Appell an Sportvereine: „Kein Fördergeld liegen lassen“. Viele NÖ-Sportvereine machen von den Hilfen aus dem NPO-Fonds keinen Gebrauch. Verband appelliert an Vereine.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 18. November 2020 (04:53)
Symbolbild
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Ein Jahr mit minimalen Einnahmen, aber natürlich weiterlaufenden Kosten: Die Liga für die heimischen Klubs war schon einmal rosiger. Dennoch lassen viele Vereine bares Geld liegen. „Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten. Ich kann nur an die Klubs appellieren, davon Gebrauch zu machen“, sagt NÖ-Fußballverbandspräsident Hans Gartner. „Auch unsere Geschäftsstelle ist da ein Ansprechpartner, versucht zu helfen.“

„Fördermöglichkeiten auch ausnutzen!“ Verbandschef Hans Gartner appelliert an „seine Vereine“.
Wallner

Das zentrale Instrument: der Topf für Non-Profit-Organisationen (NPO-Fonds), den der Bund eingerichtet hat. „Ich kann nur allen Klubs raten, diese Unterstützung zu beantragen. Für uns war sie eine große Hilfe“, versichert Christian Eplinger. Der Obmann des ASK Ybbs hat mit der Abwicklung durchwegs positive Erfahrungen gemacht.

Was wird gefördert?

Zum einen Infrastrukturkosten (Mieten und Pacht, Wasser, Energie, Versicherungen, Covid19-Kosten) in voller Höhe.

Zum anderen steht der sogenannte Infrastruktursicherungsbeitrag zur Verfügung, der nicht förderbare Kosten zum Teil abdeckt. Konkret können sieben Prozent der im Jahr 2019 erwirtschafteten Einnahmen geltend gemacht werden. „Gedeckelt“ ist der Zuschuss mit dem Einnahmenausfall, wenn der Gesamtbetrag, den der Verein einreicht, 3.000 Euro übersteigt. „Wir haben auch vom Struktursicherungsbeitrag Gebrauch gemacht“, verrät Eplinger. Der ASK verwaltet drei Fußballspielfelder und eine Tennisanlage (vier Freiflächen, zwei Hallenplätze).

Wer kann den Antrag stellen?

Grundsätzlich der Verein selbst durch seinen Obmann (je nach den Vereinsstatuten). Bei Überschreitung gewisser Grenzen muss ein Steuerberater eingeschaltet werden – nämlich dann, wenn ein Zuschuss von mehr als 12.000 Euro beantragt wird, der Sportverein im Jahr 2019 Einnahmen von mehr als 120.000 Euro oder mehr als zehn Personen beschäftigt hat. Eplinger: „Mein Tipp wäre es, auf jeden Fall einen Steuerberater hinzuziehen. Das ist kein Risiko, schließlich können die Kosten zu 100 Prozent wieder zur Förderung eingereicht werden.“

Angst müssten die Klubs nicht haben. „Das Kassabuch musst du auch bei einer Generalversammlung offenlegen“, zieht Eplinger als Vergleich heran.

Wie funktioniert‘s?

Der Antrag muss online gestellt werden – über die Homepage www.npo-fonds.at. Dort gibt‘s auch einen übersichtlichen Wegweiser mit den wichtigsten Punkten.

Was bringt’s?

Eine spürbare Entspannung der finanziellen Lage, wie Ybbs-Boss Eplinger versichert. „Für heuer sollten wir die schwarze Null schaffen. Ohne Unterstützungen wäre das nicht gegangen.“ Schließlich kamen seine Kicker im gesamten Jahr nur auf vier Heimpartien. Allein 20.000 Euro an förderbaren Kosten (Platzerhaltung usw.) hat der Klub erhalten, für Umbauten aufgrund der Pandemie (Plexiglaswände in der Kantine) waren‘s 6.000 Euro.

Recht flott.„Die erste Tranche war schon nach drei Tagen am Konto“, zeigt sich Eplinger positiv überrascht.