"Werden auch nächste Saison eine Mannschaft haben". Nach dem Abbruch der laufenden Meisterschaft müssen die Vereine kleinere Brötchen backen. NÖN.at hörte sich bei Hypo NÖ, Wiener Neustadt und Bad Vöslau um, wie die aktuelle Planung aussieht.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 08. April 2020 (14:39)
Wann Hypos Claudia Wess und Co. wieder in den Meisterschaftsmodus switchen, ist noch offen. Die Vereine planen jedenfalls schon Richtung nächster Saison
Zottl

Heuer wird es keinen Meister und keinen Cupsieger im österreichischen Damenhandball geben. Bitter für Hypo NÖ. Die Südstädterinnen standen im Cup-Finale, lagen in der Liga an der Spitze, nun sind die Titelchancen dahin. Das macht sich auch wirtschaftlich bemerkbar. Erfolgsgebundene Sponsorprämien werden nicht ausgeschüttet. Hypo NÖ-Obmann Gerhard Haidvogel hätte sich zumindest gewünscht, dass das Cupfinale noch stattfinden kann. "Da hat sich der ÖHB meiner Meinung nach nicht viel Mühe gegeben, dass wäre eine Partie gewesen, oder vielleicht hätte man es sogar als Best-of-Three spielen können."

Europapokal? Verträge?

Damit müssen Haidvogel und Co. auch noch abwarten, wie die Startplätze für die kommende Europacup-Saison vergeben werden. Eine logische Variante wäre, dass die Ergebnisse der Vorsaison herangezogen werden. Dass die Südstadt-Girls keinen Europacup-Platz abbekommen, scheint jedenfalls unwahrscheinlich. Eine endgültige Sicherheit wäre aber wichtig, für die sportliche und wirtschaftliche Planung. Einerseits sind noch nicht alle Sponsorenverträge fixiert, andererseits sind die Kaderplanungen im vollen Gange.

Junges Potenzial gesucht

"Wir sind mit den Kaderplanungen schon sehr weit, sind mit zwei, drei Spielerinnen in Kontakt. Ich kann versprechen, dass wir nächste Saison eine Mannschaft haben, aber es werden keine kostenintensive Spielerinnen kommen. Es werden junge Spielerinnen sein, bei denen wir glauben, dass wir sie noch entwickeln können", umreißt Haidvogel, dem bewusst ist, dass die Zwangspause für die Sportlerinnen nicht einfach ist: "Wir tun alles dafür, dass wir ihnen ein Ziel geben können", hofft Haidvogel, dass sich die Lage bald weiter entspannt. Zumindest Training in der Kleingruppe wieder möglich wird.

"Abstriche muss es geben"

Ähnliche Hoffnungen macht man sich ein paar Kilometer weiter bei WHA-Konkurrent Wiener Neustadt. Obmann Stephen Gibson und Co. wollten gerade mit den Spielerinnengespräche für die nächste Saison beginnen, als das Coronavirus eine Ausnahhmesituation auslöste. "Dadurch ist alles ein bisschen ins Stocken geraten", lässt Gibson wissen, der unterstreicht: "Es wird Abstriche geben müssen. Wenn dann wer sagt, sie konzentriert sich lieber auf das Studium muss man das verstehen."

Noch sind alle an Bord

Auch beim Bad Vöslauer HC sind die Auswirkungen spürbar. "Es fehlen uns natürlich die Einnahmen der Zuschauer und auch einige Mittel von Sponsoren und Unterstützern, die nun vermutlich nicht mehr ausgezahlt werden", hofft Obmann-Stellvertreter Thomas Schartel auf finanzielle Unterstützung seitens der Verbände und der Regierung. Derzeit seien alle Spielerinnen und Stakeholder (Gemeinde, Sponsoren) weiter an Bord. Die Planungen für den Sommer sind nur die Herren der Spusu Challenge (zweite Liga), die Landesliga-Damen und die Nachwuchsabteilung schon weit voran geschritten: "Jedenfalls gehen wir von einem regulären Trainingsstart aller Mannschaften mit Ende Juli aus und planen auch bereits Trainingslager und Vorbereitungsspiele im August, um mit September wieder regulär Meisterschaften spielen zu können."