ASV Pressbaum zeigt Klasse. ASV Pressbaum stürmt mit 8:0-Heimsieg gegen völlig überforderte Feldkircher an die Spitze.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 03. Februar 2021 (00:34)
Der 17-jährige Neuzugang aus Tschechien, Jan Janostik, zeigte bei seinem ersten Antreten im ASV-Dress eine Machtdemonstration gegen Österreichs Toptalent Simon Bailoni — 21:4, 21:6-Sieg!
Claus Stumpfer

Nach mehr als drei Monaten Pause und bislang nur einer gespielten Runde, konnte am Samstag die nun aber auf die Hinrunde reduzierte Meisterschaft endlich fortgesetzt werden. „Da sich nun in nur fünf Spielen entscheidet, welche Mannschaften sich fürs Halbfinale qualifizieren, ist es daher nach dem Remis auswärts in Wolfurt für uns extrem wichtig, im zweiten Spiel mit einem 7:1- oder gar 8:0-Sieg vier Punkte zu holen“, meinte ASV-Sektionsleiter Andreas Meinke vor dem Spiel.

Entsprechend der Zielsetzung wählte Spielertrainer Adi Pratama daher auch gegen die deutlich schwächer eingeschätzten Feldkircher eine extrem starke Aufstellung, die dem Gegner nur wenig Chancen auf einen einzelnen Spielerfolg geben sollte. Im ersten Herrendoppel trafen Neuzugang Pawel Pietryja und Peyo Boychinov auf Feldkirchs Nummer Eins Josip Uglesic und Simon Bailoni, der als Jugendnationalteamspieler auch ein Schützling von Pressbaums Spielertrainer ist. Von Pratama gab’s diesmal aber keine Tipps!. Di

e beiden Pressbaumer fuhren mit 21:12, 21:6 über die Vorarlberger drüber. Im zweiten Herrendoppel spielte Pratama selbst mit Pressbaums Eigenbau Jakob Sorger gegen die Routiniers Fabian Steurer/Simon Rebhandel. Auch dieses Spiel dominierten die Hausherrn nach Belieben und sicherten so mit einem klaren 21:16, 21:12-Erfolg das 2:0 für Pressbaum.

Eigenbauspielerinnen im Damendoppel top

Im Damendoppel zeigten die „Ur-Pressbaumerinnen“ Nina Sorger und Carina Meinke eine starke Leistung gegen die National- und Jugendnationalteamspielerinnen Serena Au Yeong und Lena Rumpold. In beiden Sätzen konnten Sorger/Meinke das Spiel sicher kontrollieren — 21:14, 21:16. Sie holten somit den wichtigen dritten Punkt. „Zusammen mit dem Mixed war dies das Spiel, bei dem der Sieger unter normalen Umständen nicht von Anfang an feststand“, war Meinke danach erleichtert und auch sichtlich stolz. „Die Mädels haben toll gespielt, und ich sag das nicht nur als Vater von Carina.“

Nach der maximalen Ausbeute bei den Doppelpartien, ging es mit den Herreneinzeln weiter. Doch noch während die ersten Jungs einschlugen, sickerte bereits durch, dass Feldkirchs Trainerin Verena Fastenbauer das Dameneinzel w.o. geben würde. „Normalerweise freut man sich über einen quasi geschenkten Punkt, aber in diesem Fall hätte unsere extra angereiste Legionärin Marija Sudimac nur zu gern ihren Beitrag zum Sieg geleistet, um endlich wieder Spielpraxis zu erhalten“, zeigte sich Meinke gar nicht so glücklich darüber, wie zu erwarten gewesen wäre.

Und auch Pratama erwischte zunächst einen schlechten Start in seinem Einzel gegen Uglesic. „Das kommt bei Adi manchmal vor, wenn er unterfordert ist“, wusste Meinke aber von Anfang an, dass keine Gefahr droht. Er sollte recht behalten. Am Ende gewann Pratama noch mühelos den ersten Satz mit 21:16 und fand dann im zweiten auch Gelegenheit, etliche Trickshots zu zeigen (21:9).

„Die Mädels haben toll gespielt, und ich sag das nicht nur als Vater von Carina“

Sichtlich „on fire“ war Peyo Boychinov gegen Fabian Steurer, nachdem der Feldkircher im Vorjahr einen Satz gegen ihn hatte gewinnen können. Diesmal war Pressbaums Bulgare erpicht darauf, in keinem der beiden Sätze dem Gegner ein zweistelliges Resultat zu gönnen (21:9, 21:9). Im ersten Satz hatte er sogar eine 11:0-Führung herausgeschossen, ehe er den Ball erstmals knapp ins Out legte.

Im dritten Herreneinzel waren die Pressbaumer dann sehr gespannt auf den ersten Auftritt ihres Neuzuganges aus Tschechien. Der 17-jährige Jan Janostik trat gegen den erst 16-jährigen Bailoni an, aber der Leistungsunterschied war zu groß, um das ganze Potenzial des Neo-ASV’lers abschätzen zu können. Mit der Machtdemonstration von 21:4, 21:6 holte sich Janostik seinen ersten Sieg im Pressbaumer Dress und stellte aufgrund des Damen-Walkovers auf 7:0.

Somit waren die vier Punkte schon gesichert und das Ergebnis des letzten Matches bedeutungslos. Aber dennoch wurde auch dort um jeden Punkt gekämpft. Pratama stellte wie geplant Pietryja mit Emily Wu auf, nachdem kurz überlegt worden war, doch auch Sudimac Spielpraxis zu geben. Feldkirch wollte mit Simon Rebhandl und Serena Au Yeong den Ehrenpunkt holen. Doch in ihrem erst zweiten Spiel harmonierten die Pressbaumer schon besser als zuletzt und so konnten sie den ersten Satz nach einem Rückstand von 17:20 noch mit 22:20 gewinnen. Der zweite Satz ging dann zwar ebenso knapp mit 21:19 an Feldkirch, doch im dritten spielten sich die Pressbaumer dann einen kleinen Vorsprung heraus, den sie sich nicht mehr nehmen ließen — 21:15! Somit war auch das Wunschergebnis von 8:0 fixiert.

Da Mödling und Wolfurt sich im zweiten Spiel der Bundesliga die Punkte teilten und das Spiel von Traun und Linz verschoben wurde, schob sich Pressbaum somit auf den ersten Tabellenplatz vor. Traun oder Linz könnten aber jeweils mit einem deutlichen Sieg Pressbaum auf den zweiten Platz verdrängen.