschnelle Kombination über links, die Thierry Fidjeu-Tazemeta zwar sehenswert mit der Ferse, aber ohne den Schuh dabei anzuhaben, abschloss. Trotz heftiger Reklamationen seitens der Wölfe gab Schiedsrichter Bernd Eigler den irregulären Socken-Treffer für die Horner. 

Dober beweist Präzision 

Der Rückstand brachte die Gastgeber etwas aus dem Spielfluss, bis in der 14. Minute Ambichl mit einer Flanke vor den ersten Pfosten erstmals Torhüter Jaroslav Kasprisin prüfte. Es folgte ein Eckstoß. Die Aktion schien schon vorbei, als Andi Dober mit einem scharfen flachen Schuss aus 30 Metern zum Ausgleich traf. 



Die 3.200 Zuseher in der NV-Arena sahen danach ein rassiges Derby mit Chancen auf beiden Seiten. In der 27. Minute flankte Dober mit viel Gefühl einen weiten Ball in den Strafraum hinein, Ambichl zog ab, doch der Abpraller konnte nicht verwertet werden. Gleich darauf sorgte Marco Sahanek mit einer scharfen Hereingabe für Gefahr auf der Gegenseite, ehe der Horner Torhüter eine Doppelchance von Ambichl und Kerschbaumer zunichte machte. 

Verdiente Führung für die Wölfe

Eine halbe Stunde war gespielt, Freistoß für den SKN. Wieder Dober, wieder flach, wieder scharf und wieder drin. Jaroslav Kasprisin, der sich zuvor mit glänzenden Paraden noch auszeichnen konnte, sah dabei gar nicht gut aus.

Nur wenige Minuten später ein schöner Angriff über viele Stationen, Jano mit einer perfekten Flanke auf Bozkurt, der aber über das Tor köpfelte. Die Führung war mittlerweile mehr als verdient. Doch unmittelbar darauf plötzlich Gefahr auf der anderen Seite. Tosun verlor den Ball in der eigenen Hälfte, Baumgartner wurde nicht attackiert, sein Schuss ging aber über das Tor von SKN-Torhüter Christoph Riegler. 





In der 42. Minute noch einmal eine Chance für den SKN. Nach einer Unachtsamkeit in der Horner Abwehr, kam Bozkurt abermals zum Aschluss. Sein Schuss ging aber knapp am langen Eck vorbei. 

Flotter Beginn der zweiten Halbzeit

Zurück aus der Kabine versuchte der SKN an der starken Vorstellung der letzten Minuten vor der Pause anzuschließen. Ambichl mit der Flanke, doch der Kopfball von Bozkurt war kein Problem für den Horner Schlussmann. 

Danach plätscherte das Spiel dahin – bis zur 55. Minute. Einwurf von links, Tazemeta mit Übersicht zu Sahanek, der setzt sich durch und schließt zum 2:2 trocken ab. Spätestens jetzt mussten die Wölfe ihren vielen vergebenen Chancen nachtrauern. Doch sie steckten nicht auf. Praktisch mit der nächsten Aktion hatten sie schon wieder die große Führungschance, doch Bozkurt brachte den Ball mit dem Kopf abermals nicht im Tor unter.

In der 62. Minute dann nach einem Foul an Ambichl wieder ein guter Freistoß von Dober, doch dieses Mal konnte Kasprisin den Ball zur Ecke abwehren.

Rote Karte für den Horner Kapitän

Es folgte wohl die Schlüsselszene im NÖ-Derby: Kapitän Aleksander Djordjevic zog als letzter Mann am Trikot von Schibany, nachdem er kurz davor die gelbe Karte gesehen hatte. Der darauf folgende Freistoß durch Dober brachte jedoch nichts ein.

In der 72. Minute sahen dann wohl alle im Stadion den Ball schon im Tor, doch Kerschbaumer schupfte diesen wenige Meter vorm Tor stehend am selbigen vorbei. Kurz danach brachte Jano den Ball vom Fünfer aus nicht im Kasten unten. Auch der in der Zwischenzeit eingewechselte Mirnel Sadvoic traf von 16 Meter Entfernung nicht ins Tor, sondern nur den Gegenspieler. Unfassbar, dass der SKN in dieser Phase seine klare Überlegenheit nicht in Tore umsetzen konnte. So stand es eine viertel Stunde vor Spielschluss noch immer 2:2. Die Horner Offensive war nach dem Ausschluss nicht mehr vorhanden.

Baumgartner bewies wieder Glückshändchen

Kaum am Feld, sorgte Noel für die große Erleichterung bei den SKN-Fans und zog nach schnellem Bass von dem ebenfalls eingewechselten Schibany ab ins lange Eck zum 3:2. Nur drei Minuten später dann die Vorentscheidung. Kerschbaumer setzte sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und spitzelte den Ball am Horner Schlussmann vorbei ins Tor zum 4:2.

Schiedsrichter Bernd Eigler hatte vom NÖ-Derby wohl noch nicht genug, denn er packte noch fünf Minuten Nachspielzeit oben drauf. Und so konnte auch noch Mirnel Sadovic die letzte Chance im Spiel nutzen, um für den 5:2 Endstand zu sorgen. 

Während also der SKN St. Pölten seinen Aufwärtstrend bestätigte, herrscht im Lager der Blau-weißen Ernüchterung. Da von den letzten sieben Spielen nicht weniger als fünf verloren gingen, belegen die Horner nur noch den vorletzten Platz. 


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Stimmen zum NÖ-Derby:

Wilhelm Schuldes (Trainer SV Horn): „Der Ausschluss war spielentscheidend. Da haben wir dann binnen wenigen Minuten mit Djordjevic und Lackner (Verletzung) zwei wichtige Spieler in der Defensive verloren. Bis zum 3:2 hab ich von St. Pölten nicht allzu viel gesehen."

Aleksandar Djordjevic (Horn-Kapitän): „In Österreich haben wir extrem schwache Schiedsrichter. Es war kein Ausschluss, sondern ein normales Laufduell. Es wäre für uns vielmehr drinnen gewesen."

Marco Sahanek (Horn-Torschütze): „Nach dem 3:2 waren wir mit den Kräften am Ende. Wir sind St. Pölten das ganze Spiel hinterher gelaufen."

Gerald Baumgartner (SKN-Trainer): „Heute haben wir eine sehr gute Leistung geboten. Nach vorne verteidigen ist unsere Spielphilosophie, die wir zuletzt schon gezeigt haben. Bis zum Ausschluss haben wir aus vielen Chancen nur zwei Tore gemacht. Aber Horn machte auch aus zwei Chancen auch zwei Tore. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, haben Risiko genommen und es hat sich ausgezahlt. Wir hätten den Sack aber früher zumachen müssen. Das erste Tor von ihnen war irregulär, aber da es am Ende gut für uns ausgegangen ist,  brauchen wir darüber jetzt nicht mehr sprechen. Wir haben heute den vielen Zusehern ein gutes Spiel geboten. So wollen wir auch in Zukunft Fußball spielen. Wichtige Spieler wie Kerschbaumer sind jetzt wieder in Form. Es war wichtig, dass er dann doch noch getroffen hat. Jetzt greift schön langsam ein Rädchen ins andere. Und mit Selbstvertrauen geht alles leichter.

Zur Cup-Auslosung: Richtig leichte Gegner sind ja nicht mehr dabei. Auch Amstetten putzt seine Gegner weg. Mit dem richtigen Einsatz haben wir auch letzte Saison mit Pasching bewiesen, dass man auch starke Gegner schlagen kann. Aber ich wünsche mir natürlich einen schlagbaren Gegner, denn ich will eine Runde weiter – daher die roten Bullen vielleicht doch lieber erst später."

Mirnel Sadovic (SKN-Torschütze): Mir geht es jetzt wieder besser. Aber das Wichtigste ist, dass wir solche Spiele gewinnen."

Andreas Dober (SKN-Doppeltorschütze): „Den dritten Schuss von mir hat er super gehalten. Da hatte er was zum gut machen."


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