„Wusste schon länger, was ich draufhab“. Ivona Dadic verpasste bei der EM in Berlin im Siebenkampf eine Medaille trotz Rekords.

Erstellt am 14. August 2018 (03:00)
Der Speer landete in Berlin um einige Meter zu früh, dennoch ist Ivona Dadic zufrieden.
Kappeler

NÖN: Den eigenen Rekord um fast 150 Punkte verbessert, aber eine Medaille verpasst. Überwiegt Freude oder Ärger?

Ivona Dadic: Machen wir uns nichts vor, natürlich hätte ich gerne eine Medaille gewonnen. Aber jeder, der sich auskennt, weiß, dass im Siebenkampf die eigene Leistung im Mittelpunkt steht, und die war mit 6.552 Punkten sehr gut. Insofern überwiegt schon die Freude. Das Niveau bei diesem Wettkampf war halt sehr hoch und es haben alle Top-Athletinnen abgeliefert.

War’s am Ende wirklich der schwache Speerwurf, der die Medaille kostete?

Dadic: Der Speerwurf war mit 47 Metern keine Katastrophe, aber nicht das, was ich kann. Ich war zuvor im Training wirklich gut drauf und hätte mehr erwartet.

War dieser Wettkampf der letzte Beweis, dass Sie in der Weltklasse angekommen sind?

Dadic: Ich wusste schon länger, was ich drauf hab’. Es war einfach einmal an der Zeit, dass ich das auch zeige.

Im nächsten Jahr sind Weltmeisterschaften, in zwei Jahren Olympische Spiele. Werden dort Medaillen aufgrund der größeren Konkurrenz nicht noch schwieriger?

Dadic: Nicht wirklich. Im Siebenkampf geben die Europäerinnen den Ton an. Wer bei der EM vorne mitmischt, der hat auch bei allen anderen Wettkämpfen Medaillenchancen.

Wo haben Sie noch die meisten Reserven?

Dadic: Ich kann noch in jeder einzelnen Disziplin technisch besser und vor allem stabiler werden. Im Siebenkampf geht es darum, dass man keine Ausreißer nach unten hat. Die Grundvoraussetzung ist immer, dass ich gesund bleibe. Ich glaube nicht, dass ich meinen Leistungszenit schon erreicht habe.