Eigenbau für Geld zu haben. Änderung der Eigenbau-Regelung hilft Ober-Grafendorf den Spielbetrieb zu sichern.

Erstellt am 16. Juni 2014 (08:16)
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Die Eigenbauspieler-Regelung des NÖ-Verbandes: Sie sorgt immer wieder für Verärgerung bei den Vereinen. Jetzt wurde das Regulativ geändert, der begehrte „EB-Status“ kann in der kommenden Saison erstmals „erkauft“ werden.

ÖFB forderte Verband zu Änderung auf

Konkret: Jugendspieler, die die bestehenden Eigenbau-Vorschriften nicht erfüllen, können direkt, nachdem sie altersbedingt aus dem Nachwuchs fallen, zu Eigenbauspielern gemacht werden, indem eine zusätzliche Ausbildungsentschädigung in der Höhe von 1.000 Euro an den NÖFV bezahlt wird.

Zu dieser Änderung wurde der Verband vom Rechtsmittelsenat des ÖFB aufgefordert, damit es eine Gleichstellung mit Akademie-Kickern gibt, die nach Beendigung ihrer Ausbildung ebenfalls den EB-Status besitzen.

Von dieser Neuerung profitiert beispielsweise Ober-Grafendorf. Der Absteiger aus der Regionalliga benötigte im Vorjahr keinen Eigenbauspieler. In der 1. NÖN Landesliga muss er nächste Saison nun plötzlich acht aufbieten. „Wir werden daher diese Option Eigenbauspieler kaufen zu können, wahrnehmen“, erklärt Obmann Mitterböck, dass andernfalls gar kein Meisterschaftsbetrieb möglich wäre.

„Ein katastrophales Signal an die Vereine“

Ihn ärgert, dass andere Bundesländer die Eigenbauspielerregel gar nicht kennen. „Wiener und Burgenländer lachen über uns“, ist er prinzipiell nicht gut auf die Eigenbauspieler-Regelung zu sprechen: „Das kann einfach nicht mehr lange funktionieren, da es immer weniger Jugendliche gibt.“

Hauptgruppenobmann Harald Zeller erklärt die Beweggründe für die Regelung: „Wir mussten im Sinne des Gleichheitsprinzips aller Nachwuchsspieler eine Regelung finden.“

Franz Marchat, Sportkoordinator des ASV Statzendorf, lehnt die Neuerung klar ab: „Das ist ein katastrophales Signal an die Vereine, deren Aufgabe es ist, Jugendliche auszubilden, und nicht einfach welche zu kaufen.“

Hintergrund:

  • Die Eigenbauspieler-Regelung: Bisher bekam jeder Spieler den EB-Status, der zwei zusammenhängende Jahre bei einem Verein gemeldet gewesen ist oder die Gesamtmeldedauer bei einem Verein insgesamt drei Jahre beträgt. Zusätzlich zählte jeder Nachwuchsspieler, der bis zum vollendeten 12. Lebensjahr angemeldet wurde, für den Stammverein als Eigenbau-Kicker.

  • Ausnahme für Akademiker: Für Absolventen der Nachwuchs-Akademien gab es eine Sonderregelung, sie galten auch nach Abschluss der AKA als EB-Spieler.

  • Um hier das Gleichheitsprinzip geltend zu machen, wurde die neue Regel beschlossen: „Spieler, die in der Sommerübertrittszeit unmittelbar nach Ende der Nachwuchsspielberechtigung einen Vereinswechsel vornehmen, gelten als EB-Spieler, wenn eine zusätzliche Ausbildungsentschädigung in der Höhe von 1.000 Euro an den NÖFV bezahlt wird. Diese wird für die Nachwuchsförderung verwendet.“