SKN setzt sich 1:0 gegen Innsbruck durch. TORero Dani Lucas Segovia fehlte – und dennoch schoss ein Spanier die Schützlinge von Michi Steiner zum Sieg!

Von Klaus Vogelauer. Erstellt am 24. Oktober 2014 (21:53)
NOEN, Claus Stumpfer
Dank eines Treffers von David Parada entführten die Schützlinge von SKN-Trainer Michael Steiner alle Zähler vom Innsbrucker Tivoli, revanchierte sich damit für das Heim-0:1 vom August und feierte nach dem Erfolg in Liefering den zweiten Auswärtsdreier en suite.

Die Legionärs-Rotation bei den Wölfen fand vor dem Gastspiel im „heiligen Land“ Tirol ihr nächstes prominentes „Opfer“ : Nach David Parada am Dienstag gegen den FAC musste diesmal Daniel Lucas Segovia als überzähliger Mann daheimbleiben.

Stattdessen lief Gary Noel am Tivoli als Solospitze auf – und fand gleich die erste Riesenchance für den SKN vor. Der Engländer stand nach einem Fehlpass von Hauser frei stehend vor Heim-Torhüter Grünwald, schoss diesen direkt an (3.)…

Huber nutzte Grünwald-Fehler nicht

Kurz zuvor hatten auch die Tiroler ihre erste Möglichkeit versiebt, Hirschhofer das Leder von rechts kommend knapp neben Christoph Rieglers Kasten gerollt (2.).

Wacker wirkte jedoch anfangs durchaus verunsichert von der Negativserie (vier Pleiten en suite) der letzten Zeit. Bei einem Freistoß von Marcel Holzmann faustete Grünwald daneben, Michael Huber kam per Kopf nicht gut genug an den Ball und dieser kullerte ins Torout (11.).

>> Hier geht's zur Tabelle der Sky Go Erste Liga!

Auch Noel rackerte vorne viel, knallte aber eine schöne lange Hereingabe von Konstantin Kerschbaumer am Fünfer hineinrutschend auf die Tribüne (27.).

Einige Chancen, aber nichts Zwingendes

Auf der Gegenseite wurde Hirschhofer per Lochpass von Säumel in Szene gesetzt und visierte von der Strafraumgrenze das SKN-Gehäuse an, doch Riegler parierte zur Ecke (21.). Nach einer guten halben Stunde landete ein Sahanek-Versuch im zweiten Rang (31.),  Hirschhofer köpfte nach einer Flanke klar neben das Tor (33.).

Kurz vor dem Pausenpfiff wachte noch einmal die Steiner-Elf aus St. Pölten auf: Kerschbaumer jagte einen Freistoß über die Querlatte (40.), Martin Grasegger – der gemeinsam mit Rückkehrer Parada die Doppel-Sechs bildete – tat selbiges mit dem Nachschuss infolge einer abgewehrten Freistoßflanke (45.).

SKN-Blitzstart in den zweiten Durchgang

Die zweite Halbzeit begann perfekt für das Wolfsrudel. Zwar ließ zunächst noch Noel nach langem weiten Pass in die Tiefe seine dritte große Einschussgelegenheit aus, denn Grünwald rettete zum Corner  (46.).

Doch nur 60 Sekunden später schaute das schon ganz anders aus: Eine Michael Ambichl-Ecke von rechts wird aus dem Strafraum geklärt, dort produziert Holzmann einen Querschläger, dieser kommt zu Parada am Elferpunkt und der Spanier netzt zum 0:1 (47.)!

Das Match nahm nun Fahrt auf: Säumel steckte auf Hölzl durch und dieser hob völlig frei am Fünfer das Leder aufs Außennetz (50.), Kerschbaumer schlenzte einen Versuch vom 16er drüber (52.), Riegler musste erst einen Bergmann-Freistoß parieren (56.) und danach eine Hölzl-Bogenlampe zur Ecke drehen (63.).

Partie forderte einige Angeschlagene

Nach etwa einer Stunde musste Leitwolf Michael Steiner erstmals personelle Änderungen vornehmen – ein wenig unfreiwillig. Kerschbaumer schlich angeschlagen vom Feld (ebenso wie und wurde durch den Dienstags-Joker (Ausgleichstorschütze beim 1:1 gegen den FAC) Jannick Schibany ersetzt, kurz danach ersetzte Michael Drga Dominik Hofbauer.

Doch auch die Gastgeber haderten, schließlich musste mit Kapitän Hauser eine Viertelstunde vor dem Ende bereits der zweite Innsbrucker nach Hamzic (schon in Minute 29 ausgeschieden) verletzt vom Platz und wurde durch Schilling ersetzt … und nur Minuten später ging’s auch für Schilling nicht mehr, musste der FC Wacker zu zehnt weiterspielen!

Aluminium rettete in der Schlussphase den Sieg

Doch zurück zum Spielerischen: Die St. Pöltner zogen sich sukzessive zurück und die Grün-Schwarzen aus Tirol bestimmten weitgehend das Geschehen ohne allerdings wirklich gefährlich zu werden. Und als sie es doch wurden, stand der SKN mit Glücksgöttin Fortuna im Bunde: Sahanek traf bei einem Weitschuss mit Drobo-Ampem den eigenen Mann und von diesem prallte das Leder an die Latte (80.).

In der Folge setzte Bergmann für die bereits dezimierten Heimischen einen Freistoß drüber (85.), dafür hätte in der Schlussminute der eingewechselte Drga fast das Spiel zu Gunsten der Steiner-Mannen entscheiden können und wurde durch Nitzlnader in letzter Sekunde entscheidend gestört (90.).

Die Nachspielzeit verkam zu einer Orgie unkoordinierter hoher Bälle von beiden Seiten, doch nach 95 Minuten war Schluss und die Wölfe konnten den zweiten Auswärtssieg unter Michi Steiner in Serie sowie Platz vier in der Liga ausgelassen bejubeln.


Stimme zum Spiel

Michael Steiner, Trainer SKN St. Pölten: „Ein verdienter Sieg meiner Mannschaft. Hervorzuheben war heute vor allem von der Mentalität her, dass meine Jungs einen guten Siegeswillen gezeigt haben. Sie haben unseren Plan auch super umgesetzt. Ich bin sehr stolz auf das Team. Wir hätten sogar höher gewinnen können, wenn man die Chancen betrachtet – aber alles in allem war der Sieg auf jeden Fall verdient.“


FC Wacker Innsbruck – SKN St. Pölten 0:1 (0:0)

Wacker Innsbruck: Grünwald – Bergmann, Drobo-Ampem, Djokic, Hauser (74. Schilling) – Hamzic (29. Nitzlnader), Säumel – Hölzl (64. Gründler), Sahanek, Renner – Hirschhofer.

SKN: Riegler – Stec, Huber, Wisio, Holzmann – Grasegger, Parada – Ambichl, Kerschbaumer (59. Schibany), Hofbauer (66. M. Drga) – Noel (82. Brandl).

Tor: 0:1 Parada (47.).

Gelbe Karten: Djokic (10., Foul), Nitzlnader (43., Foul) bzw. Wisio (44., Foul), Stec (65., Foul), Brandl (83., Foul), M. Drga (86., Foul).

Tivoli-Stadion, 1.500 Zuschauer, SR Jäger.